Donnerstag, 13. März 2008

Heiße Luft?


Man kann es so oder so sehen. Die Zeitung von heute sah es so:
Die „laue Kirsten“ macht weit weniger Theater als vermutet. Alles halb so wild. Das mit jeder Menge Bohei angekündigte Sturmtief „Kirsten“ machte in letzter Minute die Biege und ließ zumindest den Kreis Recklinghausen links liegen. Die Böen, die Kirsten zu bieten hatten, waren kaum mehr als heiße Luft.

Ich habe es heute Morgen gegen 6.00 Uhr aber so erlebt:
Schneidig kalter heftiger Wind, besonders wenn er auf offenem Feld von vorne kam. An einer leicht erhöhten Kuppe fegte Kirsten durch zwei Reihen Obstbäume und pfiff oder jaulte, dass mir die Augen tränten und ich Gänsehaut bekam. Ich war heilfroh, dass ich nur eine kurze Trainingseinheit absolvieren wollte und der Spuk nach 45 Minuten für mich vorbei war.

Ich vermute, dass der Redakteur seinen Bericht von der Couch geschrieben hat und selbst gar nicht draußen war. Aber vielleicht war es ja auch die Enttäuschung, dass es kein Unwetter war, das für richtig dicke Schlagzeilen ausgereicht hätte. Heiße Luft fühlt sich für mich jedenfalls anders an.

Mein Käfer Karl hat den „Wind“ nicht mehr erlebt. Oben die letzte Aufnahme. Da sah er schon ganz blass aus. Aber immer noch ganz süß. Ich liebe Marzipan.

Mittwoch, 12. März 2008

Vorfrühling weicht dem nächsten Sturmtief


Dunkle Wolken im Kampf mit einem Restblau am Himmel, ein paar Regentropfen und ungemütlicher Wind begleitet mich auf meiner Tempoeinheit dieser Woche. Doch im Wald macht sich der Wind nur abgeschwächt bemerkbar, bis, upps, von oben ein etwas dickerer Zweig auf den Boden stürzt. Nicht gefährlich, aber immerhin. Schön ist das nicht. Aber es müsste schon knüppeldick kommen, bevor ich eine Laufeinheit einfach so ausfallen lasse. So hetze ich mich wie vorgenommen fünfmal über die 1,6 Km Runde, im 10Km –Tempo. 5:50 Min./Km im Schnitt. Insgesamt laufe ich 13 Km. Am Ende bin ich froh, als ich es hinter mir habe. Als ich aus dem Wald komme hupt ein vorbeifahrendes Auto. Da ich wegen der Regentropfen keine Brille aufhabe, erkenne ich nichts bis sehr wenig. Aber vielleicht hat sich jemand nur über mich gewundert oder mich gar für einen etwas desorientierten „Außerirdischen“ gehalten. Mit dem Wetter habe ich noch Glück gehabt. Kurze Zeit später prasselt der Regen heftig nach unten, trommelt aufs Autodach und der Wind fegt durch die Straßen. Unwetterwarnung für Nordrhein-Westfalen: Sturmtief 'Kirsten' ist mit orkanartigen Böen angekündigt. Mal sehen ob Kirsten das bringt was Emma nicht gehalten hat. Aber heute ist eh Laufpause. Der Frühling hat sich erstmal verkrümelt. Und mein Marzipankäfer als Frühlingsbote wird es auch nicht mehr lange machen.

Montag, 10. März 2008

Selbstversuche


Merkwürdiger Ergeiz eines langsamen und nicht mehr ganz jungen Läufers seine Grenzen zu verschieben.

Das Intervalltraining der letzten Woche passt nicht wirklich in die Vorbereitung für den Halbmarathon am 29. März. 10 mal 600 m. Ziel: schneller als zuvor zu laufen. Das ist 5:13 Min/Km auch gelungen. Drei Wochen zuvor waren es 5:24 Min./km. Das ist für meine Verhältnisse auch schon sehr schnell. Aber bei 5:13 Min./Km spüre ich meine derzeitigen Grenzen. Die schnellste Runde bin ich mit 4:57 Min./Km gelaufen. Da habe ich dann leichte Schwierigkeiten beim Bewegungsablauf, ist also derzeit noch zu schnell.

Der lange Lauf am Sonntag ging über 22,05 Km. Insgesamt waren das sieben Runden durchs Dorf. Die erste Runde zum Einlaufen noch langsam. Die restlichen sechs Runden im Schnitt mit 6:56 Min./Km. Das ging ganz gut. Der Puls ging erst auf den letzten beiden Kilometern spürbar in die Höhe. Allerdings habe ich den Lauf den ganzen Tag über ziemlich deutlich in den Beinen gespürt.

