Mittwoch, 23. November 2011

Glück

Da werden Bücher zum Thema „Glück“ geschrieben und Seminare abgehalten. Ob das Leser und Seminarbesucher glücklich macht? Oder aber vielleicht doch eher die Autoren und Referenten? Macht vielleicht Laufen glücklich? Ich würde da nicht soweit gehen, sondern eher von einem Beitrag zur persönlichen Zufriedenheit sprechen.

Was „Glück“ ist, weiß ich aber seit heute Morgen. Um 4:45 Uhr stand ich nämlich vor der Haustür, in kurzer Laufkleidung, bei 3 °C. Die Haustür war gerade zugefallen, als mir auffiel, dass ich den Haustürschlüssel nicht in der Hand hielt. Sch…ade!

Jetzt war guter Rat teuer. Irgendwann würde jemand raus kommen. Von einem Nachbarn weiß ich, dass er kurz vor 6 Uhr das Haus verlässt, normalerweise. Und auch die Zeitungsbotin kommt kurz vor 6 Uhr, normalerweise. Ich musste ja nicht stehen bleiben und laufen wollte ich ja ohnehin zunächst einmal. Trotzdem ein unschönes Gefühl. Ich lief also los. Nach ein paar Schritten drehte ich mich intuitiv noch einmal um. Der Bewegungsmelder war angesprungen. Die Umrisse einer Person. Ich stürmte zurück. Die Zeitungsbotin war gerade dabei das Haus zu betreten. Sie schaute mich entgeistert an. Ich verzichtete aber auf irgendwelche Erläuterungen. Nur ein dankbare „Guten Morgen“ entfiel mir. Dann schnell in die 2. Etage. Der Schlüssel steckte von außen in der Wohnungstür.

Es wurde ein sehr schöner Lauf bei Nacht und Nebel. Das Hochgefühl hatte sich schon vor dem Laufen eingestellt: Heute ist ein Glückstag! Jedenfalls bis hierher.

Dienstag, 22. November 2011

Blumensaat-Lauf und die ersten Nikoläuse


Einen Blumensaat-Lauf im November? Wenn man den Namen des Laufes vollständig nennt, dann wird es eher verständlich, worum es geht, nämlich um den August-Blumensaat-Gedächtnislauf. Bei August-Blumensaat handelt es sich um einen regional verdienten Läufer.

Es war der 21. Durchgang einer somit schon mit Tradition behafteten Laufveranstaltung des TUSEM Essen, an der ich am vergangenen Samstag teilgenommen habe. Zur Auswahl standen ein 10 Km-Lauf und der Halbmarathon. Ich entschied mich für den Halbmarathon. Angekündigt war ein schneller Lauf. Was mich bewogen hat da kurzfristig und spontan teilzunehmen? Ich wollte mich noch einmal fordern, nachdem ich doch in den letzten Monaten den Eindruck hatte, dass ich bei meinen Trainingsläufen deutlich langsamer geworden bin.

Also auf nach Essen zum Baldeneysee. Die Örtlichkeit an sich ist schon ein Anreiz. Kenne ich doch den Marathon rund um den Baldeneysee als einen sehr schönen Landschaftslauf. Das Wetter zeigte sich keineswegs novemberlich. Strahlend blauer Himmel und satte 13 Grad. Die Veranstalter haben viel Erfahrung mit Laufveranstaltungen und das merkt man in jeder Hinsicht sehr positiv. Alles ist übersichtlich und gut ausgeschildert; die Nachmeldung verläuft zügig und reibungslos. Es ist ein Vorteil, dass eine große Sporthalle zur Verfügung steht. Seine Sachen kann man kostenlos zur Aufbewahrung abgeben. Die Halle bietet genug Raum, um sich vor dem Lauf noch etwas im Innenraum aufzuhalten, was allerdings bei den ungewöhnlich milden Temperaturen nicht ganz so dringlich war.

