Donnerstag, 28. Februar 2013

Täglichlaufen tut gut!


Januar und Februar 2013 sind Vergangenheit. Das letzte Schneefoto stammt vom 23. Februar. Der Schnee ist verschwunden. Doch noch ist es kalt. Ich bin wieder zum Täglichläufer geworden. Es fing bereits vor Weihnachten im Kaiserwald an und war durchaus nicht geplant. Im Januar gab es eine längere Unterbrechung wegen Grippe und einer Gürtelrose. Insgesamt kamen so dann nur 112 Monatskilometer zusammen.  Seit dem 26. Januar laufe ich wieder täglich. Es gibt keine Vorgaben und Erwartungen. Und so gehe ich es mit aller Bescheidenheit an und es gibt dazu auch nicht viel zu sagen. Ich fühle mich gut dabei. Und solange es so ist gibt es zunächst auch keinen Grund damit aufzuhören. 

26.01. 2,77 Km
27.01. 3,19 Km

Gesamt: 5,96 Km

28.01. 3,73 Km
29.01. 1,85 Km
30.01. 7.01 Km
31.01. 2,37 Km
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01.02. 8,01 Km
02.02. 4,32 Km
03.02. 13,11 Km

Gesamt: 40,40 Km

04.02. 5,29 Km

05.02. 3,73 Km

06.02. 3,04 Km

07.02. 3,01 Km (Lauf, bei dem mich der hier seltene Ruf einer Eule begleitete; schön!)

08.02 15,01 Km (bis dato mein längster Lauf in diesem Jahr)

09.02. 3,73 Km (herrlichster, wenn auch aus Zeitgründen nur kurzer Winterlauf)

10.02. 8,64 Km (wunderschöner Abendhimmel)

Gesamt: 42,45 Km



von 11. - 17.02.

11.02.   6,71 Km (Rosenmontagslauf bei eisigem Nordost-Wind
12.02.   4,6 Km   (Lauf vor der Arbeit, Start um 5.20 Uhr)
13.02.    8,44 Km (mal schneller als üblich; kurzes Gespräch mit einem Bekannten)
14.02.    3,02 Km ( muss mich zum Laufen etwas überwinden)
15.02.    3,68 Km (kräftiger Sprühregen bei 4 Grad)
16.02.   14,86 Km (Lauf zum Südfriedhof; zurück entlang der Emscher, die viel Wasser führt; immer noch    Schneereste; kurz vor Ende des Laufs Gespräch mit einem Bekannten)
17.02.    3,71 Km  (vorfrühlingshafter Sonnenschein und 7 Grad!)

Gesamt: 45,02 Km


vom 18. - 24.02.

18,02.   6 Km   (erkältet)
19.02.   2,2 Km (erkältet! Habe eineGPS-Uhr von Aldi gekauft als Reserve für meinen Forerunner)
20.02.   6,27 Km (die Nase läuft, aber es geht mir viel besser)
21.02.   6, 68 Km (ich nutze erstmals die neue GPS-Uhr von Aldi; sie läuft einwandwfrei, keine große      Abweichung zu meinem forerunner, den ich zur Sicherheit mitlaufen lasse.)
22.02.   2,17 Km (ich komme heute nicht aus den Puschen. Erst nach 19 Uhr raffe ich mich aus um        wenigstens einmal kurz den eisigen Nordost zu genießen) 
23.02.   9,61 Km (winterlicher Genusslauf; leichter und nicht sehr ergiebiger Schneefall. Ich Laufe auf etwa   2 cm Neuschnee. Das ist schön und nicht anstrengend. Auch der mäßige Nordost-Wind bei Dauerfrost mindert das Vergnügen nicht. Den 2. Lauf der Winterlaufserie in Duisburg der heute stattfindet habe ich für mich gestrichen. So fit bin ich derzeit nicht. So hatte ich wenigstens  meinen Spaß ohne mich zu übernehmen.)

