Dienstag, 22. Oktober 2013
Es ist Herbst
Natürlich ist es Herbst. Wer wollte das beim Blick auf den Kalender bestreiten. Auch die ungewöhnlich milden 22. Grad heute Mittag ändern daran nichts. Auch nicht der Marienkäfer, der sich heute Vormittag auf meinem Balkon verirrt hatte. Oder die Schmetterlinge beim Flug durch die sonnendurchflutete Herbstwelt. Mit jedem Schritt draußen vergegenwärtigt sich die Jahreszeit. Ich laufe zunächst auf einem Teppich aus Eicheln. Bei jedem Schritt knackt es unter meinen Schuhsohlen.Fallobst in Massen. Jedenfalls bei den Äpfeln ist es so. Ich hätte bei meinem heutigen Lauf sicher eine Schubkarre voll bekommen. Der spürbare Wind raschelt durch den bunten Blätterwald. Dieser ist in den letzten Tagen deutlich dunkler und bunter geworden. Auch der Blätterteppich am Boden im Wald nimmt langsam Gestalt an, wird mit jedem Tag dichter. Wann wohl die Bäume überwiegend kahl sein werden? Vielleicht in vierzehn Tagen? Das Landschaftsbild ändert sich jetzt von Tag zu Tag. Herbst, eine wundervolle Jahreszeit mit stetem Wandel. Nebel und den ersten zarten Raureif hatten wir schon. Heute, der vermutlich letzte wirklich warme Tag in diesem Jahr. Aber wer weiß das schon? Es wird jetzt wieder kühler werden. Für die nächsten Tage ist Regen vorhergesagt. Und sicher kommen später dann auch die rauhen, grauen und unwirtlichen Novembertage als Vorboten des Winters. Herbst, eine wundervolle Zeit, die einzigartige Läufe beschert, so wie heute.
Ach ja, seit genau drei Monate laufe ich jetzt täglich. Aber das war heute völlig unwichtig, reiner Zufall und während meines gut einstündigen Laufens hatte ich das völlig vergessen. :-)
Mittwoch, 9. Oktober 2013
105 Kilometer durch das Ruhrgebiet
Um es vorweg zunehmen. Ich bin nicht unter die Ultraläufer gegangen. Es gibt ja diese speziellen Läuferinnen und Läufer die es schaffen 105 Kilometer an einem Stück zu laufen. Ich gehöre beileibe nicht dazu. Ich habe vielmehr fünf Läufe für diese Distanz gebraucht, verteilt auf mehrere Monate. Fünf Halbmarathonläufe durch verschiedene Städte des Ruhrgebiets. Es ergibt sich daraus eine gewisse Gesamtsicht, die selbstverständlich lückenhaft bleiben muss. Zur Gesamtschau zum Schluss ein paar Bemerkungen. Zunächst hier aber mein Bericht über den Phönixsee-Halbmarathon in Dortmund, den letzten Abschnitt meiner ganz persönlichen Ruhrgebietsentdeckung.
Wieder
also so ein Wettkampf. Man zahlt für seine gelaufenen Kilometer Geld bei einem Veranstalter und man hat
über die reine Laufzeit hinaus auch noch einen riesigen Zeitaufwand. Und doch sind
allein bei diesem Halbmarathon mehr als 1.600 Läuferinnen und Läufer
am Start. Ich bin einer von den Verrückten, die an diesem fragwürdigem Unterfangen teilhaben wollen. Hinzukommen Staffelläufer und eine große Anzahl an
Schülern. Läuft man gegeneinander oder miteinander? Ich laufe
gegen mich selbst. Oder laufe ich doch für mich oder kommen gar beide Spielarten des Laufens zusammen? Genug der Fragezeichen. Irgendwo muss der Reiz sein, sonst würden solche Veranstaltungen nicht existieren.
Als ich kurz nach sieben Uhr das Haus verlasse ist der Himmel wolkenlos und es ist kalt. 3 Grad, stellenweise der erste zarte Raureif und einige Autoscheiben sind mit einer hauchdünnen Eisschicht bedeckt. Es ist der 3. Oktober, es ist Herbst und das Jahr neigt sich langsam aber sicher seinem Ende entgegen. Nach dreimaligem Umsteigen mit dem feiertagsbedingt ausgedünnten Nahverkehr komme ich schließlich in Dortmund Hörde an. Knapp 10 Minuten zu Fuß und ich habe die Hörder Burg am Phönixsee erreicht.
Auf dem Burgvorplatz herrscht ein emsiges Gewimmel von Läuferinnen und Läufern. Die ersten Schülerläufe sind schon im Gange. Ich treffe meine Vorbereitungen und gebe meine Sachen auf einen der fünf dafür bereitgestellten LKW`s von „KIK“ (Textildiscounter) ab.
Am Start habe ich ein paar Zeitmarken im Kopf. Es ist der zweite Phönixsee-Halbmarathon. Ich bin beim zweiten Mal dabei. Im letzten Jahr war ich mit 2:29:47 Stunden im Ziel. Das war mein bisher langsamster HM überhaupt. Das galt es zu verbessern. Der Lauf in Dortmund war zudem mein fünfter HM in diesem Jahr. Zuletzt gab es am 1. September in Bochum einen deutlichen Aufwärtstrend mit 2:14:31 Stunden. Dann habe ich auch meinen allerersten HM im Dezember 2006 in Erinnerung. Ich bin da 2:19:xx Stunden gelaufen. Mittlerweile ist es für mich keine Selbstverständlichkeit mehr diese Zeit zu unterbieten. Ich bin älter und langsamer geworden.
Als ich kurz nach sieben Uhr das Haus verlasse ist der Himmel wolkenlos und es ist kalt. 3 Grad, stellenweise der erste zarte Raureif und einige Autoscheiben sind mit einer hauchdünnen Eisschicht bedeckt. Es ist der 3. Oktober, es ist Herbst und das Jahr neigt sich langsam aber sicher seinem Ende entgegen. Nach dreimaligem Umsteigen mit dem feiertagsbedingt ausgedünnten Nahverkehr komme ich schließlich in Dortmund Hörde an. Knapp 10 Minuten zu Fuß und ich habe die Hörder Burg am Phönixsee erreicht.
Auf dem Burgvorplatz herrscht ein emsiges Gewimmel von Läuferinnen und Läufern. Die ersten Schülerläufe sind schon im Gange. Ich treffe meine Vorbereitungen und gebe meine Sachen auf einen der fünf dafür bereitgestellten LKW`s von „KIK“ (Textildiscounter) ab.
