Montag, 30. September 2013

Sanfter Herbst im September




September, wie weggeblasen vom frischen Herbstwind. Je schöner die Zeit, desto vergänglicher scheint sie mir. In den letzten Tagen makellos blauer Himmel. Und sich im Wind wiegende Bäume und Sträucher, die immer noch erstaunlich grün und voll sind. Doch es ist Herbst. Am Wochenende hat es aber die Kastanien erwischt, die kräftiger Herbstwind in den Abgrund stürzen ließ. Auf den Wegen Eicheln ohne Ende und viele Bäume sind immer noch voll davon. Eine „Rekordernte“ davon. Für wen eigentlich? Aber vielleicht Vorboten eines langen und kalten Winters? Prognosen dieser Art gibt es allerdings. Warten wir es ab. Das Fallobst will ich nicht vergessen. Äpfel, Birnen und Pflaumen gibt es reichlich. In den letzten Tagen bei meinen Läufen konnte ich auf freier Strecke Leute bei der wilden Ernte beobachten. Es scheint aber keinen zu stören. So ist es wohl erlaubt.  Auch auf den Feldern herrschte  Hochbetrieb. Die Maisernte hat eingesetzt. Es wird gepflügt und neu gesäät. Wachstumspausen wie früher scheint es nicht mehr zu geben.

An Wetter hat der September viel Abwechslung gebracht. Es gab Sommertage mit angenehm moderaten Temperaturen. Es gab Starkregen an einem Tag und an einem weiteren Tag Dauerregen. Doch wenn ich in den letzten Tagen durch die Felder gelaufen bin, dann fegte der Wind Staubwehen über den Acker. Heuer sind die Nächte schon sehr frisch geworden. 4 Grad, war die niedrigste Temperatur, bei der ich am frühen Morgen zu einem Lauf gestartet bin.

Gelaufen bin ich auch in diesem Monat, an jedem Tag. Es ist wie eine Kette, die jeden Tag eine neue Perle dazu bekommt.  Mal sind sie nur ganz klein. Manchmal sind sie auch größer und haben ein ordentliches Gewicht. Doch was wären die großen Teile, wenn dazwischen die kleinste fehlen würde?

Meine Aufzeichnungen in diesem Monat sind sehr lückenhaft; das ein oder andere ist gleichwohl im Gedächtnis hängen geblieben.


So. 01.09.2013
   
21,1 Km, Laufen am Bermudadreieck (Halbmarathon Bochum)
Ideales Laufwetter, bei maximal 15 Grad und kaum Wind. Das Bermudadreieck ist nichts anderes als ein Bereich in der Bochumer Innenstadt mit etwa 60 Gastronomiebetrieben. Es ist eine  Strecke mit Wendepunkt nach etwa 5 Kilometer. Eine eher unspektakuläre Strecke. Das Auffälligste: eine von einem Bauzaun abgesperrte Kirche. Aus dem Kirchturm sprießen schon einige Bäumchen. 


Ansonsten besteht die größte Abwechslung in einem ständigen auf und ab. Aber nur moderate Anstiege, also nicht wirklich schwierig. Auf den Gefällstrecken kann ich etwas Tempo aufnehmen. Ich habe einen „Lauf“. Meine Zielzeiten korrigiere ich ständig nach unten. Im Ziel bin ich dann mit 2:14:30 Stunden. So „schnell“ war ich in den letzten zwei Jahren nicht mehr.  Ich habe einen guten Wettlauf mit mir selbst durchgeführt und bin sehr zufrieden.

Mo. 02.09.13
2 Km Erholungslauf

Di. 03.09.2013
2 Km Erholungslauf

Mi. 04.09.2013
3 Km Kreishauslauf
Es ist eine Veranstaltung unserer Betriebssportgruppe. Es geht in Zweier-Staffeln insgesamt zehnmal ums Kreishaus. Mit meinem Laufpartner starte ich in der Gruppe der Läufer ab 120 Jahren. Mein Kollege hat einen Herzschrittmacher und ich habe vom Halbmarathon am Sonntag noch zwei linke Beine. Den Spaß beeinträchtigt das nicht. Wir kommen auch ins Ziel, sind nicht einmal die Langsamsten und verzögern daher auch nicht das anschließende gemeinsame Grillen.

Do. 05.09.2013
5 Km, mit über 30 Grad wird es mein heißester Lauf in diesem Jahr; im Juli und August bin ich der größten Hitze durch Morgenläufe aus dem Weg gegangen. Doch 5 Km sind nicht soviel, als dass es ein Problem wäre. 