Da es ja ein schneller Lauf sein sollte, stelle ich mich brav ganz hinten an; schließlich will man ja nicht überrannt werden. Und so machen sich etwa 450 Läuferinnen und Läufer am Samstag kurz nach 14 Uhr auf den Weg. Da ich seit dem Münster-Marathon am 11. September an keiner Laufveranstaltung mehr teilgenommen habe, ist meine Vorstellung von dem was ich laufen kann ziemlich ungenau. Bestzeit ist außer Reichweite, soviel ist klar. Und so renne ich einfach mal los. Im hinteren Teil finden sich drei "Nikoläuse", zwei Läufer und eine Läuferin, mit rotem Mantel samt Kapuze. Lange Hosen tragen sie auch. Wer „fein“ sein will, der muss halt leiden. Glocken waren wohl auch in der Kleidung integriert, denn es bimmelte unaufhörlich. So war ich dann auch nicht traurig, dass die Nikoläuse schneller waren als ich und bald aus meinem Blickfeld verschwanden. Der hintere Teil des Feldes hatte sich schnell auseinander gezogen. Ich lief fast für mich alleine. Es ist halt kein üblicher Volkslauf der „Blumensaat-Lauf“. Mitte November zieht es offensichtlich nur noch die echten Cracks nach draußen, trotz der frühlingshaften Temperaturen.

Es ist wirklich wunderschön am Baldeneysee zu laufen. Das Wasser glitzert in der Sonne. Dazu die spätherbstlichen Farben des Waldes und der Duft von heruntergefallenem Laub. Es war einfach nur herrlich. Doch war ich ja überwiegend angereist, um einen flotten Lauf zu absolvieren. Und so begrenzte dann doch die Stoppuhr das Vergnügen. Die beiden ersten Kilometer lief ich so um die 6 Minuten, die persönliche Bestzeit immerhin in Blickweite. Doch ich merkte schnell, dass das schief gehen würde. Also doch etwas langsamer. Probieren geht über studieren.

Der Blumensaatlauf ist ein Wendepunktlauf. Der Wendepunkt musste beim Halbmarathon zweimal umlaufen werden. Wendepunktläufe finde ich normalerweise öde; nicht aber hier am Baldeneysee. Die schnellen Leute kommen einem bald entgegen und das ist dann auch interessant. Ich war sozusagen auch laufender Zuschauer. Der führende Läufer hatte schon beim ersten Sichtkontakt einen riesigen Vorsprung zum weit auseinander gerissenen Verfolgerfeld. Wenn er das durchhalten könnte, dann war das Rennen sozusagen schon gelaufen, jedenfalls was den ersten Platz angeht. Gut, dass mich das nicht tangierte. Ich laufe ja allenfalls gegen die Uhr. Trotzdem beobachte ich das Feld, ob nicht irgendwann ein bekanntes Gesicht auftauchen würde. Und richtig, da erkannte ich den „schnellen Kilometerfresser Roland“ aus Gladbeck. Spaßeshalber rief ich ihm zu, dass er „Gas geben“ soll. Am Ende war er gut 40 Minuten vor mir im Ziel.

Die zweite Wendemarke am Start bedeute „Halbzeit“. Nur einige Minuten nach meinem Umrunden der Wechselmarke kommt der Führungsläufer. In der Ergebnisliste lese ich später nach, dass dieser eine Zeit von 1:07 Stunden benötigt hat. Unglaublich! Es dauert eine gefühlte Ewigkeit bis der zweite Läufer folgt. Ich hingegen bin noch mehrere Ewigkeiten unterwegs. Ich kann allerdings das von mir gewählte Tempo einigermaßen halten. Nachdem ich den Wendepunkt am Ende der Strecke ein zweites Mal erreicht habe, was dreiviertel der Gesamtdistanz entspricht, tauchen bald vor mir die drei „Nikoläuse“ wieder auf. Am Verpflegungspunkt habe ich sie dann eingeholt. Die Kapuzen haben sie abgenommen. War wohl doch etwas warm.

Es ist ein bekanntes Phänomen, dass einem die zweite Hälfte bei einem Halbmarathon irgendwie länger vor kommt als die erste Hälfte. Der Kräfteverschleiß macht sich bemerkbar. Zum Glück sind jetzt wieder einige Läufer um mich herum. Das motiviert einem dazu nicht nachzulassen. Ich versuche meine Endzeit abzuschätzen. Irgendwo bei 2:13 Stunden müsste ich eintrudeln. Die letzten beiden Kilometer wollen nicht aufhören. Den See und den Wald nehme ich jetzt nicht mehr so intensiv wahr, wie am Anfang. Aber dann kommt doch der Zieldurchlauf. Für den Fotografen zwacke ich mir für den Bruchteil einer Sekunde ein kleines Grinsen ab. Gleich darauf hechle ich wieder nach Luft. 2:11:57 Stunden sagt die offizielle Zeiterfassung. Ich bin zufrieden. Mehr ging nicht und dann ist es so auch in Ordnung.
Es war ein schöner und interessanter Lauf, bei einer Organisation, die nichts zu wünschen übrig ließ. Ich werde mir die Veranstaltung fürs nächste Jahr mal vormerken!