Am Start habe ich ein paar Zeitmarken im Kopf. Es ist der zweite Phönixsee-Halbmarathon. Ich bin beim zweiten Mal dabei. Im letzten Jahr war ich mit 2:29:47 Stunden im Ziel. Das war mein bisher langsamster HM überhaupt. Das galt es zu verbessern. Der Lauf in Dortmund war zudem mein fünfter HM in diesem Jahr. Zuletzt gab es am 1. September in Bochum einen deutlichen Aufwärtstrend mit 2:14:31 Stunden. Dann habe ich auch meinen allerersten HM im Dezember 2006 in Erinnerung. Ich bin da 2:19:xx Stunden gelaufen. Mittlerweile ist es für mich keine Selbstverständlichkeit mehr diese Zeit zu unterbieten. Ich bin älter und langsamer geworden.
Ein
kurzes Warmlaufen und ich reihe mich ins Starterfeld ein, ganz
hinten. Ich habe festgestellt, dass dies ein guter Platz für mich am Start ist. Ein paar Meter
vor mir noch die Gruppe um den „Pacemaker“ für die Zielzeit 2:30
Stunden. Ich habe gedämpfte Erwartungen und kein ganz gutes Gefühl.
Hoffe aber, dass sich das noch ändert. Mein zunächst begrenztes
Ziel heißt: ordentlich laufen und gut ins Ziel zu kommen.
Es
geht los. Zunächst eine Runde um den Phönixsee herum. Der künstliche Flachwassersee hat eine Länge von 1230 Metern, eine
maximale Breite von 310 Metern und eine Tiefe von über vier Metern.
Der Pacemaker vor mir läuft etwas zu schnell an für seine Zielgruppe. Das könnte für Läufer, die das als ernsthaftes Ziel ansteben kontraproduktiv sein. Nach knapp 700 m lasse ich diese Gruppe hinter mich. Hier am See in Nähe der Burg sind viele Zuschauer an der Strecke, vermutlich überwiegend Begleitung der Läufer. Die Seeumrundung ist schnell geschafft. Schließlich ist man noch am Beginn eines langen Laufes und noch voller Energie. Es geht ins Gelände hinaus in Richtung der Industrieanlagen des ehemaligen Phönix-Stahlwerkes. Der Weg ist gut zu belaufen. Es geht ins Grüne, von „Industrie“ zunächst noch keine Spur. Das Gelände ist hügelig und für „Flachländer“ durchaus anspruchsvoll. Es ist zwar immer noch kühl, aber die Sonne und die Laufanstrengungen lassen mich ordentlich schwitzen. Ich laufe nach meinem Gefühl etwas zu schnell und sogar schneller als vor einem Monat in Bochum. Ich bin sicher, dass ich dafür später noch bezahlen muss. Doch wenn man erstmal läuft und seinen Rhythmus gefunden hat, dann ist kaum noch möglich etwas zu korrigieren.
Der Pacemaker vor mir läuft etwas zu schnell an für seine Zielgruppe. Das könnte für Läufer, die das als ernsthaftes Ziel ansteben kontraproduktiv sein. Nach knapp 700 m lasse ich diese Gruppe hinter mich. Hier am See in Nähe der Burg sind viele Zuschauer an der Strecke, vermutlich überwiegend Begleitung der Läufer. Die Seeumrundung ist schnell geschafft. Schließlich ist man noch am Beginn eines langen Laufes und noch voller Energie. Es geht ins Gelände hinaus in Richtung der Industrieanlagen des ehemaligen Phönix-Stahlwerkes. Der Weg ist gut zu belaufen. Es geht ins Grüne, von „Industrie“ zunächst noch keine Spur. Das Gelände ist hügelig und für „Flachländer“ durchaus anspruchsvoll. Es ist zwar immer noch kühl, aber die Sonne und die Laufanstrengungen lassen mich ordentlich schwitzen. Ich laufe nach meinem Gefühl etwas zu schnell und sogar schneller als vor einem Monat in Bochum. Ich bin sicher, dass ich dafür später noch bezahlen muss. Doch wenn man erstmal läuft und seinen Rhythmus gefunden hat, dann ist kaum noch möglich etwas zu korrigieren.
„Industriekultur“
kommt in Sicht. Relikte aus der Vergangenheit. Durchaus imposante
Bauwerke aus dem Komplex des früheren Stahlwerkes. Da waren einmal
tausende von Menschen beschäftigt. Heute dient es als Hintergrund
für eine Laufveranstaltung.
Dann
geht es Richtung Westfalenpark und nach gut sieben Kilometern kommt
die erste Getränkestation. Auftanken nach schon ordentlichem
Flüssigkeitsverlust. Es ist schön durch den herbstlichen Park zu
laufen. Ich passiere den Florianturm. Der Westfalenpark wurde zur ersten von den drei dortigen Bundesgartenschauen (1959, 1969, 1991) auf dem Gelände einer Mülldeponie eröffnet. Er gehört zu den großen Parkanlagen in Deutschland. Mittelpunkt ist der 220 m hohe Florianturm. Von oben hat man bei guter
Sicht einen schönen Ausblick, z.B. auf den Signal-Iduna-Park,
besser bekannt als Westfalen-Stadion.
Bei Kilometer 10 habe ich einen Schnitt von 6:17 Min./Km. Das sind etwa 5 Sekunden pro Kilometer schneller als zuletzt in Bochum. Ob das gut oder schlecht ist werde ich erst hinterher sagen können. Wenn ich es durchhalte ist es gut, wenn ich einbreche war es nicht so gut. Solange ich unterwegs noch Hochrechnungen anstelle ist aber noch alles in Ordnung. Nach gut 12 Kilometer kommt eine weitere Getränkestation. Ich trinke einen Becher mit einem Isogetränk und einen weiteren Becher mit Wasser. Mein ursprüngliches Tempo kann ich danach nicht mehr ganz halten, was aber nicht an den Getränken liegt.