Fr. 06.09.2013
5 Km

Sa. 07.09.2013
3,16 Km

So. 08.09.2013
16,53 Km, ein Lauf bei Starkregen. Ich warte am frühen Morgen zunächst noch das abklingende Gewitter ab. Es hat sich auf 15 Grad abgekühlt und es schüttet wie aus Kübeln. An einigen Stellen gibt es auch von unten reichlich Wasser. Immerhin knöcheltief. Ich komme ein Stück der Emscher entlang. Gab es da nicht vor einigen Tagen die Presseberichte über den niedrigen Wasserstand und die damit verbundenen Geruchsbelästigungen? Jetzt gibt es eine breite Flut, die einiges von der Uferböschung mitgerissen hat. Ein erlebnisreicher Lauf. Außer mir gibt es aber zumindest einen weiteren Verrückten, der laufend unterwegs ist. Wir laufen uns mit einem Grinsen
entgegen.


Mo. 09.09.2013
6,41 Km

Di. 10.09.2013
2,22 Km

Mi. 11.09.2013
7 Km

Do. 12.09.2013
3 Km

Fr. 13.09.2013
3,2 Km

Sa. 14.09.2013
24 Km – Dauerregen
Etwa 50 Kanadagänse haben sich im Feld niedergelassen.

So. 15.09.2013
4 Km

Mo. 16.09.2013
3,73 Km


Di. 17.09.2013
2,2 Km

Mi. 18.09.2013
2,2 Km
Ich laufe kurz vor 5 Uhr eine kleine Runde um meine Müdigkeit und meine Kopfschmerzen loszuwerden
Der  Nachmittag gestaltet sich wie folgt:
4,32 Km Ein- und Auslaufen auf der Aschenbahn auf dem Sportplatz vor meiner Haustür.
3.000 m Rennen; der Lauf verzögert sich um einige Minuten, weil ein Gewitterregen niedergeht. Ich brauche 16:54 Minuten (5:38 Min./Km) und werde in meiner Altersklasse Zweiter von allerdings nur zwei Teilnehmern. Hinterher wird schon wieder gegrillt.

Do. 19.09.2013
2,18 Km
Ich merke, dass ich am Vortag schneller gelaufen bin als üblich.


Fr. 20.09.2013
10 Km

Sa. 21.09.2013
3,74 Km

So. 22.09.2013,
4,4 Km
Erkältungsbeschwerden; der geplante lange Lauf entfällt.

Mo. 23.09.2013
8 Km

Di. 24.09.2013 
2,41 Km

Mi. 25.09.2013, 18 Km
IEs ist warm, etwas über 20 Grad. Und doch neigt sich dieser September langsam seinem Ende entgegen. Auf den Feldern ist Hochbetrieb. Es wird gepflügt, Wiesen werden abgemäht. Eigentlich habe ich heute gar nicht die Beine für einen 18 Km-Lauf. Doch ich bin entschlossen dazu und lasse keine Ausflüchte zu. Im Naturschutgebiet Becklemer Busch sind Bäume gefällt. Etwa 10 zehn müssen es sein. Auch dieses kleine Stückchen „Naturschutzgebiet“ ist eben nicht naturbelassen. Der schweißtreibende Lauf verläuft ruhig und unspektakulär. Erst die letzten 500 Meter haben es in sich. Erst drei pöbelnde Jugendliche auf der Bank. Ich führe es auf Unreife zurück und bleibe äußerlich gelassen. Dann mehrere bierselige Männer, die den Weg versperren. Das ist weder absicbtlich noch provozierend gemeint. Sie sind einfach nicht mehr Herr ihrer Bewegungen. Ich versuche drum herum zukommen. Erst links dann rechts. Doch die Bewegungen eines Mannes sind unkoordiniert,  Ich kann nicht mehr rechtzeitig auszuweichen und „ecke“ an. Ein ganz kurzes Wortgefecht im Weiterlaufen. Beim nächsten Mal wissen die Bescheid, dass ich alles umrenne was im Weg steht . Mit meiner Gelassenheit ist es für eine kurze Zeit vorbei. Doch der Unmut ist aber schnell verflogen. Schließlich habe ich die vorgesehenen 18 Km und einen insgesamt schönen Lauf durchführen dürfen.


Do. 26.09.2013
2 Km

Fr. 27.09. 2013
9,64 Km - Ein wunderschöner Herbsttag 

Sa. 28.09.2013
6,7 Km – mit Sonnenaufgang bei frischen 4 Grad!

So. 29.09.2013
6,7 Km am späten Nachmittag bei wolkenlosem Himmel, wie an den letzten Tagen; jetzt ist aber kräftiger  dazu gekommen; es fühlt sich herbstlich an.