24.02.  10,28 Km (Über Nacht hat es weiter geschneit und die Schneedecke ist um 3 - 4 cm angewachsen.  Mein forerunner spinnt erneut rum. Ab Morgen werde ich die neue GPS-Uhr von Aldi einsetzen. Erneut ein Lauf durch die wundersame   Winterlandschaft am. Zwei Runden geht es durch das kleine Naturschutzgebiet Becklemer Tal. Unterwegs Gespräch mit einem "Sehbekannten")


Gesamt: 43, 21 Km


vom 25.02.. - 28.02.

25.02.   2,17  Km   (Muskelkater nach ungewohnter Möbelschlepperei)
26.02.   4,48 Km   (weiterhin Muskelkater; trotzdem kurzer aber intensiver Tempolauf)
27.02.   7,57 Km
28.02.   3,83 Km

Februar gesamt: 180 Km

Montag, 11. Februar 2013

Ein völlig humorloser Rosenmontagslauf

In den letzten Tagen hatte ich mit traumhaften Winterwetter viel Glück. Etwas Schnee hatte zauberhafte Winterlandschaften gemalt. Die Laufbedingungen waren gut, denn die Wege waren ordentlich begehbar. Dazu sorgte die Februarsonne für erstaunlich helles Licht und der Himmel zeigte sich morgends und abends in den allerschönsten Farben. Am heutigen Rosenmontag allerdings zeigte der Winter auch mal sein bitteres Gesicht; das am Tag der Karnevalsnarren. Beißender Nordostwind ließen Temperaturen um den Gefrierpunkt als klirrende Kälte empfinden. Schon der Blick aus dem Fenster verhieß Ungemütliches.

Egal, die Laufschuhe geschnürrt und dick verpackt wie ein Polarforscher nach draußen vor die Tür. Der Wind hat kein Erbarmen, er begrüsst mich mit grimmiger Maske und schüttelt mich ordentlich durch. Ok, ich bin bereit, wir kämpfen heut` miteinander. Meine Maske vermutlich ebenso bitter wie die des Windes. Die Narren sind in der Innenstadt. Ich bin auf dem offenen Feld und der Wind treibt es mit mir von vorne. Egal, nur einen Kilometer weiter, da habe ich schon ein kleines Waldstück im Blick. Über dem Feld kreist ein Vogel. Ein Bussard? Scheint mir aber zu klein zu sein. Ich nähere mich dem Fluggebiet. Der Vogel versucht Stellung zu halten und geht im steilen Flug nach unten. Dann lässt er sich auf einen Baum nieder, der zu einer Baumschule gehört. Ich komme ganz dicht heran und bleibe vor dem Vogel auf dem Baum stehen. Es dauert eine Sekunde bevor er sich davon macht. Er gehört nicht zu den hier ansässigen Singvögel, die ich kenne. Aber ich bin in Vogelkunde auch nicht gut bewandert. Und so laufe ich dann weiter. Der Wind hält mich jetzt nicht lange auf, denn ich erreiche das Wäldchen, das mich für ein paar Minuten schützt mit der Aussicht, dass ich nach einer kleinen Runde dann Rückenwind haben werde. So kommt es dann auch. Ich werde geschoben und meine Miene hellt sich auf. Ausgleichende Gerechtigkeit  nennt man das wohl. Ich kalkuliere: richtigen Gegenwind werde ich bis nach Hause nicht mehr bekommen.

Kurz vor der nahen Siedlung liegt unter einer Kiefer ein ungewöhnlich großer Zapfen. Ein imposantes Exemplar. Ich halte an und nehme das "Teil" warum auch immer mit. Das Greifen ist wegen meiner "Gletscherhandschuhe" etwas schwierig. Mit dünnen Wollhandschuhe wollte ich mich heute nicht begnügen. Inzwischen ist mir vom Laufen allerdings angenehm warm geworden.