Bei Kilometer 10 habe ich einen Schnitt von 6:17 Min./Km. Das sind etwa 5 Sekunden pro Kilometer schneller als zuletzt in Bochum. Ob das gut oder schlecht ist werde ich erst hinterher sagen können. Wenn ich es durchhalte ist es gut, wenn ich einbreche war es nicht so gut. Solange ich unterwegs noch Hochrechnungen anstelle ist aber noch alles in Ordnung. Nach gut 12 Kilometer kommt eine weitere Getränkestation. Ich trinke einen Becher mit einem Isogetränk und einen weiteren Becher mit Wasser. Mein ursprüngliches Tempo kann ich danach nicht mehr ganz halten, was aber nicht an den Getränken liegt.
Es
geht raus aus Westfalenpark und kurze Zeit danach in den botanischen Garten "Rombergpark". Dann geht es ein
kurzes unansehnliches Stück durch ein Industriegebiet, welches zum Glück schnell passiert ist. 15
Kilometer sind geschafft. Inzwischen sind auch kleinere Anstiege anstrengend und
mühsam halte ich auch hier den Laufschritt bei. Im BMW-Zentrum reichen
Mitarbeiter der Firma letztmalig Getränke bereit. Für die teuren
Blechkisten habe ich trotzdem keinen Blick über. Und auch die laute Live-Musik einer Band verhallt bald. Schon wieder einer kleiner Anstieg, der alle Kraft fordert.
Nach
Kilometer 16 überhole ich das BVB-Trikot von Robert Lewandowski,
getragen von einer Läuferin. „Komm Robert, auf geht`s“, versuche ich die junge Dame aufzumuntern. „Eigentlich müsste der (wechselwillige
Spieler) zu Fuss zu den Bayern nach München gehen", kommentiere ich
noch und erhalte dafür auch Zustimmung.
„Noch dreieinhalb Kilometer und es geht jetzt nur noch runter,“ gibt
mir ein Ordner als Motivationshilfe mit auf dem Weg. Das mit den
dreieinhalb Kilometer stimmt zumindest. Und statt der „bösen“
Anstiege ist jetzt frischer Wind aufgekommen, der zunächst von vorne
kommt. Meine Beine signalisieren inzwischen Alarmstufe rot. Ich
fühle mich auch sonst stocksteif und bin jetzt nur noch getragen von
dem Wunsch das Ziel zu erreichen und möglichst nicht zuviel Zeit zu verlieren.
Die Runde um den See am Ende des Laufes kommt mir unendlich lang vor. Es ist aber der gleiche Weg wie zu Beginn, nur anders herum. Den Läufern um mich herum geht es wohl auch nicht besser als mir. Ich motiviere mich damit den einen oder anderen „einzusammeln“. Mit dem Hochrechnen der Zielzeit klappt es jetzt aber nicht mehr wirklich. Zahlen schwirren unkkordiniert durch meinen Kopf und ergeben keinen Sinn. Endlich Kilometer 21 und die Zielgerade. Der Versuch ein halbwegs freundliches Gesicht aufzusetzen und so tun, als ob die zurückliegende Strecke ein Spaziergang gewesen sei. Erlösung im Ziel. Zum Glück dauert es nicht lange, bis die erste Erholung eintritt und Freude aufkommt, über einen abwechslungsreichen und insgesamt gelungenen Lauf. Laufen macht Spaß, manchmal allerdings erst nach dem Lauf.
Die offizielle Laufzeit weist mir eine Zeit von 2:14:45 Stunden zu. Ich bin mehr als zufrieden, habe ich meine Vorjahreszeit doch um etwas mehr als 15 Minuten verbessert. Und ich bin auch noch etwa 5 Minuten schneller als bei meinem Halbmarathondebüt vor bald sieben Jahren. Scheinbar habe ich der Zeit ein Schnippchen geschlagen. Doch ich weiß zugut, dass der Schein trügt. Aber immerhin zeigt das regelmäßige Laufen eine gewisse Wirkung.
Von der Strecke her gehört dieser Lauf zu den schöneren und interessanteren der fünf in diesem Jahr von mir gelaufenen Halbmarathons. Der Lauf war wegen der Anstiege sicher auch der anstrengenste. Aber wie habe ich in einer Werbebroschüre für Laufbekleidung gelesen: Wer sich steigern will braucht Anstiege."
Das war also der Abschluss meiner Laufserie durch das Ruhrgebiet.
Begonnen hat es im Februar beim Halbmarathon in Duisburg im Rahmen der Winterlaufserie. Ein schöner Landschaftslauf um eine Seenplatte, einschließlich der bekannten Rader-Regattastrecke.
Im Mai folgte der Vivawest-Halbmarathon durch Gelsenkirchen und Essen. Höhepunkte dort unter anderem das Laufen durch das Gelände der früheren Zeche Zollverein, die zum Weltkulturerbe gehört. Später dann in Gelsenkirchen konnte ich den Nordsternpark durchlaufen. Auch da hat vor Jahren mal eine Bundesgartenschau stattgefunden. "Nordstern", es verwundert nicht, ist auch eine frühere Zeche.
Im Juni dann der Rhein-Ruhr-Halbmarathon mit Anschauungsunterricht in Sachen Wohnsiedlungen im Ruhrgebiet. Nicht immer schön.
Im September dann der Lauf durch Bochum auf einer 5 Kilometer langen Wendestrecke, nicht wirklich spannend. Und jetzt der Abschluss am Phönixsee.
Bei allen fünf Läufen handelt es sich um Einzelveranstaltungen. Für mich ergibt sich in der Addition allerdings auch eine Gesamtsicht des Ruhrgebietes: abwechslungsreich, grüner als man denkt, nicht überall schön aber als Ganzes durchaus liebens- und lebenswert. Übrigens: den typischen Ruhrgebietler gibt es aus meiner Sicht heute nicht mehr. Was da manchmal hineininterpretiert wird, ist häufig klischeedurchsetzt. Von seiner Sozialstruktur ist das Ruhrgebiet ein nicht unproblematischer Schmelztiegel. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und weitere Ausführungen dazu würden den Rahmen sprengen.
Die Runde um den See am Ende des Laufes kommt mir unendlich lang vor. Es ist aber der gleiche Weg wie zu Beginn, nur anders herum. Den Läufern um mich herum geht es wohl auch nicht besser als mir. Ich motiviere mich damit den einen oder anderen „einzusammeln“. Mit dem Hochrechnen der Zielzeit klappt es jetzt aber nicht mehr wirklich. Zahlen schwirren unkkordiniert durch meinen Kopf und ergeben keinen Sinn. Endlich Kilometer 21 und die Zielgerade. Der Versuch ein halbwegs freundliches Gesicht aufzusetzen und so tun, als ob die zurückliegende Strecke ein Spaziergang gewesen sei. Erlösung im Ziel. Zum Glück dauert es nicht lange, bis die erste Erholung eintritt und Freude aufkommt, über einen abwechslungsreichen und insgesamt gelungenen Lauf. Laufen macht Spaß, manchmal allerdings erst nach dem Lauf.