Mo. 30.09.2013




2,2 Km – Damit erreiche ich für diesen Monat 200 Laufkilometer.

Freitag, 6. September 2013

August









Mein Monatsrückblick August steht noch aus. Das kommt mir fast schon unwirtlich vor, nachdem der Folgemonat September bereits einen Weg von einigen Tagen zurückgelegt hat. Sei`s drum.
Im ersten Drittel zeigte sich der August noch hochsommerlich mit großer Hitze am Tage. Mein Laufen tangierte das nicht, ich konnte auf den frühen Morgen ausweichen, genoss die Kühle des anbrechenden Tages und durfte häufig ein farbenfrohes Spiel der aufgehenden Sonne erfreuen. Es folgten dann bis zum Monatsende moderates Sommerwetter. Gut so, denn statt Morgens zu laufen musste ich zur Arbeit. Das Laufen wurde, mit Ausnahmen, auf den späten Nachmittag oder frühen Abend verlegt. Auch in diesem Monat gab es für mich keinen einzigen Regenlauf. Hin und wieder erwischte ich ein paar vereinzelteRegentropfen. Mehr nicht. Es gab zwischendurch ab schon mal einen kräftigen Schauer. Allerdings fanden diese stets außerhalb meines Laufen statt. August, ein Monat des Hochsommers. Die Natur zeigt  aber schon längst Ansätze von herbstlichen Zügen. Je nach Standort verfärben sich schon die Blätter. Die Eichen sind voll von ihren Früchten. Die Bäume haben schwer zu tragen. Bei den Kastanien ist es recht unterschiedlich. Manche Bäume sind voll, bei anderen ist es eher durchschnittlich. Wer Apfel- oder Birnbäume sein eigen nennen darf, der darf sich freuen. Die Felder sind abgeerntet; nur der Mais steht noch.
Was das Laufen angeht: so langsam erreiche ich die Ausdauer vor meinem Krankenhausaufenthalt zurück; das hat länger gedauert als erwartet. Bewusst habe ich häufig kurze Läufe eingebaut, um nicht zu übertreiben.

Do. 01.08. 8,32 Km
einer dieser typischen Morgenläufe, die mich vor der großen Hitze am Tage bewahren; Start noch vor Sonnenaufgang bei angenehmen 17 Grad; 2 Rehe beobachtet;

Fr. 02.08. 5 km
(Tempolauf)

Sa. 03.08. 11,31 Km
sechs Rehe auf einem Schlag; später noch zwei weitere; dazu jede Menge Hasen. Ein echter Glückstag.


So. 04.08. 1,66 Km

Mo. 05.08. 1,65 Km


Di. 06.08. 3,72 Km

Mi. 07.08. 20 Km
Mein erster Arbeitstag nach dem Urlaub; vorher drehe ich aber noch eine „letzte Runde“ über 20 Km und trete dann ganz entspannt meinen Dienst an; zweimal Rehbeobachtungen; bestimmt ein halbes Dutzend Hasen gesichtet; das ist viel für diese Gegend


Do. 08.08. 2 Km

Fr. 09.08. 7,5 Km

bewusst ein flottes Tempo eingeschlagen

Sa. 10.08. 4,53.

So. 11.08. 1,79 Km

Mo. 12.08. 7 Km

(flott gelaufen, Rehkontakt)

Di. 13.08.1,78 Km

Mi. 14.08. 2,4 Km

Do. 15.08. 4,43 Km

Fr. 16..08. 2 Km

Sa. 17.08. 21,11 Km
zweimal Rehe beobachtet; jede Menge Krähen, Fasan aufgescheucht, sehe ich im Moment nicht sehr oft, da sie gute Möglichkeiten haben sich zu verstecken

So. 18.08 2 Km

Mo. 19.08. 7,07 Km

Di. 20.08. 2,41 Km

Mi. 21.08. 9,31 Km
Tempolauf

Do. 22.08. 2,01 Km

Fr. 23.08. 9 Km
Start um 5:20 Uhr, um nicht allzu spät zur Arbeit zu kommen
2 Rehe, 1 Katze die mir auf dem Wirtschaftsweg durch die Felder entgegen kommt und eine tote Maus. Es ist wohl nicht aus der Luft gegriffen, dass ich Katze und Maus miteinander in Verbindung bringe. Es es gibt keine wirklichen Anhaltspunkte, zumal die Entfernung zwischen Katze und Maus relativ groß war.