Freitag, 11. November 2011

Heute ist morgen schon gestern!

Das Leben des Menschen

Das Leben ist
Ein Laub, das grünt und falbt geschwind.
Ein Staub, den leicht vertreibt der Wind.
Ein Schnee, der in dem Nu vergehet.
Ein See, der niemals stille stehet.
Die Blum, so nach der Blüt verfällt.
Der Ruhm, auf kurze Zeit gestellt.
Ein Gras, das leichtlich wird verdrucket.
Ein Glas, das leichter wird zerstucket.
Ein Traum, der mit dem Schlaf aufhört.
Ein Schaum, den Flut und Wind verzehrt.
Ein Heu, das kurze Zeite bleibet.
Die Spreu, so mancher Wind vertreibet.
Ein Kauf, den man am End bereut.
Ein Lauf, der schnaufend schnell erfreut.
Ein Wasserstrom, der pfeilt geschwind.
Die Wasserblas, die bald zerrinnt.
Ein Schatten, der uns macht schabab.
Die Matten, die gräbt unser Grab.

(Georg Philipp Harsdörffer, 1607-1658)

Mittwoch, 9. November 2011

Eine Meile

Eine Meile mindestens müsse ein Streakrunner täglich laufen, damit die Serie erhalten bleibt, habe ich gelesen. Nun kann man es mit solchen Regeln halten wie ein Dachdecker. Eine Meile ist ja nicht viel. Aber im Notfall? Von einem solchen Notfall musste ich heute ausgehen, hatte ich doch nach meinem gestrigen Lauf einen Wadenkrampf bekommen. Das Gehen heute war schon eine Tortour. An Rennen war eher nicht zu denken. Eine Meile aber wenigstens, irgendwie. So habe ich mich dann am frühen Abend doch noch aufgerafft. Die Wade vorher mit einem Kirschkernkissen "bearbeitet", vorsichtige Beweglichkeitsübungen ausprobiert und dann eben raus. Was soll ich sagen, irgendwie hat es funktioniert. Fühlte sich etwas komisch an, steif und dumpf. Nach einer Zeit verschwanden die Schmerzen und es wurde immer besser. Aus der besagten Meile sind dann immerhin vier geworden; das sind immerhin 16 Stadionrunden.

Bevor man es nicht ernsthaft versucht hat, soll man also nicht vermuten, dass es unmöglich ist.

Auch wenn Eigenlob bekanntlichermaßen stinkt, jetzt fühle ich mich richtig gut.

Dienstag, 1. November 2011

Der Morgen nach Halloween




Geister, Hexen und Dämonen der vergangenen Nacht sind fast verschwunden. Jedenfalls weitestgehend. Lediglich vor der Diskothek Moondock grölen noch ein paar Kinder.

Seit 6.00 Uhr bin ich mich auf dem Weg. Es soll von meinem Stadtteil Suderwich im Osten der Stadt Recklinghausen erneut zur Halde Hoheward im Süden der Stadt gehen. Erneut? Genau! Denn bereits am Sonntag war das mein Ziel, welches ich auch erreicht habe. Die Halde mag ich, weil sie am Rande des Stadtteils liegt, in dem ich aufgewachsen bin, in Hochlarmark. Ich mag sie wegen der Aussicht auf die südlichen Stadtteile von Recklinghausen, auf die gesamte Stadt, auf Städte des Kreises Recklinghausen und darüber hinaus bei guter Sicht auf weite Teile des Ruhrgebietes. Die Hertener, auf deren Gebiet die Halde überwiegend liegt, mögen es mir nachsehen. Es ist emotional meine Halde. Inzwischen zieht das "Landschaftsbau Hoheward" viele Besucher auch außerhalb der angrenzenden Stadtteile an. Dazu mögen die "Erschließungsmaßnahmen" des Regionalverbandes Ruhr" maßgeblich beigetragen haben: das Anlegen von befestigten Wegen, Aussichtsplattformen, Obelisk, Horizontalobservatorium (gesperrtwegen Risse in der Konstruktion). Die abwechsungsreiche Bepflanzung ist absolut gelungen und sehr sehenswert. Ich mochte die Halde allerdings auch schon vorher. Die Begehung war da ein kleines Abenteuer und wohl auch nicht ganz erlaubt (hat sich keiner dran gehalten).