Ungewohnte sechs Laufeinheiten habe ich in der Woche gemacht. Allerdings waren auch zwei kurze Regenerationsläufe dabei.

Der Frühling ist da. Am Sonntag habe ich erstmals in diesem Jahr einen klopfenden Specht wahrgenommen. Und die Landschaft bekommt langsam Frühlingsfarben. Den ersten dicken Käfer habe ich auch schon gesichtet. Aber der war aus Marzipan. Und ganz süß!

10. Trainingswoche 2008:

Montag, 3. März, 6,3 Km in 49:35 Minuten (= 7:52 Min./Km)

Dienstag, 4. März, 12,6 Km in 1:29:40 Stunden (= 7:07 Min./Km)
darin 9,45 Km in 6:52 Min./Km)

Donnerstag, 6. März, 11 Km in 1:08:04 Stunden (= 6:11 Min./Km)
darin 10 mal 600 m in 31:19 Minuten (= 5:13 Min./Km)

Freitag, 7. März, 3,15 Km in 25:28 Minuten (= 8:05 Min./Km)

Samstag, 8. März, 3,15 Km in 25:09 Minuten (= 7:59 Min./Km)

Sonntag, 9. März, 22,05 Km in 2:35:05 Stunden (= 7:02 Min/Km)


Woche gesamt:
58,250 Km in 6:53:01 Stunden (= 7:05 Min./Km)

Donnerstag, 6. März 2008

Auch Bäume wachsen nicht in den Himmel


Bäume wachsen nicht in den Himmel

Die Freude über den gelungenen 2. Lauf bei der Winterlaufserie habe ich voll ausgekostet. Es zeigt sich, dass Laufziele eine wichtige Motivationshilfe beim Tagestraining sind. Und eine noch größere Motivation ist das Erreichen oder Übertreffen eines Ziels. Das Laufen hat aber einen Wert an sich. Das ist wichtig, weil ich meine Laufleistungen ja kaum beliebig steigern kann. Vermutlich gibt es Stagnation und Rückschritt. Es ist nur die Frage, was ist natürliche Entwicklung und was ist steuer- und beeinflussbar. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel.


9. Trainingswoche (25.02. – 01.03.08)

Montag, 25.02.08, 11,4 Km in 1:13:32 Km (6:27 Min./Km);
darin 6,4 Km in 6,4 Km in 37:18 Min. (= 5:50 Min./Km) als Intervalltraining: 4 mal 1,6 Km

Mittwoch, 27.02.08, 9,6 Km in 1:08:39 Std. (= 7:09)

Samstag, 01.03.08, 15 Km in 1:29:50 Std. (=5:59 Min./Km


Woche gesamt:
36 Km in 3:52:02 Std. (=6:27 Min./Km)

Februar gesamt:
163,650 Km in 19:36:37 Stunden
Durchschnittstempo: 7:11 Min./Km

In 2008 bisher gelaufen:
359,800 Km in 43:24:47 Stunden
Durchschnittstempo: 7:14 Min./Km

Montag, 3. März 2008

I werd narrisch!

Bericht vom 2. Lauf der Winterlaufserie Duisburg

Sturmtief Emma lies uns zittern. Doch am Samstagvormittag war es zwar noch stürmisch. Doch hartgesottene Läufer lassen sich davon nicht abhalten. Und so war ich dann auch zuversichtlich, dass die Veranstaltung stattfinden würde. Bei der Hinfahrt durch Gelsenkirchen gab es einen Stau. Die Fußballer von Gazprom Gelsenkirchen empfingen in ihrer Halle den Trupp von Wurstverkäufer Uli Hoeness. Hatte ich vergessen (das Beste was man machen kann). Zum Glück war es nur ein kleiner Stau. 30 Minuten vor dem Start stellte ich dann mein Auto vor dem Wedaustadion ab.

Kurze Laufsachen an und anstellen vor den Toiletten. Viele Männer verschlägt es in die Büsche. Kann man zwar nachvollziehen, weil es einfach schneller geht. Schön ist es aber trotzdem nicht. Es ist das gleiche wie vor Fußballspielen, wenn hunderte sich vor dem Stadion entleeren. Eine kollektive Pis …! Aber so ist das eben.

Das Wetter hat sich deutlich verbessert. Es ist trocken. Die Sonne zeigt sich sogar gelegentlich. Es ist noch sehr windig mit Böen. Aber das wird gehen.