Sa. 24.08. 3,31 Km

So. 25.08. 18 Km
große Ansammlung an Krähen auf den Feldern; aber auch die Tauben lassen sich nicht lumpen, später auch noch vier Wildgänse. Als ich fast schon zu Hause bin, scheuche ich einen Fischreiher auf;  später ein weiteren Fischreiher in einem Tümpel, der sich von mir aber nicht irritieren lässt

Mo. 26.08.2,4 Km

Di. 27.08. 3,15 Km

Mi. 28.08. 11,51 Km
(darin Intervalltraining, 3 mal 2000m)

Do. 29.08. 2 Km

Fr. 30.08. 2 Km

Sa. 31.08. 2 Km
Da für Sonntag ein Halbmarathon geplant war, musste ich meine Kräfte durch kurze Läufe schonen.


August 2013 : 182 Km
Jahreskilometer 2013 : 1.418 Km

Mittwoch, 31. Juli 2013

Prima Klima









Besuch aus Afrika: heißer Wind aus der Sahara. Deutschland stöhnt. Temperaturen um die 30 Grad. Der Hitzerekord von über 40 Grad wird nicht erreicht oder gar übertroffen. Die Boulevardpresse stöhnt. Eine Schlagzeile weniger. Nach ein paar Tagen ist der Spuk dann auch schon vorbei. Der heiße Wind hat sich verkrümelt. Heute Morgen musste ich mich mit lausigen 17 Grad vergnügen.


Spaß beiseite. So heiße Temperaturen können durchaus schlauchen. Ich habe Glück. Da ich Urlaub habe kann ich mich gut auf solche Verhältnisse einstellen. Die Aktivitäten werden zeitlich angepasst. An den heißen Tagen bin ich am frühen Morgen gelaufen. Das lässt sich aushalten. Spaßeshalber bin ich auch mal rausgegangen, als die Temperaturen ihren Höchststand erreicht hatten. Nicht rennend, einfach nur mal so ganz bewusst die Hitze spüren. So also fühlt sich das in Afrika an oder jedenfalls so ähnlich. Wahrscheinlich ist es dort doch noch deutlicher heißer. Wir sind nach ein paar Tagen wieder erlöst. Das ist der Unterschied. Zudem haben wir auch sonst alle Vorteile bei uns: ausreichend und sauberes fließendes Wasser, ausreichend Getränke, einen Kühlschrank zum Unterbringen von Speisen. So lässt sich Hitze doch gut aushalten..

Bei richtigem Sommerwetter haben die Meteorologen Hochkonjunktur. Sie müssen erklären woher die Hitze kommt. Hat das was mit Klimawandel zu tun? Langfristig gibt es wohl mehr extreme Wettersituationen. Man muss zwischen „Wetter“ und „Klima“ unterscheiden. Klimaveränderungen zeigen sich erst langfristig. Eine Dekade ist da ein relativ kurzer Zeitraum. Experten streiten sich über das Thema. Es ist vielleicht auch interessant, wer die Experten jeweils bezahlt. So lassen sich manche Unterschiede dann entsprechend interpretieren.


So gesehen bietet der Sommer hin und wieder interessanten Gesprächsstoff. Doch der Sommer neigt sich schon seinem Ende entgegen. Die Tage sind schon sichtbar kürzer geworden. In den kommenden Wochen hat die Sonne immer weniger Zeit um die Temperaturen klettern zu lassen. Heute Morgen um fünf Uhr war es bei dicker Bewölkung fast noch dunkel.


Hatte ich nicht schon am 14 Juli meinen läuferischen Monatsrückblick geschrieben? In der Tat war meine Erwartung, dass mit dem bevorstehenden Krankenhausaufenthalt und einer entsprechenden Erholungsphase danach mit dem Laufen für diesen Monat Schluss ist. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, wie schon Wilhelm Busch zu berichten wusste. So habe ich dann gleich nach meiner Entlassung wieder mit dem Laufen angefangen, kurz und langsam zwar, denn ein paar Tage im Bett zehren doch an den Kräften.
Hier also der kleine Rückblick auf den Juli, Teil 2.


Mo.22.07. 1,78 Km

Di. 23.07. 2,51 Km

Mi. 24.07. 3,87 Km



Do. 25.07.
1. Lauf: 8,05 Km
2. Lauf: 6 Km


Fr. 26.07. 8,05 Km

Sa. 27.07. 3,68 Km

So. 28.07. 14 Km

Mückenschwärme und Gewitterfliegen als Motivationshilfe


Mo.29.07. 3,48 Km

Di. 30.07. 5 Km

Mi. 31.07. 17 Km
zweimal Rehkontakt mit jeweils je zwei Tieren; beim zweiten mal hatten die Rehe mehr Zeit und Geduld als ich. Sie hatten mich bemerkt, behielten mich im Auge, ließen sich aber nicht stören. Einen Feldhasen der sich im tiefen Gras versteckte. Zahlreiche Kaninchen und noch vielmehr Nacktschnecken auf dem Weg. Unschöner Höhepunkt. Sperrmüll einschließlich Fernseher auf abgelegenem Weg in den Feldern. Den Sperrmülldienst von zu Hause aus anzurufen wäre der geringere Aufwand gewesen. Oder selbst die Sammelstelle für den Müll selbst anzufahren wäre wohl leichter gewesen als diese idiotische Entsorgung.