Auf diese Halde bin ich am Sonntag hochgelaufen und am heutigen 1. November erneut. Von meiner Wohnung gibt es eine Reihe von Routen durch die Stadt die zum Ziel führen. Die Darstellung hierzu soll aber nicht das Thema an dieser Stelle sein. Das Hochrennen ist für ungeübten sicher anstrengend. Es sind durchgehend 100 Höhenmeter zu überwinden. Das ist durchaus sehr reizvoll und viele Läufer nutzen das Gelände. Im Jahr 2009 habe ich hier zur Vorbereitung auf zwei Laufveranstaltungen im Siebengebirge gezielt trainiert und bin mehrmals hintereinander hoch und wieder runter gelaufen. Heuer ist das kein Thema.

Am Sonntag habe ich mich nach längerer Zeit mal wieder auf die "Hohlarmarker Alpen" begeben. Es war ungewohnt und daher etwas mühselig. Aber es war auch wunderschön. Schon am frühen Morgen leuchtete das Laub der Bäume und Sträucher in vielen Farben. Der Sonnenaufgang blieb zwar zunächst verborgen. Aber die Stille und das Licht sorgten für eine friedliche Morgenstimmung. Ich war nicht der einzigste an diesem Morgen: zwei Fotografen, ein paar Nordic Walker und ein weiterer Läufer kreuzten meinen Weg. Immerhin war es Sonntag und eben noch sehr früh.Genau so wie heute Morgen.

Eine Zeitungsmeldung am Samstag hatte mich elekrisiert, schockiert und fassungslos gemacht. Die Überschrift lautete: "Per Bus auf die Halde." Der RVR, so stand es geschrieben, investiert in den Landschafspark Hoheward. In dieser Woche hat der RVR begonnen eine neue, etwa zwei Kilometer lange Asphaltspur für die Busumfahrung der Halde anzulegen. "Klein- und Reisebusse können vom Zukunftsstandort Ewald (Herten) bis zur Sonnenuhr mit dem Obelisken und dem Horizont-Observatorium fahren. Die zu bauende Auffahrt der Halde ist 800 Meter lang und 6,50 breit, so dass dieses Stück zweispurig befahrbar ist. Dort schließt ein einspuriger Rundweg um die Hauptattraktionen des Landschaftsparks an. Der 1800 Meter lange Ringschluss ist 3,20 Meter breit und nur in eine Richtung befahrbar. Ein Teil davon, etwa 800 Meter, ist bereits in den Vorjahren asphaltiert worden. Die Kosten belaufen sich auf 830.000 Euro. EU und Land werden das Projekt im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe (ÖPEL) zu 80 Prozent fördern. Weitere 20 Prozent sind Eigenmittel des RVR." Soweit der Bericht auf der Regionalseite der Recklinghäuser Zeitung.

Um mal die geografischen Verhältnisse zu beschreiben: Vom Fuß der Halde bis auf`s Dach sind etwa 100 Höhenmeter zu bewältigen. Dafür stehen gut begehbare Wege und auch Treppen zur Verfügung. Der kürzeste Weg außerhalb der Treppen bemisst etwa 1.200 Meter. Um den Tourismus zu fördern wird Fläche versiegelt - und das aus einem Ökologieprogramm. Welch`ein Hohn. Dafür werden 830.00 Euro verpulvert. Die EU, das Land NRW und der RVR haben immer noch zuviel Geld. Nur für wirklich wichtige Dinge nicht. Hätten die Verantwortlichen das Geld mal für die Instandsetzung der Dorstener Strasse genutzt. Dort fahren zwar schon Busse; doch sie klappern und wanken angesichs katastrophaler Straßenverhältnisse. Der Saalbau an der Dorstener Strasse konnte aus Kostengründen nicht rechtzeitig instand gesetzt werden und steht vor dem Abriss.