Etwas warmlaufen und dann wie üblich hinten anstellen. Ich habe mir vorgenommen mit etwa 6:10 Min./Km zu beginnen. Nach dem Laufergebnis über 10 Km vor 3 Wochen (59:23 Minuten), hatte der Laufprognoserechner eine Zeit von 1:32:10 ausgedruckt. Irgendwie hatte ich mir schon mehr ausgerechnet, spürte, dass noch Reserven für eine bessere Zeit da sein könnte. Ganz verwegen hatte ich mal spekuliert, wie schnell man auf 10 Km sein muss, um auf 15 Km ein Ergebnis von 1 ½ Stunden erreichen zu können. Etwas unter 58 Minuten hatte der Laufprognoserechner ausgespuckt. Reine Theorie und wohl auch etwas zu schnell für mich. Ich hatte in den drei zur Verfügung stehenden Trainingswochen so getan, als würde ich erneut 10 Km laufen wollen, nur etwas schneller. Intervall- und Tempoläufe waren daran ausgerichtet.

6:12 Minuten nach dem ersten Kilometer. Ich fühlte mich voll ok. Das ging auch noch etwas schneller. Der Wind half im ersten Abschnitt auch etwas mit. Der zweite Kilometer war nach genau 6 Minuten erledigt. Gut so. Aber nicht überziehen.

Ich hatte mich im Feld orientiert. Lief am Ende einer kleineren Gruppe und passte auf, dass ich weg kam, wenn jemand den Anschein machte als wolle er langsamer werden. Ich schaute mir die Läufer an. Direkt vor mir eine Läuferin Namens Christina. Jedenfalls war der Name auf ihrem Laufshirt gedruckt. Christina machte einen kontrolliert konstanten Eindruck. Ein paar Zentimeter größer als ich und sicher 15 Kilo schwerer (bei allem Respekt). Aber sie trampelte den Boden so unter sich weg und sah nicht so aus, als würde sie sich durch irgendetwas aufhalten lassen. So ging es Kilometer für Kilometer. Mal etwas unter, mal etwas über 6 Minuten. Bei 5 Km zeigte die Uhr 30:06 Minuten. Das war doch sehr zügig. Ob das gut geht?

Es ist eine sehr schöne Laufstrecke in Duisburg. Man soll es nicht glauben. Duisburg hat ein anderes Image. Ich kannte das schon vom vergangenen Jahr. Durch den Wald verengt sich der Weg etwas. Das Feld verdichtet sich; es geht auch etwas am Tempo verloren. Aber nicht zuviel. „Gut so“, dachte ich, so kann ich wenigstens nicht überziehen.

Irgendwo bei 8 Km gibt es eine Getränkestation. Vor mir Christina, sie hat Durst. Ich hingegen keine Zeit. Tschüss Christina, die ich danach nicht mehr gesehen habe. Das war keine spontane Idee auf Getränkeaufnahme zu verzichten. Ich hatte mich damit vorher auseinandergesetzt. Es war ja nicht warm und 15 Km gehen vielleicht gerade noch ohne Flüssigkeitsaufnahme. So zog ich an ein paar Läufern vorbei und hoffte, dass ich es nicht bereuen würde.

Kurz nach der 9 Km-Marke hörte ich, dass Klose das 1 : 0 für die Bayern geschossen hatte. War mir aber egal, brauchte die ganze Konzentration für den Lauf.

1:00:24 Stunden bei 10 Kilometer. Bei den zweiten 5 Kilometern war ich langsamer geworden. Aber nur wenige Sekunden. Ich rechnete auch damit, dass ich noch etwas nachlassen würde. Die Frage war nur wieviel.