Zu den Bildern:  Ausblicke vom Prosper-Hospital auf Recklinghausen; ansonsten was der Juli so hergibt.

Dienstag, 23. Juli 2013

Das wichtigste im Leben!?






Das erste Frühstück nach 106 Stunden Volldiät, dass heißt für diese Zeit: kein Essen und kein Trinken, Versorgung nur über den Tropf. Dann endlich! Ein Pott Kaffee, ein Brötchen mit Käse und Schinken, eine Scheibe Weißbrot mit etwas Marmelade und ein Ei. So einfach kann der Himmel auf Erden sein. Ich lasse mir Zeit, sehr viel Zeit. Will den Geschmack aufsaugen, jeden Krümel spüren. Es sind großartige Augenblicke, die ich über viele Stunden herbeigesehnt habe.


Die vor einigen Tagen an mich gerichtete Frage wird wieder präsent: „Gibt es denn im Leben nichts Wichtigeres als Laufen?“ Diese Frage musste ich mir gefallen lassen, nachdem ich von der Notwendigkeit der OP erfahren hatte und mir als Erstes die zugegebener Maßen nicht sehr intelligente Bemerkung raus gerutscht ist, dass ich dann ja gar nicht laufen kann.

Selbstverständlich ist das Laufen nicht das Wichtigste. So hatte ich es auch nie verstanden. Laufen tut mir gut, es macht den Kopf frei, hält mich fit und ist gesundheitsfördernd. Die Bewegung in der Natur entspannt, ist manchmal sogar spannend und in aller Regel genieße ich das Laufen. Laufen ist Leben. Aber das Leben besteht nicht nur aus Laufen.

Ich habe im Krankenhaus zu der Thematik einen bemerkenswerten Artikel im „Stern“ (Nr. 30 vom 18.07.2013) gelesen. Unter der Überschrift “Was dem Herzen gut tut“ wird von einem ambitionierten 60-jährigen Freizeitsportler berichtet.Sehr fit und sehr gut trainiert wollte er an einem Ironman teilnehmen: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dann noch einen Marathon laufen. Zwei Tage vor dem sportlichen Großereignis liegt er mit Herzproblemen im Krankenhaus. Die Ursachensuche gestaltet sich kompliziert und komplex. Anspruchsvolle berufliche Tätigkeit mit häufig mehr als zehn Arbeitsstunden am Tag. Dann ambitionierter Leistungssport mit enormer zeitlicher Beanspruchung. Sport nicht als Ausgleich, sondern mit sehr anspruchsvoller Zielsetzung und einem knallharten Trainingsplan. Preußische Disziplin im Beruf und im Privatleben. Irgendwann kapituliert das System.

Nicht dass ich mich in dieser Geschichte wieder finden würde. Aber die Kernfrage stellt sich auch nach meinem kleinen Krankenhausaufenthalt dann auch. Was ist das Wesentliche und welchen Weg schlägt man für sich ein. Die Frage lässt sich nur individuell beantworten und ich habe nicht vor dazu etwas zum Besten zugeben. Aber vielleicht soviel: Offene oder „geheime“ Zielvorgaben können Motivation sein. Aber: je größer die Erwartungshaltung, desto problematischer wird es, wenn etwas dazwischen kommt. Hätte ich mir beispielsweise vorgenommen ein Jahr lang täglich zu laufen, dann wäre ich bereits nach einem halben Jahr zum zweiten Mal gescheitert. So aber konnte ich nach jeder dieser beiden kurzen Unterbrechungen wieder neu anfangen, ohne die „Bürde einer Niederlage“ mit herumtragen zu müssen. So fängt es jetzt einfach von vorne an. Nichts ist „kaputt“ gegangen. Entsprechend verhält es sich mit dem Thema „Marathon“. Immer noch würde ich gerne einen solchen laufen. Aber die biologische Uhr tickt unerbittlich und scheinbar auch immer schneller. So ist mein Plan einfach nur immer wieder Mal einen längeren Lauf einzubauen und dann zu sehen, wohin das führt. Mein längster Lauf in diesem Jahr liegt bei fast knapp 26 Kilometer und ich habe mich sehr darüber gefreut, als ich das geschafft habe. Es gab für diesen Lauf nicht einmal eine entsprechende Vorgabe.