Die letzten dreihundert Meter. Ich lauf unterhalb der ehemaligen Zechenbahntrasse. Schräg oberhalb von meinem Weg aus ein lautes Geräusch, welches ich zunächst nicht zuordenen kann. Ich vermute närrische Jugendliche, die sich zuweilen auf dem Damm herumtreiben. Dann schaue ich doch rauf und entdecke einen Fasan, der sich offensichtlich durch mich äußerst gestört fühlt, wobei auch immer. Er schimpft überaus laut, bis ich endlich weit genug weg bin. Ich bin für heute auch am Ziel, ungeahnt zufrieden.Mit keinem Narr der Welt hätte ich tauschen wollen. 

Sonntag, 6. Januar 2013

Laufen im Kaiserwald




Die Zeit rast unbarmherzig davon. Mein letzter Beitrag vom letzten Advent. Wann war das denn? Die Erinnerungen verblassen. Dabei  verdient jeder Tag festgehalten zu werden. Doch es ist uns nicht vergönnt.

Auch die Reise nach Karlsbad vom 21. bis 27. Dezember am Ende des vergangenen Jahres ist Geschichte. Aber es ist noch nicht alles vergessen. Es war im Kern eine Busrundreise durch Tschechien mit Karlsbad als Ausgangspunkt. Ausflüge nach Pilsen, ins Tepler Hochland mit einer Stipvisite zum Kloster Tepla und nach Marienbad, mit einem Besuch von Prag, einem Ausflug ins Erzgebirge und einige Dinge mehr: die Tage waren damit ausgebucht. Daneben auch noch laufen? Ich war von Anfang an skeptisch, ob sich die Möglichkeit zum Laufen ergeben würde. Schließlich packte meine bessere Hälft meine von mir bereits aussortierten Laufsachen mit einem "Basta" doch noch in den Koffer. Und so musste ich diese Utensilien dann vor Ort auch nutzen.

Das Hotel befindet sich weit außerhalb des Kurbetriebes inmitten des Kaiserwalds. Unterhalb fließt die Tepe vorbei.

(Blick aus dem Hotelzimmer)



Der Kaiserwald ist eine zusammenhängende Waldfläche. Die Orte Karlsbad und Marienbad mögen als geografische Anhaltspunkte dienen. Von Karlsbad an die tschechisch-deutsche sind es etwa 50 Kilometer. Nach Prag benötigt man über Land zwei Busfahrstunden. Und der Kaiserwald grenzt an das Erzgebirge. Es handelt sich um eine Fläche von 800 Quadratkilometern im Mittelgebirge, welches überwiegend mit Fichten, Kiefern und Birken bewachsen ist. Kleinere Teile stehen unter besonderem Naturschutz. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass der Natur einiges abverlangt wurde. Der Dreißigjährige Krieg, Zinnbergbau, Truppenübungsplätze nach dem zweiten Weltkrieg und Holzeinschlag haben bis heute Spuren hinterlassen. Aber immerhin ein großes zusammenhängendes Waldgebiet.

Bei unserer Ankunft am späten Nachmittag des 21. Dezember zeigt die Landschaft ein wildromantisches winterliches Weihnachtsbild. Der Wald hatte ein wunderschön anzuschauendes Schneekleid angelegt.