Die offizielle Laufzeit weist mir eine Zeit von 2:14:45 Stunden zu. Ich bin mehr als zufrieden, habe ich meine Vorjahreszeit doch um etwas mehr als 15 Minuten verbessert. Und ich bin auch noch etwa 5 Minuten schneller als bei meinem Halbmarathondebüt vor bald sieben Jahren. Scheinbar habe ich der Zeit ein Schnippchen geschlagen. Doch ich weiß zugut, dass der Schein trügt. Aber immerhin zeigt das regelmäßige Laufen eine gewisse Wirkung.
Von der Strecke her gehört dieser Lauf zu den schöneren und interessanteren der fünf in diesem Jahr von mir gelaufenen Halbmarathons. Der Lauf war wegen der Anstiege sicher auch der anstrengenste. Aber wie habe ich in einer Werbebroschüre für Laufbekleidung gelesen: Wer sich steigern will braucht Anstiege."
Das war also der Abschluss meiner Laufserie durch das Ruhrgebiet.
Begonnen hat es im Februar beim Halbmarathon in Duisburg im Rahmen der Winterlaufserie. Ein schöner Landschaftslauf um eine Seenplatte, einschließlich der bekannten Rader-Regattastrecke.
Im Mai folgte der Vivawest-Halbmarathon durch Gelsenkirchen und Essen. Höhepunkte dort unter anderem das Laufen durch das Gelände der früheren Zeche Zollverein, die zum Weltkulturerbe gehört. Später dann in Gelsenkirchen konnte ich den Nordsternpark durchlaufen. Auch da hat vor Jahren mal eine Bundesgartenschau stattgefunden. "Nordstern", es verwundert nicht, ist auch eine frühere Zeche.
Im Juni dann der Rhein-Ruhr-Halbmarathon mit Anschauungsunterricht in Sachen Wohnsiedlungen im Ruhrgebiet. Nicht immer schön.
Im September dann der Lauf durch Bochum auf einer 5 Kilometer langen Wendestrecke, nicht wirklich spannend. Und jetzt der Abschluss am Phönixsee.
Bei allen fünf Läufen handelt es sich um Einzelveranstaltungen. Für mich ergibt sich in der Addition allerdings auch eine Gesamtsicht des Ruhrgebietes: abwechslungsreich, grüner als man denkt, nicht überall schön aber als Ganzes durchaus liebens- und lebenswert. Übrigens: den typischen Ruhrgebietler gibt es aus meiner Sicht heute nicht mehr. Was da manchmal hineininterpretiert wird, ist häufig klischeedurchsetzt. Von seiner Sozialstruktur ist das Ruhrgebiet ein nicht unproblematischer Schmelztiegel. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung und weitere Ausführungen dazu würden den Rahmen sprengen.
Montag, 30. September 2013
Sanfter Herbst im September
September, wie weggeblasen vom frischen Herbstwind. Je schöner die Zeit, desto vergänglicher scheint sie mir. In den letzten Tagen makellos blauer Himmel. Und sich im Wind wiegende Bäume und Sträucher, die immer noch erstaunlich grün und voll sind. Doch es ist Herbst. Am Wochenende hat es aber die Kastanien erwischt, die kräftiger Herbstwind in den Abgrund stürzen ließ. Auf den Wegen Eicheln ohne Ende und viele Bäume sind immer noch voll davon. Eine „Rekordernte“ davon. Für wen eigentlich? Aber vielleicht Vorboten eines langen und kalten Winters? Prognosen dieser Art gibt es allerdings. Warten wir es ab. Das Fallobst will ich nicht vergessen. Äpfel, Birnen und Pflaumen gibt es reichlich. In den letzten Tagen bei meinen Läufen konnte ich auf freier Strecke Leute bei der wilden Ernte beobachten. Es scheint aber keinen zu stören. So ist es wohl erlaubt. Auch auf den Feldern herrschte Hochbetrieb. Die Maisernte hat eingesetzt. Es wird gepflügt und neu gesäät. Wachstumspausen wie früher scheint es nicht mehr zu geben.
An Wetter hat der September viel Abwechslung gebracht. Es gab Sommertage mit angenehm moderaten Temperaturen. Es gab Starkregen an einem Tag und an einem weiteren Tag Dauerregen. Doch wenn ich in den letzten Tagen durch die Felder gelaufen bin, dann fegte der Wind Staubwehen über den Acker. Heuer sind die Nächte schon sehr frisch geworden. 4 Grad, war die niedrigste Temperatur, bei der ich am frühen Morgen zu einem Lauf gestartet bin.
Gelaufen bin ich auch in diesem Monat, an jedem Tag. Es ist wie eine Kette, die jeden Tag eine neue Perle dazu bekommt. Mal sind sie nur ganz klein. Manchmal sind sie auch größer und haben ein ordentliches Gewicht. Doch was wären die großen Teile, wenn dazwischen die kleinste fehlen würde?
Meine Aufzeichnungen in diesem Monat sind sehr lückenhaft; das ein oder andere ist gleichwohl im Gedächtnis hängen geblieben.
So. 01.09.2013
21,1 Km, Laufen am Bermudadreieck (Halbmarathon Bochum)
Ideales Laufwetter, bei maximal 15 Grad und kaum Wind. Das Bermudadreieck ist nichts anderes als ein Bereich in der Bochumer Innenstadt mit etwa 60 Gastronomiebetrieben. Es ist eine Strecke mit Wendepunkt nach etwa 5 Kilometer. Eine eher unspektakuläre Strecke. Das Auffälligste: eine von einem Bauzaun abgesperrte Kirche. Aus dem Kirchturm sprießen schon einige Bäumchen.
Ansonsten besteht die größte Abwechslung in einem ständigen auf und ab. Aber nur moderate Anstiege, also nicht wirklich schwierig. Auf den Gefällstrecken kann ich etwas Tempo aufnehmen. Ich habe einen „Lauf“. Meine Zielzeiten korrigiere ich ständig nach unten. Im Ziel bin ich dann mit 2:14:30 Stunden. So „schnell“ war ich in den letzten zwei Jahren nicht mehr. Ich habe einen guten Wettlauf mit mir selbst durchgeführt und bin sehr zufrieden.