Durch meine kleine Krankenhausgeschichte bringe ich den Dingen die mir möglich sind und die mir gelingen eine größere Wertschätzung entgegen. Jeder Lauf den ich machen kann hat seinen ganz speziellen Wert. Höchstleistungen sind mir weder möglich noch sind sie erforderlich.

Die gesteigerte Wertschätzung betrifft selbstverständlich nicht nur das Laufen. Essen und Trinken, ich habe es erfahren, sind etwas unvergleichbar Kostbares. Und so hat die Unterbrechung meines Täglichlaufen ungemein wichtige Dinge ins rechte Licht gerückt.

Was das Laufen angeht, es findet bereits seit Montag seine Fortsetzung. So einfach ist das.

Sonntag, 14. Juli 2013

Wenn der Wind sich dreht


Dieses ist ein sehr lustloser und missmutiger Rückblick. Mit dem heutigen Tage beende ich eine Phase des Täglichaufens, die ich am 26. Januar gestartet habe, die nach 131 Tagen für ein Tag unterbrochen werden musste. Nun, nach 38 weiteren Lauftagen ist richtig Schluss. Dieses Mal mindestens für zwei Wochen. Schade, derzeit macht das Laufen Spaß und Sinn und gerade heute hatte ich einen
sehr schönen Lauf. Es gibt Dinge, die muss man als unabänderlich akzeptieren.



Mo.01.07. 3,22 Km

Di. 02.07. 3,22 Km

Mi. 03.07. 3,22


Do. 04.07.6,69 Km

Fr. 05.07. 6,78 Km

Sa. 06.07. 3,7 Km

So. 07.07. 20 Km

Rehbeobachtung, ein paar Feldhasen; Gegen nde meines Laufes treffe ich einen alten Bekannten mit dem Fahrrad, der als ehrenamtlicher Natur-und Landschaftsbeobachter tätig ist.



Mo.08.07. 3,22 Km

Di. 09.07. 3,22 Km

Mi. 10.07. 6,66 Km
flüchtiger Rehkontakt, insgesamt sechs Feldhasen, schöner Sonnenaufgang



Do. 1107. 12 Km
Zwei Rehe, noch mehr Feldhasen als am Vortag


Fr. 12.07. 4 Km

Sa. 13.07. 6,69 Km

So. 14.07. 20 Km

Mein erster Sichtkontakt mit drei Wildschweinen, wenn auch aus gehöriger Entfernung. Ein Fußgänger mit besserem Standort bestätigte mir später meine Beobachtung! Es war keine sehr intensive Beobachtung. Es ging sehr schnell und die Tiere waren doch ziemlich weit weg. Aber allein die Tatsache als solche ist bemerkenswert. Beobachtungen von Hasen, Fischreiher und einer ungewöhnlich großen Ansammlung von Krähen traten da fast schon in den Hintergrund. Auch der Ballon am Himmel, mit dem ich mir circa 30 Minuten bei fast Windstille ein „Wettrennen“ bot, war interessante Begleitmusik.


Sonntag, 30. Juni 2013

Laufspass im Juni







Der Juni 2013 ist in ein paar Stunden vorüber. Wo ist er nur geblieben? Der längste Tag des Jahres: ist schon nicht mehr wahr. Juni, ein Sommermonat? Mit Einschränkungen. Zuletzt dominierten kühle Temperaturen. Gut zum Laufen...

War da nicht was im Juni.? Was verdient es im nach hinein noch erwähnt zu werden? 
Am 6. Juni musste ich eine Laufpause einlegen. Es ging nicht anders. Gesundheit geht vor. Doch seit dem 7. Juni laufe ich wieder täglich. Vor der eintägigen Pause 131 Tage und jetzt wieder seit 24 Tagen. Was macht da dieser eine Tage aus? Letztlich ist es nur Vergangenheit. So wie der heutige Lauf, der mir aber wahrscheinlich noch etwas in Erinnerung bleiben wird. Das Licht und die Stille am frühen Morgen. Viel Zeit, kein Stress, kein Muss. 25 Km war ich unterwegs. Es lief einfach:
Über Essel, Dortmunder Str.; Ostcharweg; Nordcharweg; Speckhorn; Oer Erkenschwick; Halterner Str. schon hinter der Mollbeck; Marl Sinsen; Haard-Grenzweg; Oer Erkenschwick; Essel und dann noch eine kleine Runde durch die Felder in Suderwich.. 
 
Noch in der Dämmerung waren Erntehelfer auf den Erdbeerfeldern, in dicken Jacken verhüllt, da die Temperaturen noch einstellig waren.