22. Dezember, Fahrt nach Pilsen. Kein laufen.



Am Morgen des 23. Dezember nutzte ich dann das kleine Zeitfenster vor dem Frühstück zu einem ersten Testlauf. In der Nacht hatte es noch etwas Neuschnee gegeben. Sehr nass und schon wieder auf dem Rückzug. Dazu ein kräftiger Regen. Kein Hund jagt man bei solchem Wetter vor die Tür. Wohin läuft man, wenn man die Gegend nicht kennt und bei der noch herrschenden Finsternis auch nichts sieht? Man schlägt eine willkürliche Richung ein. Von der Straße weiter weg folge ich zunächst noch dem Licht von Laternen am Wegesrand. Ein Gebäude noch und dann ist nichts als Dunkelheit. Der Weg findet gleichwohl noch seine Fortsetzung. Der Schnee lässt es erahnen. Was erwartet mich? Hundegebell, mit jedem Schritt lauter und wilder werdend. Als ob die Dunkelheit nicht schon unheimlich genug wäre. Ich erkenne zwei unterschiedliche Hundestimmen. Sie schlagen an wie wild, so als würden sie mich gleich in Empfang nehmen wollen. Unterhalb des Weges erahne ich ein Gebäude, dann endet auch der breite Weg. Ob es noch weiter geht werde ich nie erfahren. Denn ich nehme meine Beine in die Hände und renne zurück. Das Gebell wird leiser, welch ein Glück. Am Hotel vorbei in die entgegengesetzte Richtung wie zuvor. Es geht in eine Siedlung rein, die immerhin etwas Licht bietet. Schnee, Schneematsch und Pfützen von unten. Von oben kommt der Regen scheinbar aus Kübeln. Ich führe eine Art Kneipkur durch; doch ist Karlsbad eher für berüchtigte Trinkkuren bekannt. Vor mir läuft eine Person - in Begleitung eines Hundes. Dieser hat mich wahrgenommen und schlägt unverzüglich an. Läufer sind hier wohl nicht oft zu Gast. Die Hunde haben jedenfalls ihre eigene Meinung zu dieser zweibeinigen Spezies. Der Hund ist angeleint, doch mir reichts. Kehrt Marsch, zurück zum Hotel. Duschen, Frühstück, Fahrt zum Kloster Tepla und nach Marienbad. Auf  700 m Höhe liegt auf abgelegenem Weg Schnee und es ist glatt. Es gibt einen kleinen Zwischenfall. Der Bus rutsch leicht aus der Spur und muss von einem Bagger befreit werden. Etwas Abenteuer kann es im Winter immer mal geben. Alles geht gut.

 


Heiligabend, der 24. Dezember, am frühen Morgen, wie gehabt. Erstaunlicherweise sind meine Laufschuhe getrocknet. Ich starte einen zweiten Laufversuch. Der Schnee ist von den Straßen abgetaut. Ich entschließe mich die Straße in Richtung Kurzentrum zu laufen. Das dürften etwa 4 Kilometer Wegstrecke sein. Die Straße ist wenig befahren. Sie führt entlang des Flusses Tepe, der infolge der Schneeschmelze deutlich angeschwollen ist und das Wasser mit tosender Begleitmusik talwärts abtransportiert. Zunächst lebe ich noch von der Beleuchtung der Siedlung hinter mir. Doch nach der nächsten Biegung hat die Dunkelheit das letzte Licht verschluckt. Ich erahne nur noch die Fahrbahnmarkierung. Das Geräusch des Flusses wirkt umso lauter. Ich kenne den Weg nicht und mache mir so meine Gedanken. Ich kalkuliere, ob ich jetzt eventuell unterhalb des Grundstücks mit den Hunden vom Vortag laufen müsste. Ich denke zuviel. Obwohl  es ruhig bleibt wird mir nicht wohler. Ich kehre um und laufe erneut wie am Vortag durch die nahe Siedlung, die wie ausgestorben wirkt. Es lässt sich besser laufen als am Vortag. Und so komme ich auf eine Laufdauer von gut 45 Minuten. Immerhin.

Vor dem Hotel treffe ich einen älteren Herrn, einen Mitreisenden. Den kenne ich aus der Zeitung. Es ist Günter Kefenbaum, ein läuferisches Urgestein aus Recklinghausen. Er hat vor über 25 Jahren den Recklinghäuser Silvesterlauf auf demWeg gebracht und ist Mitinitiator des Recklinghäuser Lauftreffs. Auch engagiert er sich im Recklinghäuser Leichtathletik Club. Ein drahtiger 75-jähriger, auch wenn er seine Laufsachen für die eine Woche zu Hause gelassen habe. Aber so habe ich jedenfalls doch die Gelegenheit zu etwas Fachsimpelei, was sehr angenehm ist. 