Mo. 02.09.13
2 Km Erholungslauf
Di. 03.09.2013
2 Km Erholungslauf
Mi. 04.09.2013
3 Km Kreishauslauf
Es ist eine Veranstaltung unserer Betriebssportgruppe. Es geht in Zweier-Staffeln insgesamt zehnmal ums Kreishaus. Mit meinem Laufpartner starte ich in der Gruppe der Läufer ab 120 Jahren. Mein Kollege hat einen Herzschrittmacher und ich habe vom Halbmarathon am Sonntag noch zwei linke Beine. Den Spaß beeinträchtigt das nicht. Wir kommen auch ins Ziel, sind nicht einmal die Langsamsten und verzögern daher auch nicht das anschließende gemeinsame Grillen.
Do. 05.09.2013
5 Km, mit über 30 Grad wird es mein heißester Lauf in diesem Jahr; im Juli und August bin ich der größten Hitze durch Morgenläufe aus dem Weg gegangen. Doch 5 Km sind nicht soviel, als dass es ein Problem wäre.
Fr. 06.09.2013
5 Km
Sa. 07.09.2013
3,16 Km
So. 08.09.2013
16,53 Km, ein Lauf bei Starkregen. Ich warte am frühen Morgen zunächst noch das abklingende Gewitter ab. Es hat sich auf 15 Grad abgekühlt und es schüttet wie aus Kübeln. An einigen Stellen gibt es auch von unten reichlich Wasser. Immerhin knöcheltief. Ich komme ein Stück der Emscher entlang. Gab es da nicht vor einigen Tagen die Presseberichte über den niedrigen Wasserstand und die damit verbundenen Geruchsbelästigungen? Jetzt gibt es eine breite Flut, die einiges von der Uferböschung mitgerissen hat. Ein erlebnisreicher Lauf. Außer mir gibt es aber zumindest einen weiteren Verrückten, der laufend unterwegs ist. Wir laufen uns mit einem Grinsen
entgegen.
Mo. 09.09.2013
6,41 Km
Di. 10.09.2013
2,22 Km
Mi. 11.09.2013
7 Km
Do. 12.09.2013
3 Km
Fr. 13.09.2013
3,2 Km
Sa. 14.09.2013
24 Km – Dauerregen
Etwa 50 Kanadagänse haben sich im Feld niedergelassen.
So. 15.09.2013
4 Km
Mo. 16.09.2013
3,73 Km
Di. 17.09.2013
2,2 Km
Mi. 18.09.2013
2,2 Km
Ich laufe kurz vor 5 Uhr eine kleine Runde um meine Müdigkeit und meine Kopfschmerzen loszuwerden
Der Nachmittag gestaltet sich wie folgt:
4,32 Km Ein- und Auslaufen auf der Aschenbahn auf dem Sportplatz vor meiner Haustür.
3.000 m Rennen; der Lauf verzögert sich um einige Minuten, weil ein Gewitterregen niedergeht. Ich brauche 16:54 Minuten (5:38 Min./Km) und werde in meiner Altersklasse Zweiter von allerdings nur zwei Teilnehmern. Hinterher wird schon wieder gegrillt.
Do. 19.09.2013
2,18 Km
Ich merke, dass ich am Vortag schneller gelaufen bin als üblich.
Fr. 20.09.2013
10 Km
Sa. 21.09.2013
3,74 Km
So. 22.09.2013,
4,4 Km
Erkältungsbeschwerden; der geplante lange Lauf entfällt.
Mo. 23.09.2013
8 Km
Di. 24.09.2013
2,41 Km
Mi. 25.09.2013, 18 Km
IEs ist warm, etwas über 20 Grad. Und doch neigt sich dieser September langsam seinem Ende entgegen. Auf den Feldern ist Hochbetrieb. Es wird gepflügt, Wiesen werden abgemäht. Eigentlich habe ich heute gar nicht die Beine für einen 18 Km-Lauf. Doch ich bin entschlossen dazu und lasse keine Ausflüchte zu. Im Naturschutgebiet Becklemer Busch sind Bäume gefällt. Etwa 10 zehn müssen es sein. Auch dieses kleine Stückchen „Naturschutzgebiet“ ist eben nicht naturbelassen. Der schweißtreibende Lauf verläuft ruhig und unspektakulär. Erst die letzten 500 Meter haben es in sich. Erst drei pöbelnde Jugendliche auf der Bank. Ich führe es auf Unreife zurück und bleibe äußerlich gelassen. Dann mehrere bierselige Männer, die den Weg versperren. Das ist weder absicbtlich noch provozierend gemeint. Sie sind einfach nicht mehr Herr ihrer Bewegungen. Ich versuche drum herum zukommen. Erst links dann rechts. Doch die Bewegungen eines Mannes sind unkoordiniert, Ich kann nicht mehr rechtzeitig auszuweichen und „ecke“ an. Ein ganz kurzes Wortgefecht im Weiterlaufen. Beim nächsten Mal wissen die Bescheid, dass ich alles umrenne was im Weg steht . Mit meiner Gelassenheit ist es für eine kurze Zeit vorbei. Doch der Unmut ist aber schnell verflogen. Schließlich habe ich die vorgesehenen 18 Km und einen insgesamt schönen Lauf durchführen dürfen.
Do. 26.09.2013
2 Km
Fr. 27.09. 2013
9,64 Km - Ein wunderschöner Herbsttag
Sa. 28.09.2013
6,7 Km – mit Sonnenaufgang bei frischen 4 Grad!
So. 29.09.2013
6,7 Km am späten Nachmittag bei wolkenlosem Himmel, wie an den letzten Tagen; jetzt ist aber kräftiger dazu gekommen; es fühlt sich herbstlich an.
Mo. 30.09.2013
2,2 Km – Damit erreiche ich für diesen Monat 200 Laufkilometer.
Freitag, 6. September 2013
August
Mein Monatsrückblick August steht noch aus. Das kommt mir fast schon unwirtlich vor, nachdem der Folgemonat September bereits einen Weg von einigen Tagen zurückgelegt hat. Sei`s drum.