Ich hatte im Läuferfeld inzwischen neuen Anschluss gefunden. Drei „Veerter Flitzer“ im grünen Trikot boten sich aus meiner Sicht an. Dass sah nach etwas Lauferfahrung aus. Die werden sich ja wohl vorher abgesprochen haben. Sie liefen mein Tempo. Also blieb ich dran. Die Kilometer 11 bis 13 lief ich unter 6 Min./Km. Junge, Junge, wenn das mal gut geht. Der Wind kam jetzt schräg von vorne. „Ja, dass ist jetzt anstrengend“, rief uns ein Ordner zu, als es nach einer Richtungsänderung entlang an der Regattastrecke führte. Der Kollege hatte ja so was von Recht. Das war doch ziemlich hart jetzt, da man die zurückgelegten Kilometer auch schon in den Beinen spürte. Ich wollte an den „Veerter Flitzern“ dran bleiben. Denn die Jungs liefen Wind hin oder her ihr Ding weiter. „Wenn ich das noch einige Zeit schaffe, dann wird das sehr ordentlich“, denke ich und strenge mich an, lasse nicht nach. Inzwischen habe ich einen ziemlich trockenen Mund. Auch damit hatte ich gerechnet. Aber es war noch zum Aushalten. Das Ende nahte ja schon. Aber jetzt kostete es doch Kraft das Tempo zu halten. 1:54:14 Stunden bei Km 14. Die „Veerter Flitzer“ verständigten sich. „5:30“! Damit war wohl die Zeit für den letzten Kilometer gemeint. Hatte ich richtig gehört? Klar, die wollten unter 1:30 Stunden bleiben.

Mir fehlten 14 oder15 Sekunden für die 1:30 Stunden Marke. Was tun? Sofort Gas geben und dann vielleicht einbrechen? Oder vielleicht versuchen gleichmäßig weiter zu laufen und dann auf den letzten 200 m alles raus holen?

Ich hielt mich weiter an die „Veerter Flitzer!“ Das wäre doch gelacht. Eine einmalige Chance eine Marke zu durchbrechen. So ein Kilometer kann aber auch ganz schön lang werden.

Ich sehe das Zieltor. Ich kann schlecht schätzen. Ich habe noch 30 Sekunden bis zu den 1:30. Das geht! Das geht! Ich wird `verrückt. Die „Veerter Jungs“ ziehen ein paar Meter davon; lass sie ziehen. Aber nicht zu weit. Es piept. Die Zeitnahme. Die Uhr stoppen. 1:29:51 Stunden habe ich auf meiner Uhr. Ich werde narrisch. Was habe ich da denn gemacht. 5:36 Minuten für den letzten Kilometer und 29:26 Minuten für die letzten 5 Kilometer. Ich freue mich wie ein Schneekönig, kriege mich gar nicht mehr ein. Ich trinke 3 Becher von dem Getränk, was die fleißigen Helfer des ASV Duisburg verteilen und grinse wie ein Honigkuchenpferd.

Ist das eine schöne Heimfahrt. Ich freue mich auch noch als ich zu Hause ankomme und den ganzen Abend lang. 1:29:50 Stunden sagt die Ergebnisliste des Veranstalters. Genau 5 Minuten schneller als vor einem Jahr. Und was für eine Steigerung gegenüber den 10 Km vor drei Wochen.

Sonntag! Zeit wieder auf den Teppich zu kommen. Ich bin wie verkatert. Habe einen Brummschädel (garantiert keinen Alkohol). Der Körper ist wie ausgewrungen. Die Beine sind schwer. Aber alles in Ordnung. Keine Verletzung. Praktisch keinen Muskelkater. Gut ist.

Inzwischen habe ich einen kleinen Regenerationslauf hingelegt, 6,3 Km. War absolut unproblematisch. Jetzt bin ich auf den Halbmarathon in knapp 4 Wochen gespannt. Jetzt erkennen, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Aber klar, dass ich motiviert bin da auch noch einen ordentlichen Lauf hinzulegen.

War neugierig und habe in der Ergebnisliste nachgeschaut. Christina ist eine Läuferin aus der pfundigen Altersklasse 35 und hat nach der Getränkeaufnahme gut 6 Minuten verloren. Das waren wohl noch harte Kilometer. Die „Veerter Flitzer“ (AK 35 und 45) haben die 1:30 Stundenmarke um 5 Sekunden überschritten; waren also etwas vor mir gestartet. Trotzdem danke Jungs! Ohne Euch wäre es für mich viel schwerer geworden.

Dienstag, 26. Februar 2008

Krankenkarte oder Pulsuhr?

Seit Sonntag zwickt es wieder in meinem Rücken. Es ist nicht etwa das Laufen die Ursache dafür. Am Samstag war Ruhepause und zum Glück hatte ich auch den Sonntag sicherheitshalber als Ruhepolster eingeplant. Meinen „langen“ Lauf hatte ich auf Freitag vorverlegt. Die Rückenschmerzen sind vielmehr beim Fegen des Hausflurs aufgetreten. Ich hatte Flurwoche und irgendwie scheinen mir solche feinmotorischen Tätigkeiten nicht zu bekommen.