Duschen, Frühstücken, Fahrt nach Karlsbad ins Kurzentrum mit Reiseleiterin. Heiligabend!



25. Dezember, Fahrt in die goldene Stadt Prag.Noch etwas eher Frühstücken als sonst, noch etwas eher aufstehen als sonst, noch etwas eher Laufen als sonst. Die milden Temperaturen, etwa 4 Grad, halten an. Ich nehme den bewährten Weg vom Vortag. Damit es nicht zu gemütlich wird pfeift mir ein kräftiger Wind um die Ohren. Die Straße ist, wie ich schon erwähnte, wenig befahren. Ich kann herankommende Fahrzeuge rechtzeitig durch deren Lichtkegel sehen und auch hören und verhalte mich entsprechend. Sicherheit zuerst. Es ist mal wieder ausnahmsweise soweit. Von hinten kommt etwas herangerauscht. Ich erkenne vor mir eine düstere Grundstückseinfahrt. Da laufe ich rein. Zwei, drei Schritte, dann erwische ich mit dem linken Fuß ein kleines Fleckchen Schneerest. Keine Chance das Gleichgewicht zu halten. Ich krache unkontrolliert zu Boden. Da verbleibe ich verblüfft ein paar Sekunden. Dann raffe ich mich wieder auf. Das Auto stellte keine Gefahr dar. Doch der Fahrer / die Fahrerin musste meinen Sturz bemerkt haben. Setzt zurück, doch ich kann beruhigend abwinken und meinen Lauf fortsetzen. 

Im Hotel sehe ich, dass ich im wahrsten Sinne des Wortes in den Dreck gefallen bin. Duschen, Frühstücken auf nach Prag. Eine eindrucksvolle Stadt.


 (Die Moldau im Dezemberlicht)


26. Dezember, letzter Tag vor Ort. Fahrt ins Erzgebirge. Zuvor laufen. Es ist eine Kleinigkeit kälter geworden. Stellenweise überfrierende Nässe. Alles geht gut. Später im Erzgebirge. Auch hier erstaunlich wenig Schnee. Die Skipiste in Oberwiesental ist aber in Betrieb.



 Am frühen Nachmittag zurück im Hotel. Noch etwas Zeit. Endlich kann ich einmal in den Wald gehen. Es reicht für einen kleinen Spaziergang und es ist wunderschön. Ich atme die Waldluft ein und kann mich gar nicht satt sehen. Es ist tatsächlich ein richtig schöner Wald und ich bin restlos begeistert. Schade, dass der Eindruck nur so kurz sein konnte.



27. Dezember: Abreise. Aber nicht ohne vorher noch gelaufen zu sein. Frühes Fühstück, früheres Aufstehen, früheres Laufen. Im Aufenthaltsraum läuft der Fernseher: Kontrollbild, pfeifender, schriller Ton.  Das Hotel ist noch abgeschlossen. Doch der Schlüssel steckt in der Tür. Ich bin dann mal weg. Letzter Tag; daran, dass ich beim Laufen ziemlich wenig sehe habe ich mich gewöhnt. Auch das mulmige Gefühl aus den ersten Tagen ist verschwunden. Heute laufe ich bis ins Kurzentrum nach Karlsbad rein. Die imposanten Hotels erscheinen im glänzenden Licht. Doch es ist keine Zeit mehr. Die Rückfahrt duldet keinen Aufschub.

Fazit: interessante Reise und die Erkenntnis, dass man auch bei Dunkelheit laufen kann, ohne dass es langweilig wird.


          

Samstag, 5. Januar 2013

Laufen im Kaiserwald


Anfang der Woche geht es hier weiter mit einem kleinen Bericht über meine Lauferfahrungen in Tschechien.