Im ersten Drittel zeigte sich der August noch hochsommerlich mit großer Hitze am Tage. Mein Laufen tangierte das nicht, ich konnte auf den frühen Morgen ausweichen, genoss die Kühle des anbrechenden Tages und durfte häufig ein farbenfrohes Spiel der aufgehenden Sonne erfreuen. Es folgten dann bis zum Monatsende moderates Sommerwetter. Gut so, denn statt Morgens zu laufen musste ich zur Arbeit. Das Laufen wurde, mit Ausnahmen, auf den späten Nachmittag oder frühen Abend verlegt. Auch in diesem Monat gab es für mich keinen einzigen Regenlauf. Hin und wieder erwischte ich ein paar vereinzelteRegentropfen. Mehr nicht. Es gab zwischendurch ab schon mal einen kräftigen Schauer. Allerdings fanden diese stets außerhalb meines Laufen statt. August, ein Monat des Hochsommers. Die Natur zeigt aber schon längst Ansätze von herbstlichen Zügen. Je nach Standort verfärben sich schon die Blätter. Die Eichen sind voll von ihren Früchten. Die Bäume haben schwer zu tragen. Bei den Kastanien ist es recht unterschiedlich. Manche Bäume sind voll, bei anderen ist es eher durchschnittlich. Wer Apfel- oder Birnbäume sein eigen nennen darf, der darf sich freuen. Die Felder sind abgeerntet; nur der Mais steht noch.
Im ersten Drittel zeigte sich der August noch hochsommerlich mit großer Hitze am Tage. Mein Laufen tangierte das nicht, ich konnte auf den frühen Morgen ausweichen, genoss die Kühle des anbrechenden Tages und durfte häufig ein farbenfrohes Spiel der aufgehenden Sonne erfreuen. Es folgten dann bis zum Monatsende moderates Sommerwetter. Gut so, denn statt Morgens zu laufen musste ich zur Arbeit. Das Laufen wurde, mit Ausnahmen, auf den späten Nachmittag oder frühen Abend verlegt. Auch in diesem Monat gab es für mich keinen einzigen Regenlauf. Hin und wieder erwischte ich ein paar vereinzelteRegentropfen. Mehr nicht. Es gab zwischendurch ab schon mal einen kräftigen Schauer. Allerdings fanden diese stets außerhalb meines Laufen statt. August, ein Monat des Hochsommers. Die Natur zeigt aber schon längst Ansätze von herbstlichen Zügen. Je nach Standort verfärben sich schon die Blätter. Die Eichen sind voll von ihren Früchten. Die Bäume haben schwer zu tragen. Bei den Kastanien ist es recht unterschiedlich. Manche Bäume sind voll, bei anderen ist es eher durchschnittlich. Wer Apfel- oder Birnbäume sein eigen nennen darf, der darf sich freuen. Die Felder sind abgeerntet; nur der Mais steht noch.
Was das Laufen angeht: so langsam
erreiche ich die Ausdauer vor meinem Krankenhausaufenthalt zurück;
das hat länger gedauert als erwartet. Bewusst habe ich häufig kurze
Läufe eingebaut, um nicht zu übertreiben.
Do. 01.08. 8,32 Km
einer dieser typischen Morgenläufe, die mich vor der großen Hitze am Tage bewahren; Start noch vor Sonnenaufgang bei angenehmen 17 Grad; 2 Rehe beobachtet;
einer dieser typischen Morgenläufe, die mich vor der großen Hitze am Tage bewahren; Start noch vor Sonnenaufgang bei angenehmen 17 Grad; 2 Rehe beobachtet;
Fr. 02.08. 5 km
(Tempolauf)
Sa. 03.08. 11,31
Km
sechs Rehe auf einem Schlag; später noch zwei weitere; dazu jede Menge Hasen. Ein echter Glückstag.
So. 04.08. 1,66 Km
Mo. 05.08. 1,65 Km
Di. 06.08. 3,72 Km
Mi. 07.08. 20 Km
Mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub; vorher drehe ich aber noch eine „letzte Runde“ über 20 Km und trete dann ganz entspannt meinen Dienst an; zweimal Rehbeobachtungen; bestimmt ein halbes Dutzend Hasen gesichtet; das ist viel für diese Gegend
Do. 08.08. 2 Km
Fr. 09.08. 7,5 Km
bewusst ein flottes Tempo eingeschlagen
Sa. 10.08. 4,53.
So. 11.08. 1,79 Km
Mo. 12.08. 7 Km
(flott gelaufen, Rehkontakt)
Di. 13.08.1,78 Km
sechs Rehe auf einem Schlag; später noch zwei weitere; dazu jede Menge Hasen. Ein echter Glückstag.
So. 04.08. 1,66 Km
Mo. 05.08. 1,65 Km
Di. 06.08. 3,72 Km
Mi. 07.08. 20 Km
Mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub; vorher drehe ich aber noch eine „letzte Runde“ über 20 Km und trete dann ganz entspannt meinen Dienst an; zweimal Rehbeobachtungen; bestimmt ein halbes Dutzend Hasen gesichtet; das ist viel für diese Gegend
Do. 08.08. 2 Km
Fr. 09.08. 7,5 Km
bewusst ein flottes Tempo eingeschlagen
Sa. 10.08. 4,53.
So. 11.08. 1,79 Km
Mo. 12.08. 7 Km
(flott gelaufen, Rehkontakt)
Di. 13.08.1,78 Km
Mi. 14.08. 2,4 Km
Do. 15.08. 4,43 Km
Fr. 16..08. 2 Km
Sa. 17.08. 21,11 Km
zweimal Rehe beobachtet; jede Menge Krähen, Fasan aufgescheucht, sehe ich im Moment nicht sehr oft, da sie gute Möglichkeiten haben sich zu verstecken
So.
18.08 2 Km
Mo. 19.08. 7,07 Km
Di. 20.08. 2,41 Km
Mi. 21.08. 9,31 Km
Mo. 19.08. 7,07 Km
Di. 20.08. 2,41 Km
Mi. 21.08. 9,31 Km
Tempolauf
Do. 22.08. 2,01 Km
Fr. 23.08. 9 Km
Do. 22.08. 2,01 Km
Fr. 23.08. 9 Km
Start
um 5:20 Uhr, um nicht allzu spät zur Arbeit zu kommen
2 Rehe, 1 Katze die mir auf dem
Wirtschaftsweg durch die Felder entgegen kommt und eine tote Maus. Es
ist wohl nicht aus der Luft gegriffen, dass ich Katze und Maus
miteinander in Verbindung bringe. Es es gibt keine wirklichen Anhaltspunkte, zumal die Entfernung zwischen Katze und Maus relativ groß war.