Viel später auf einem Feldweg gab es eine nasse Überraschung. Der Weg stand in einer Senke auf einer Länge von etwa 30 Metern vollständig unter Wasser. Das Feld ringsum war auch sehr nass. Zunächst versuchte ich in ein paar Bildern die Spiegelungen auf dem Wasser von den Wolken und eines Windrades einzufangen. Das gelang nur sehr mäßig. Anschließend half es nichts: ich holte mir nasse Füße, was den Laufspaß aber nicht einschränkte. Auf den folgenden Kilometern befand ich mich auf unbekanntem Gebiet und ich kam an einer Stelle raus, die ich nicht auf dem Plan hatte. Es war ein schöner und abwechslungsreicher Lauf mit viel Zeit...

Es gab noch andere Höhepunkte in diesem Monat. Der Rhein-Ruhr-Halbmarathon, auf den ich mich mit der Unsicherheit einließ, ob ich denn fit genug sei. So ging ich vorsichtig zu Werke und konnte es in der zweiten Hälfte dann mit den geschonten Energiereserven etwas zügiger angehen lassen. Das Laufvergnügen wächst, wenn man sich nicht vollständig verausgabt und dann mit viel Freude die Ziellinie passieren darf. Nur ein Wochenende später absolvierte ich die gleiche Distanz, aber ganz „privat“ für mich alleine und genoss die Stille und die selbstgewählte Strecke. Das ist dann noch entspannter gewesen als bei dem „offiziellen“ Halbmarathon.

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Sa. 01.06. 3,64 Km

So. 02.06. 10,49 km
u.a. 5 mal 50 m; 4 mal 800 m; 1 mal 1.000 m als Intervalltraining
Am Ende des letzten Intervalls einen jagenden Fuchs beobachtet. Das war ein sehr intensiver Moment

Mo. 03.06. 7,45 Km

Di. 04.06. 2,17 Km

Mi. 05.06. 3,67 Km
Training mit Sportgruppe: Kugelstoßen und Weitsprung

Do. 06.06.
Unfreiwillige Laufpause (krank)

Somit dauerte diese Serie vom 26. Januar 2013 bis zum 5. Juni 2013
131 Tage mit 811,76 Km


Fr. 07.06. 1,79 Km

Sa. 08.06. 2 Km

So. 09.06. 21,1 Km

Rhein-Ruhr-Halbmarathon gefinished in 2:22:47 Stunden; zunächst Regen

Mo. 10.06. 1,74 Km

Di. 11.06. 6 Km

Mi. 12.06. 5,13 Km

Do. 13.06. 2,2 Km (Regen)


Fr. 14.06. 5,67 Km

Sa. 15.06. 21,1 Km
Lauf an der östlichen und südlichen Stadtgrenze von Recklinghausen; dabei das Gebiet von Datteln, Castrop-Rauxel und Herne gestreift; schöne Rehbegegnung in der Brandheide

So. 16..06. 3 Km
Beobachtung eines vorwitzigen Grünspechtes (oft gehört, aber er lässt sich hier sonst nur selten blicken)

Mo. 17.06. 8,66 Km

Di. 18.06 2,16 Km

Mi. 19.06. 2,17 Km
Steinstoßen mit der Betriebssportgruppe;
mit über 30 °C der bisher heißeste Tag des Jahre

Do. 20.06. 5,77 Km

Fr. 21.06. 1,74 Km

Sa. 22.06. 4,62 Km (1.000 Jahreskilometer)

So. 23.06. 6,70 Km

Mo. 24.06. 4,45 Km

Di. 25.06. 1,7 Km

Mi. 26.06. 7,97 Km
Intervalltraing: sechmal 50 m sprinten; fünfmal 800 m und einmal 1.000 m

Do. 27.06. 1,7 Km

Fr. 28.06. 8,06 Km (Regen)

Sa. 3,16 Km

So. 30.06. 25,45 Km
mein längster Lauf in diesem Jahr; das Licht des Morgens, die Ruhe, die interessante und abwechslungsreiche Strecke haben mich heute getragen. Nicht immer wusste ich ganz genau wo ich mich befand, . Ich habe diesen Lauf mit einem breiten Lächeln beendet.

Juni 2013 : 181,46 Km
Jahreskilometer 2013 : 1.059 Km


Freitag, 31. Mai 2013

Der Mai, der Mai, der lustige Mai...