Sonntag, 16. Dezember 2012

3. Advent

Selbstbeschränkung

Etwas festhalten wollen und dabei es übererfüllen:
das lohnt der Mühe nicht.
Etwas handhaben wollen und dabei es immer scharf halten:
das läßt sich nicht lange bewahren.
Mit Gold und Edelsteinen gefüllten Saal kann niemand beschützen.
Reich und vornehm und dazu hochmütig sein:
das zieht von selbst das Unglück herbei.
Ist das Werk vollbracht, dann sich zurückziehen:
das ist des Himmels Sinn.
Laotse
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Wenn diese Ausführungen je ihre Berechtigung hatten, dann jetzt in der Vorweihnachtszeit. Überfüllte Städte und sogenannte Weihnachtsmärkte. Drängelei und Geschupse auf Bahnhöfen und in den Zügen. Werbeattacken auf allen Kanälen. Wir bekommen den Hals einfach nicht voll. Wollen immer mehr, auch und gerade von uns selbst. Und sind dann erstaunt, dass wir immer unruhiger und unzufriedener werden. Vielleicht hilft da auch ein wenig "Selbstbeschränkung".
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Lauf heute Morgen: 17,4 Km bei 7 Grad, etwas Regen, reichlich Matsch und Pfützen und mäßigen bis kräftigen Wind.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Winterzauber

Pünktlich mit dem Dezember hat der Winter Einzug gehalten. Vor ein paar Tagen zunächst mit ein paar behutsamen Schneeflöckchen. Sie wollten offenbar nur antesten, ob sie schon willkommen sind. Dann die erste dünne Schneedecke. Und heute hat Frau Holle ganze Arbeit geleistet. Als Läufer freue ich mich über die verzauberte Winterwelt.

Freitag, 07.12.12

Lauf am frühen Nachmittag. Erstmals in diesem Winter bedeckt eine nur hauchdünne geschlossene Schneedecke meinen Weg. Temperauren um den Gefrierpunkt. Stellenweise ist es ziemlich glatt. Jeder Schritt fordert ganze Konzentration. Die Streckenverhältnisse lassen den für heute geplanten langen Lauf nicht zu. Doch ich akzeptiere den Verzicht und genieße einen Hauch von Winter und habe zudem ungeahntes Glück. Wie vor ein paar Tagen komme ich einem Bussard fast an gleicher Stelle ziemlich Nahe, bevor er völlig unaufgeregt die von ihm gewünschte Entfernung wieder herstellt. Schon mit dieser Begegnung hat sich der gerade erst begonnene Lauf schon gelohnt, noch bevor ich in das nahe Wäldchen verschwinde. Es ist reichlich matschig, was durch den dünnen Schnee nur unvollkommen kaschiert wird. Plötzlich - vielleicht 15 Schritte vor mir - queren zwei Rehe meinen Weg. Ich spüre Freude, die sich mit einem Lächeln in meinem Gesicht breit macht. Doppeltes und dreifaches Glück. Welch`ein schöner Lauf.

Samstag, 08.12.12.


Lauf am frühen Morgen. Es sind ein paar Flöckchen dazu gekommen. Immer noch Wenig, doch meine Schritte finden etwas mehr Griff. das Laufen ist einfacher als am Vortag. Und Väterchen Frost erlaubt sich mit - 7 Grad einen spürbaren  Besuch. Bei jedem Schritt knirscht der Schnee. Winter, du rauher Gesell...

Montag, 10.12.12.
Winterlauf? Der Schnee ist am Sonntag abgetaut. Viel hat es dazu nicht bedurft. Jetzt ist es aber wieder um die Null Grad und etwas Schneegriesel begleitet mein Lauf am Abend durch die Dunkelheit.