Der Reiz der Halde liegt in der Begehbarkeit. Immer wieder mal stehen bleiben, sich umdrehen, den Ausblick genießen, die Botanik bestaunen oder die Vögel am Himmel beobachten. Hinauffahren ist absolut keine Alternative. Es ist einfach nur dösig. Ein weiterer Gesichtspunkt kommt dazu. Bewegung ist gesund. Sitzen im Bus hingegen ist für nen A...!

Zu ändern ist ja nichts mehr. Ein Teilstück ist ja bereits realisiert. Der RVR arbeitet halt im Verborgenen.

Die Gedanken und der Ärger über dieses überflüssige Vorgaben schwirrt durch meinen Kopf, als ich über die Halde laufe. Womöglich ist die Buszufahrt ja nur der Anfang. Vielleicht kommt ja noch eine Sommerrodelbahn und eine Seilbahn dazu. So würde aus dem Landschaftspark dann endgültig ein Rummelplatz. Aber wen interessiert das schon?

Montag, 31. Oktober 2011

Goldener Oktober



Was für ein grandioser Monat war der Oktober. Aber habe ich das nicht auch schon vom September behauptet? Hier ein kurzer Überblick:

Mo. 31.10.2011 - 4 Km - Lauf vor dem "Aufstehen" bei vollständiger Dunkelheit, woran auch der Sternenhimmel nichts ändern kann
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So. 30.10.2011 - 19,5 Km - spannender Lauf auf das Vordach der Stadt Recklinghausen; Etappe im Rahmen meiner läuferischen Vermessung der Stadt (gesonderter Bericht folgt)
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Sa. 29.10.2011 - 4,2 Km - Morgenröte, die aufgehende Sonne wird aber schnell von dichten Wolken verdeckt; die Herbsfarben bieten ein stimmungsvolles Bild; ich mache einen Abstecher zu meinen Schafen, die erst davon stieben, dann aber neugierig in angemessener Entfernung stehen bleiben. Wir begaffen uns gegenseitig; ein groteskes Bild, welches zu meinem ersten (lautlosen) Lacher des Tages führt.
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Fr. 28.10.2011 - 9,0 Km - grandioser, sonnendurchfluteter Herbstlauf bei sagenhaften 16 °C; ich erweitere ein weiteres Mal meine kleine Dorfrunde, die ursprünglich mal 3,1 Km betragen hat
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Do. 27.10.2011 - 8,2 Km
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Mi. 26.10.2011 - 2,3 Km
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Di. 25.10.2011 - 10,0 Km (Tempotraining)
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Mo. 24.10.2011 - 4,5 Km - Neugieriger Hund ("der tut nichts") stoppt meinen Lauf; der Halter entschuldigt sich. Ich halte den Hund auch im Nachhinein für harmlos; der wollte wirklich nur spielen - ich wollte allerdings lieber laufen.
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So. 23.10.2011 - 11,0 Km - (Vermessung der Stadt)

- 6,3 Km - (Vermessung der Stadt, neue Strecke durch ein kleines
Naturschutzgebiet; entdecke grasende Ziegen)
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Sa. 22.10.2011 - 2,5 Km
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Fr. 21.10.2011 - 15,2 Km (Vermessung der Stadt; gleichwohl führt der Lauf eher
durchs Dorf)
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Do. 20.10.2011 - 9,1 Km
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Mi. 19.10.2011 - 2,5 Km
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Di. 18.10.2011 - 10,4 Km - (Tempotraining)
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Mo. 17.10.2011 - 2,3 Km - (Vermessung der Stadt, 6. Etappe)
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So. 16.10.2011 - 14,5 Km -(Vermessung der Stadt, 4. Etappe, u.a. um den Wallring, aber natürlich am frühen Morgen, fast ohne Autoverkehr)