Sa.
24.08. 3,31 Km
So. 25.08. 18 Km
große
Ansammlung an Krähen auf den Feldern; aber auch die Tauben lassen
sich nicht lumpen, später auch noch vier Wildgänse. Als ich fast
schon zu Hause bin, scheuche ich einen Fischreiher auf;
später ein weiteren Fischreiher in einem Tümpel, der sich von
mir aber nicht irritieren lässt
Mo.
26.08.2,4 Km
Di.
27.08. 3,15 Km
Mi.
28.08. 11,51 Km
(darin
Intervalltraining, 3 mal 2000m)
Do.
29.08. 2 Km
Fr.
30.08. 2 Km
Sa.
31.08. 2 Km
Da für Sonntag ein Halbmarathon geplant war, musste ich meine Kräfte durch kurze Läufe schonen.
August
2013 : 182 Km
Jahreskilometer 2013 : 1.418 Km
Jahreskilometer 2013 : 1.418 Km
Mittwoch, 31. Juli 2013
Prima Klima
Besuch aus Afrika: heißer Wind aus der Sahara. Deutschland stöhnt. Temperaturen um die 30 Grad. Der Hitzerekord von über 40 Grad wird nicht erreicht oder gar übertroffen. Die Boulevardpresse stöhnt. Eine Schlagzeile weniger. Nach ein paar Tagen ist der Spuk dann auch schon vorbei. Der heiße Wind hat sich verkrümelt. Heute Morgen musste ich mich mit lausigen 17 Grad vergnügen.
Spaß beiseite. So heiße Temperaturen können durchaus schlauchen. Ich habe Glück. Da ich Urlaub habe kann ich mich gut auf solche Verhältnisse einstellen. Die Aktivitäten werden zeitlich angepasst. An den heißen Tagen bin ich am frühen Morgen gelaufen. Das lässt sich aushalten. Spaßeshalber bin ich auch mal rausgegangen, als die Temperaturen ihren Höchststand erreicht hatten. Nicht rennend, einfach nur mal so ganz bewusst die Hitze spüren. So also fühlt sich das in Afrika an oder jedenfalls so ähnlich. Wahrscheinlich ist es dort doch noch deutlicher heißer. Wir sind nach ein paar Tagen wieder erlöst. Das ist der Unterschied. Zudem haben wir auch sonst alle Vorteile bei uns: ausreichend und sauberes fließendes Wasser, ausreichend Getränke, einen Kühlschrank zum Unterbringen von Speisen. So lässt sich Hitze doch gut aushalten..
Bei richtigem Sommerwetter haben die Meteorologen Hochkonjunktur. Sie müssen erklären woher die Hitze kommt. Hat das was mit Klimawandel zu tun? Langfristig gibt es wohl mehr extreme Wettersituationen. Man muss zwischen „Wetter“ und „Klima“ unterscheiden. Klimaveränderungen zeigen sich erst langfristig. Eine Dekade ist da ein relativ kurzer Zeitraum. Experten streiten sich über das Thema. Es ist vielleicht auch interessant, wer die Experten jeweils bezahlt. So lassen sich manche Unterschiede dann entsprechend interpretieren.
So gesehen bietet der Sommer hin und wieder interessanten Gesprächsstoff. Doch der Sommer neigt sich schon seinem Ende entgegen. Die Tage sind schon sichtbar kürzer geworden. In den kommenden Wochen hat die Sonne immer weniger Zeit um die Temperaturen klettern zu lassen. Heute Morgen um fünf Uhr war es bei dicker Bewölkung fast noch dunkel.
Hatte ich nicht schon am 14 Juli meinen läuferischen Monatsrückblick geschrieben? In der Tat war meine Erwartung, dass mit dem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt und einer entsprechenden Erholungsphase danach mit dem Laufen für diesen Monat Schluss ist. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, wie schon Wilhelm Busch zu berichten wusste. So habe ich dann gleich nach meiner Entlassung wieder mit dem Laufen angefangen, kurz und langsam zwar, denn ein paar Tage im Bett zehren doch an den Kräften.
Hier also der kleine Rückblick auf den Juli, Teil 2.
Mo.22.07. 1,78 Km
Di. 23.07. 2,51 Km
Mi. 24.07. 3,87 Km
Do. 25.07.
1. Lauf: 8,05 Km
2. Lauf: 6 Km
Fr. 26.07. 8,05 Km
Sa. 27.07. 3,68 Km
So. 28.07. 14 Km
Mückenschwärme und Gewitterfliegen als Motivationshilfe
Mo.29.07. 3,48 Km
Di. 30.07. 5 Km
Mi. 31.07. 17 Km
zweimal Rehkontakt mit jeweils je zwei Tieren; beim zweiten mal hatten die Rehe mehr Zeit und Geduld als ich. Sie hatten mich bemerkt, behielten mich im Auge, ließen sich aber nicht stören. Einen Feldhasen der sich im tiefen Gras versteckte. Zahlreiche Kaninchen und noch vielmehr Nacktschnecken auf dem Weg. Unschöner Höhepunkt. Sperrmüll einschließlich Fernseher auf abgelegenem Weg in den Feldern. Den Sperrmülldienst von zu Hause aus anzurufen wäre der geringere Aufwand gewesen. Oder selbst die Sammelstelle für den Müll selbst anzufahren wäre wohl leichter gewesen als diese idiotische Entsorgung.
Zu den Bildern: Ausblicke vom Prosper-Hospital auf Recklinghausen; ansonsten was der Juli so hergibt.
Dienstag, 23. Juli 2013
Das wichtigste im Leben!?
Das
erste Frühstück nach 106 Stunden Volldiät, dass heißt für diese
Zeit: kein Essen und kein Trinken, Versorgung nur über den Tropf.
Dann endlich! Ein Pott Kaffee, ein Brötchen mit Käse und Schinken,
eine Scheibe Weißbrot mit etwas Marmelade und ein Ei. So einfach
kann der Himmel auf Erden sein. Ich lasse mir Zeit, sehr viel Zeit.
Will den Geschmack aufsaugen, jeden Krümel spüren. Es sind
großartige Augenblicke, die ich über viele Stunden herbeigesehnt
habe.