Mittwoch, 12.12.12

 
Reichlich Schnee für unsere Verhältnisse. Seit dem frühen Morgen hat es geschneit. Vielleicht 7 oder 8 Zentimeter sind zusammen gekommen und sorgen für eine stilechte Winterlandschaft. Da gibt es kein Halten mehr. Läufer muss raus...! Zum Schluss gib es ein paar Wolkenlücken, durch die sich die Sonne mit einem Licht- und Farbspektakel sich verabschiedet. Dazu Schnee, soweit das Auge reicht. Schnee: weiß, kalt und manchmal glatt. Oder war es nur die Schwerkraft, die mich zu Boden befördert? Der Sturz verläuft unspektakulär und glimpflich und es gibt Schlimmeres als in den Schnee zu fallen.Meine gute Laune tangiert das nicht. Gut heute draußen gewesen zu sein. Baldiges Tauwetter ist angekündigt.

Samstag, 1. Dezember 2012

Erloschenes Novemberlicht

Mit dem ersten Dezember hat der Winter kalendarisch Einzug gehalten: Temperaturen etwas über null Grad, gelegentlich etwas Regen mit mäßigem Wind. Grau und uselig. Das erste Törchen im Adventskalender (und weitere Leckerchen) sind längst vertilgt. Trotzdem muss Zeit bleiben um mit ein paar Sätzen den vergangenen, aber noch nicht vergessenen November zu würdigen.

November? Ist das nicht der Monat mit dem trüben Antlitz, rauh, grau und dunkel, mit ersten Vorboten des Winters? Der letzte gestrige Novembertag strafte diesen Attributen der Lüge. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein, jedenfalls über weite Strecken des Tages und so auch, als ich am Nachmittag zu meinem letzten Novemberlauf  aufbreche. Als ich vor die Tür trete strömt mir sonnendurchflutetes Licht entgegen. Allerdings ist es mit gerade mal zwei Grad doch schon recht kalt. Meine Laufstrecke begrüsst mich mit spätherbstlichem Glanz. Ich beginne meinen Lauf und habe mir vorgenommen die Distanz eines Halbmarathons in moderatem Trainingstempo zu bewältigen.


Es ist ein wunderbares Laufen. Nachdem ich den Stadtrand verlassen habe wird es ruhig und friedlich. Die Felder, auf denen der Bauer immer noch ewas wächsen lässt, scheinen der Jahreszeit zu trotzen. Die Bäume hingegen haben in den letzten Tagen ihr Laub weitgehend abgeschüttelt. Lange hat es in diesem Jahr gedauert, jedenfalls nach meinem Empfinden und immer gibt es einige Bäume die sich scheinbar von ihrem Kleid nicht trennen können. Aber auch meine beiden Weiden am ersten Bauernhof  haben eingesehen, dass jetzt Zeit ist Abschied zu nehmen. Wie sich doch ihr Aussehen innerhalb eines Monat geändert hat.




Genau ein Monat legt zwischen den beiden Bildern. Jetzt scheint es sich aber doch langsam einzutrüben; so wie die Wettervorhersage es angekündigt hat ziehen die ersten Wolken auf und es wird langsam dämmerig, was aber der Jahreszeit geschuldet ist. Der 31. Oktober war, so zeigt das erste Vergleichsfoto, offensichtlich ein ebenso fantastischer Tag; das Bild ist allerdings am frühen Nachmittag entstanden. Im November vollzieht sich in der Natur der sichtbare Wandel von Herbst zu Winter. Dabei war dieser November überwiegend sanft und mild, ganz im Gegensatz zu seinem Ruf. Ein paar heftige Windstöße und zwei Regenläufe darf ich mein eigen nennen. Es war die Verlängerung von September und Oktober ohne dramatischen Bruch.