Montag stellte sich mir die Frage ob ich einen Arzt aufsuchen soll. Ich habe morgens meine Krankenkarte eingesteckt und natürliche auch meine Laufutensilien. Mittags habe ich mich dann gegen den Arzt und für das Laufen entschieden. Und das, obwohl ein ziemlich anstrengendes Intervalltraining auf mich wartete.

Also ab in den Hertener Katzenbusch und los. Das Laufen an sich bereitete mir fast keine Schmerzen. Trotzdem war es ein Gefühl als habe ich jedes Bewegungsgefühl verloren und als müsste ich das Laufen erstmal lernen. Aber nach dem Einlaufen und dem ersten Intervall war das richtige Laufgefühl wieder da. Die Schmerzen waren wie weggeblasen. Ich konnte so gut die vorgesehenen 4 mal 1,6Km im flotten 10 Km Tempo durchführen.

Nach langem Sitzen im Büro sind die Schmerzen aber wieder zurückgekehrt. Und sie sind heftiger als vorher. Jetzt werde ich mich wohl doch noch spritzen lassen müssen.


8. Trainingswoche (11. – 17.02.2008)


Dienstag, 19.02. 13 Km in 1:23:25 Std. (= 6:25 Min./Km)
Darin 8 Km in 47:30 Min. (= 5:56 Min./Km)

Mittwoch 20.02. 6,3 Km in 49:28 Min (= 7:51 Min./Km)

Freitag, 22.02. 18,9 Km in 2:29:36 Std. (=7:55 Min./Km)


Woche gesamt: 38,2 Km in 4:42:29 Std. (= 7:24 Min./Km)

Mittwoch, 20. Februar 2008

Erst der Rausch - Dann der Kater

Tempodauerlauf steht an. 8 Km in etwa 6:30 Min./Km habe ich mir so vorgestellt. Es ist ein wunderschöner Spätnachmittag. Die Sonne hat sich am Himmel durchgesetzt. Im Katzenbusch in Herten sind eine ganze Reihe Läufer und Spaziergänger unterwegs. Gründliches warmlaufen, dann mache ich mich auf dem Weg meine 5 Runden zu je 1,6 Km zu durchlaufen. Die Uhr ist in Gang gesetzt, ich lauf e die erste Runde nach Gefühl. Bin deutlich zu schnell und bleibe etwas unter 6 Min./Km. Die zweite Runde wird etwas langsamer, aber immer noch schneller als geplant. Es geht richtig gut, also warum soll ich mich bremsen? Nicht, dass ich Flügel hätte, aber es ist einfach so ein seltener Tag, wo es mir leicht fällt. Nach der dritten Runde ist klar, ich werde unter 6 Min./Km laufen (wollen). Vor 10 Tagen in Duisburg bin ich die 10 Km in 59:23 Minuten gelaufen. Also 6 Minuten für den Trainingskilometer sind für mich mehr als ordentlich. Der Puls ist erstaunlich niedrig Als ich nach 47:30 Minuten die 8 Km geschafft habe hat mich ein Hochgefühl erfasst, so als könnte ich die Welt umarmen. Ich laufe aus.

Tags drauf um kurz vor sieben bin ich schon wieder draußen. Verspätetes auslaufen oder ein paar langsame Kilometer sammeln oder aber auch weil heute Morgen Monduntergang und Sonnenaufgang fast zusammenfallen. Ein Tag vor Vollmond. Für einen kurzen Augenblick zeigt sich noch deutlich vor Sonnenaufgang ein grandioser rötlicher Morgenhimmel. Ganz schnell schieben sich die Wolken zusammen. Von Mond und Sonne ist nichts zu sehen. Einige Minuten später versucht ein Mann an meiner Laufstrecke das restliche Morgenrot zu fotografieren. Das lohnt sich mehr nicht wirklich. Und so setzt er sich schnell wieder in seinen Daimler und rauscht davon.

Meine Beine wissen heute Morgen nicht so recht wo hin. Sind schwer geladen, vielleicht auch etwas beleidigt, weil ich sie schon wieder in Anspruch nehme. Es ist kein ernsthafter Muskelkater. Aber der Lauf von gestern ist doch sehr spürbar. Ich lenke mich mit dem zarten Raureif auf Wiesen und Dächern und einer hauchdünnen Eisschicht auf einem am Weg liegenden Teich ab. Glatteiswarnung für den Kreis Recklinghausen war im Videotext gestellt. Doch meine Strecke ist trocken und in tadellosem Zustand. Ich laufe ein Stück in mich selbst versunken. Doch der Verkehr auf der Kreisstraße, die ich überqueren muss, rüttelt mich in die Wirklichkeit zurück.