Die
vor einigen Tagen an mich gerichtete Frage wird wieder präsent:
„Gibt es denn im Leben nichts Wichtigeres als Laufen?“ Diese
Frage musste ich mir gefallen lassen, nachdem ich von der
Notwendigkeit der OP erfahren hatte und mir als Erstes die
zugegebener Maßen nicht sehr intelligente Bemerkung raus gerutscht
ist, dass ich dann ja gar nicht laufen kann.
Selbstverständlich
ist das Laufen nicht das Wichtigste. So hatte ich es auch nie
verstanden. Laufen tut mir gut, es macht den Kopf frei, hält mich
fit und ist gesundheitsfördernd. Die Bewegung in der Natur
entspannt, ist manchmal sogar spannend und in aller Regel genieße
ich das Laufen. Laufen ist Leben. Aber das Leben besteht nicht nur
aus Laufen.
Ich
habe im Krankenhaus zu der Thematik einen bemerkenswerten Artikel im
„Stern“ (Nr. 30 vom 18.07.2013) gelesen. Unter der Überschrift
“Was dem Herzen gut tut“ wird von einem ambitionierten
60-jährigen Freizeitsportler berichtet.Sehr fit und sehr gut
trainiert wollte er an einem Ironman teilnehmen: 3,8 Kilometer
Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch einen Marathon
laufen. Zwei Tage vor dem sportlichen Großereignis liegt er mit
Herzproblemen im Krankenhaus. Die Ursachensuche gestaltet sich
kompliziert und komplex. Anspruchsvolle berufliche Tätigkeit mit
häufig mehr als zehn Arbeitsstunden am Tag. Dann ambitionierter
Leistungssport mit enormer zeitlicher Beanspruchung. Sport nicht als
Ausgleich, sondern mit sehr anspruchsvoller Zielsetzung und einem
knallharten Trainingsplan. Preußische Disziplin im Beruf und im
Privatleben. Irgendwann kapituliert das System.
Nicht
dass ich mich in dieser Geschichte wieder finden würde. Aber die
Kernfrage stellt sich auch nach meinem kleinen Krankenhausaufenthalt
dann auch. Was ist das Wesentliche und welchen Weg schlägt man für
sich ein. Die Frage lässt sich nur individuell beantworten und ich
habe nicht vor dazu etwas zum Besten zugeben. Aber vielleicht soviel:
Offene oder „geheime“ Zielvorgaben können Motivation sein. Aber:
je größer die Erwartungshaltung, desto problematischer wird es,
wenn etwas dazwischen kommt. Hätte ich mir beispielsweise
vorgenommen ein Jahr lang täglich zu laufen, dann wäre ich bereits
nach einem halben Jahr zum zweiten Mal gescheitert. So aber konnte
ich nach jeder dieser beiden kurzen Unterbrechungen wieder neu
anfangen, ohne die „Bürde einer Niederlage“ mit herumtragen zu
müssen. So fängt es jetzt einfach von vorne an. Nichts ist „kaputt“
gegangen. Entsprechend verhält es sich mit dem Thema „Marathon“.
Immer noch würde ich gerne einen solchen laufen. Aber die
biologische Uhr tickt unerbittlich und scheinbar auch immer
schneller. So ist mein Plan einfach nur immer wieder Mal einen
längeren Lauf einzubauen und dann zu sehen, wohin das führt. Mein
längster Lauf in diesem Jahr liegt bei fast knapp 26 Kilometer und
ich habe mich sehr darüber gefreut, als ich das geschafft habe. Es
gab für diesen Lauf nicht einmal eine entsprechende Vorgabe.
Durch
meine kleine Krankenhausgeschichte bringe ich den Dingen die mir
möglich sind und die mir gelingen eine größere Wertschätzung
entgegen. Jeder Lauf den ich machen kann hat seinen ganz speziellen
Wert. Höchstleistungen sind mir weder möglich noch sind sie
erforderlich.
Die
gesteigerte Wertschätzung betrifft selbstverständlich nicht nur das
Laufen. Essen und Trinken, ich habe es erfahren, sind etwas
unvergleichbar Kostbares. Und so hat die Unterbrechung meines
Täglichlaufen ungemein wichtige Dinge ins rechte Licht gerückt.
Was
das Laufen angeht, es findet bereits seit Montag seine Fortsetzung.
So einfach ist das.
Sonntag, 14. Juli 2013
Wenn der Wind sich dreht
Dieses ist ein sehr
lustloser und missmutiger Rückblick. Mit dem heutigen Tage beende
ich eine Phase des Täglichaufens, die ich am 26. Januar gestartet
habe, die nach 131 Tagen für ein Tag unterbrochen werden musste.
Nun, nach 38 weiteren Lauftagen ist richtig Schluss. Dieses Mal mindestens
für zwei Wochen. Schade, derzeit macht das Laufen Spaß und Sinn und
gerade heute hatte ich einen
sehr schönen Lauf.
Es gibt Dinge, die muss man als unabänderlich akzeptieren.
Mo.01.07. 3,22 Km
Di. 02.07. 3,22 Km
Mi. 03.07. 3,22
Do. 04.07.6,69 Km
Fr. 05.07. 6,78 Km
Sa. 06.07. 3,7 Km
So. 07.07. 20 Km
Rehbeobachtung, ein paar Feldhasen; Gegen nde meines Laufes treffe ich einen alten Bekannten mit dem Fahrrad, der als ehrenamtlicher Natur-und Landschaftsbeobachter tätig ist.
Mo.08.07. 3,22 Km
Di. 09.07. 3,22 Km
Mi. 10.07. 6,66 Km
flüchtiger Rehkontakt, insgesamt sechs Feldhasen, schöner Sonnenaufgang
Do. 1107. 12 Km
Zwei Rehe, noch mehr Feldhasen als am Vortag
Fr. 12.07. 4 Km
Sa. 13.07. 6,69 Km
So. 14.07. 20 Km
Mein erster Sichtkontakt mit drei Wildschweinen, wenn auch aus gehöriger Entfernung. Ein Fußgänger mit besserem Standort bestätigte mir später meine Beobachtung! Es war keine sehr intensive Beobachtung. Es ging sehr schnell und die Tiere waren doch ziemlich weit weg. Aber allein die Tatsache als solche ist bemerkenswert. Beobachtungen von Hasen, Fischreiher und einer ungewöhnlich großen Ansammlung von Krähen traten da fast schon in den Hintergrund. Auch der Ballon am Himmel, mit dem ich mir circa 30 Minuten bei fast Windstille ein „Wettrennen“ bot, war interessante Begleitmusik.
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