Ich bin überwiegend laufend in mich versunken. Dabei wollte ich doch alles noch einmal in mich aufnehmen. So schaue ich jetzt wieder genauer hin und habe großes Glück. Nur etwa 10 Schritte vor mir auf dem Feld ein Bussard. Ohne erkennbare Hast erhebt er sich vor mir; zwei sanfte Flügelschläge reichen und er hat genügend Abstand zwischen uns gebracht. Doch schon bin ich wieder an seinem neuen Landeplatz angelangt. Und dieses Mal fühlt er sich bemüßigt doch etwas mehr Abstand zu dem lästigen Störenfried zu bringen. Was für ein herrlicher Anblick. Solche Begegnungen sind hier selten. Doch in diesem Jahr habe hin und wieder das Glück und gerade meine Beobachtungen im letzten halben Jahr lassen mich vermuten, dass sich Exemplare dieser beeindruckenden Tiere hier in der Nähe angesiedelt haben könnten.

Das Tageslicht macht sich rar. Lange wird es nicht mehr dauern, dann wird es dunkel. Doch noch einmal rafft sich die Sonne auf und durchbricht die aufgezogenen Wolken. Zum letzten Mal in diesem November.

Ich bereite mich innerlich auf die Dunkelheit vor, die mich dann noch etwa eine Stunde begleiten soll. Es ist ein schöner, überaus ruhiger und friedlicher Novemberabend. Ich bin nicht der einzige der laufend unterwegs ist. Zwei einzelne dieser laufenden Spezies begegnen mir. Jeder - und das ist etwas ungewöhnlich - kreuzt zweimal an verschiedenen Stellen meinen Weg.

Inzwischen habe ich die Emscher erreicht. Es ist angenehm, dass sich die Abenddämmerung länger als gedacht hinzieht und ich meinen Weg noch gut im Blick habe. Doch bald schon höre ich die Krähen eher, als dass ich sie sehe. Sie sind ja auch sonst nicht zu überhören. Ich habe den entferntesten Punkt meines Laufes erreicht, ein kleines Stück am Kanal entlang und dann gehts wieder zurück über mir bestens vertraute Feldwege. Der Abend hat Einkehr gehalten, die Dunkelheit hat den Tag verdrängt. Der Weg scheint jetzt noch einsamer, die Luft noch ein wenig kälter. Es geht noch einmal durch kurzes Waldstück und - durch die Bäume hindurch sehe ich schon in einiger Entfernung einen großen beleuchteten Weihnachtsbaum. Den kenne ich schon aus den vergangenen Jahren. Und doch ist es jetzt unvermittelt und überraschend. Erst die alles verschluckende Dunkelheit und jetzt das strahlende Licht in der Einsamkeit. Ich bin angetan, ja begeistert. Es ist eine echte, unverfälschte Stimmung.

Ein Foto hingegen will mir nicht gelingen. Der Akku meines Fotoappartes versagt seinen Dienst. Aber das tut nichts. Es ist jetzt Zeit nach Hause zu laufen. Noch fehlen mir zwei Kilometer für die angestrebte Distanz und ich schlage noch einen kleinen Bogen durch den Dorfkern.Die platschernde alte Wassermühle wird passiert und dann noch an der völlig verdunkelten Sportanlage vorbei. Und dann ist auch mein letzter Novemberlauf des Jahres vorbei.

Keine große Statistik an dieser Stelle. Nur soviel: 14 mal war ich im November Laufen, im Schnitt etwas mehr als 13 Km. Dabei waren vier längere Läufe eben über die Halbmarathondistanz dabei. Mit Überheblichkeit könnte ich sagen, das habe ich jetzt wieder drauf. Mitnichten, ich kenne auch die damit verbundenen Anstrengungen, die gelegentlich neben der Freude auch damit verbunden waren. Indes habe ich damit aber auch eine selbstdefinierte Eintrittskarte gelöst. Viermal im November einen Trainingshalbmarathon, dass war meine Bedingung für die Anmeldung zum nächsten Marathon. Gesagt, getan. Auch angemeldet habe ich mich gestern Abend noch. Doch bis der Lauf am 12. Mai statt findet ist es noch etwas hin. Zunächst erwarten uns die Überraschungen des Winters.