- 13,4 Km - (Vermessung der Stadt, 5. Etappe, durch die Felder
bis nach Oer Erkenschwick)
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Sa. 15.10.2011 - 8,0 Km - (Vermessung der Stadt, 3. Etappe; ich nehme die neue
Innenbebauung in Suderwich in Augenschein)
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Fr. 14.10.2011 - 10,2 Km (Tempotraining)
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Do. 13.10.2011 - 7,2 Km
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Mi. 12.10.2011 - 4,3 Km
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Di. 11.10.2011 - 8,0 Km - (Regenlauf)
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Mo. 10.10.2011 - 12,8 Km - (Vermessung der Stadt, 2. Etappe führt durch meinen
eigenen Stadtteil)
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So. 09.10.2011 - 11,2 Km - Nebel und erster Bodenfrost;
ich beginne mein Laufprojekt "Die läuferische
Vermessung der Stadt Recklinghausen"
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Sa. 08.10.2011 - 2,1 Km
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Fr. 07.10.2011 - 20,7 Km - ich komme in die Nachbarstädte Oer Erkenschwick und Datteln; sicherheitshalber erkundige ich mich zwischdurch, ob ich noch die richtige Richtung eingeschlagen habe
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Do. 06.10.2011 - 2,0 Km
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Mi. 05.10.2011 - 8,8 Km - (Tempotraining)
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Di. 04.10.2011 - 2 Km
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Mo. 03.10.2011 - 17,5 Km - Sightseeing-Lauf zum Schiffshebewerk nach Waltrop
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So. 02.10.2011 - 8,5 Km - (Tempotraining)
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Sa. 01.10.2011 - 5,1 Km - (200. Täglichlauf im Rahmen meines Täglichlaufens)

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2.529 Jahreskilometer, davon 274 Km im Oktober
230 Tage Laufen in Serie

Sonntag, 23. Oktober 2011

222 Tage Täglichlaufen



Das Täglichlaufen hat sich weitgehend ritualisiert. Die Frage des "ob" stellt sich derzeit nicht. Auch, wenn ich keinen exakten Ablauf und keine festen Zeiten habe ist es klar, dass ich irgendwann am Tage die Laufschuhe schnüre und loslaufe. Wenn alle Stricke reißen notfalls auch noch um 23.30 Uhr, was bisher zum Glück noch nicht der Fall war. Von der mentalen Seite war das Experiment des Täglichlaufens in den vergangenen Monaten unproblematisch. Physisch komme ich hingegen häufiger an meine Grenzen.

Sind 222 gelaufene Tage etwas Besonderes? Der heutige erste Lauf am Sonntag war jedenfalls ein Erlebnis schon allein durch die kalte und klare Luft. Warum ich diese 222 Tage als Serie hervorhebe? Der Blick in die Zukunft ist uns aus Gutem Grund versperrt. Macht eine Zielvorgabe, wie lange ich das noch betreiben werde Sinn? Natürlich gibt es Wunschvorstellungen. Nach meinen Erfahrungen stellen diese auch eine Art Antrieb für unser Tun dar.

Solange ich jeden Tag laufe, stelle ich jeden Tag sozusagen eine neue persönliche Bestmarke auf. Mit jedem Tag kommt eine Kleinigkeit hinzu. Und der persönliche Gewinn beschränkt sich keinesfalls auf ein paar zusätzlich gelaufene Kilometer.

Die Summierung von Lauftagen mag man am Ende für mehr oder weniger beeindruckend halten. Das "Lauferlebnis" jeden Tag neu zu erfahren ist mir wohl bedeutender. Sich selbst zu erfahren, wie es einem geht, wie sich manchmal die persönliche Verfassung und Gemütslage nur nach einigen Minuten des Laufens verändern kann, gehört mit zu den bemerkenswertesten Erfahrungen. Diese Überlegungen sind eine momentane Bestandsaufnahme, die sich schnell ändern kann.

Es gibt keinen "Laufzwang" der sich aus dem Täglichlaufen konstruieren ließe. So habe ich gerade bei herrlichem Oktoberwetter ein zweiten Lauf genießen dürfen. Die Statistik des Täglichlaufens hat sich dadurch nicht verändert. Es war nichts als Spaß an der Freud`.

Zu den beiden Bildern: wo immer man in diesem Monat hinschaut, es leuchtet. Bei dem oberen Bild ist es "Eigenstrom" (kostenlos); bei dem unteren Bild hat die Stadt Recklinghausen etwas nachgeholfen.