Dieser Mai war kein Wonnemonat, dafür ein angenehmer Monat zum Laufen. Worüber sollte ich mich also beschweren? Das Wetter spielte in der Berichterstattung eine große Rolle. Der Mai sei kühl und nass gewesen. Unsere Wahrnehmung wird sicherlich auch dadurch beeinflusst, dass das gesamte Frühjahr kühl war. Die Nässe allerdings bestätigt sich in meinen Notizen.Achtmal wurde ich im Mai vom Regen begleitet. Die Entwicklung in der Pflanzenwelt erfolgte rasant und bemerkenswert. Fast täglich gab es irgendwelche Veränderungen die zu beobachten. Die Fülle der Farben und der Formen hat mich häufiger zum Anhalten gebracht und ins Staunen versetzt. Tierbeobachtungen gab es auch einige, aber nicht so zahlreich wie in den Monaten zuvor. Dieser Mai war abwechslungsreich, vielfältig und spannend. Ich bin dankbar, dass ich auf Grund meines Laufens dies so intensiv wahrnehmen durfte.
Und jetzt beginnt der meteorologische Sommer. Ich bin gespannt, was er uns bringen wird.


Mi. 01.05. 8,65 Km
 
Bei Sonnenschein und immerhin angenehmen 15°C verspricht der Mai zum Auftakt einen Wonnemonat. Daran hat er sich letztlich nicht gehalten. Herrlich aber anzuschauen, wie sich in kürzester Zeit die karge Winterlandschaft in ein buntes Blütenmehr verwandelt hat. Ein Lauf mit „Sternchen“ am 1. Mai!


Do. 02.05. 5 Km


Fr. 03.05. 16,16 Km
Gemeinsamer Lauf mit Frank aus Hamburg; wir „kennen“ uns aus dem Täglichlaufforum. Frank ist gebürtiger Suderwicher, ein Ultraläufer, (Mit-)Organisator des Heidschnuckenlaufs über 100 Km, für den die bewältigten 16 Km eher ein Klacks waren. Frank hat seine Laufgeschwindigkeit gedrosselt, ich hingegen durfte zwei Gänge hochschrauben. Ein schöner Frühlingslauf, an den ich gerne zurückdenke!



Sa. 04.05. 6,67 Km


So. 05.05. 6,01 Km
 
Lauf schon um 6 Uhr; anschließend Kommunion von Leon! Ein schöner Tag! Auch der Frühling zeigte sich von seiner guten Seite.

Mo. 06.05. 2,17 Km
23°C, mein wärmster Lauf im Mai

Di. 07.05. 2,17 Km
Regen und deutlich kühler


Mi. 08.05. 7,5 Km
Regen aber 18 °C mild


Do. 09.05. 8 Km


Fr. 10.05 2,16 Km

Sa. 11.05 2,15 Km


So. 12.05. 21,1 Km

Vivawest-Halbmarathon! Endlich wieder ein städteübergreifender Lauf durch´s Ruhrgebiet. Eigentlich hatte ich mich Monate zuvor für den Marathon angemeldet, aber rechtzeitig erkannt, dass ich mich damit übernehmen würde. So lief ich dann den halben in für mich annehmbare 2:23:55 Stunden. Ein schöner Lauf der viel Spaß gemacht hat. Die Temperaturen bewegen sich nur noch im einstelligen Bereich


Mo. 13.05. 2,17 Km
Neue Schuhe werden "eingeweiht"


Di. 14.05. 3,71 Km (Regen)


Mi. 15.05. 4,89 Km

Der Lauf findet auf der Aschenbahn im Stadion der SG Suderwich fast direkt vor meiner Haustür statt. Es handelte sich um ein Ein- und Auslaufen. Im Kern habe ich mit einer kleinen Gruppe aus unserer Betriebssportgemeinschaft „Leichtathletik" trainiert. Über meine „sportlichen“ Leistungen schweige ich besser. Doch wir hatten einen Riesenspaß, der in der ersten Juniwoche hoffentlich seine Fortsetzung findet.



D0. 16.05. 3,69 Km Regen)


Fr. 17.05. 2,23 Km

Sa. 18.05 7,22 Km


So. 19.05. 6,31 Km


Mo. 20.05. 15,01 Km

Pfingstmontag: Ich laufe zum Schiffshebewerk und werde auf dem Rückweg ordentlich nass! Regen!


Di. 21.05. 3,67 Km


Mi. 22.05. 6,61 Km

Regen ohne Ende!


Do. 23.05. 3,81 Km

Regen, Temperaturen ganzen Tag im einstelligen Bereich


Fr. 24..05. 16,11 Km

Nach dem großen Regen geht es durch den Matsch.

Sa. 25.05. 5 Km


So. 26.05. 6,30 Km (Regen)

Heute laufe ich seit 4 Monaten täglich!


Mo. 27.05. 2,17 Km

20°C warm!


Di. 28.05. 2,23 Km

erneut 20 Grad warm!


Mi. 29.05. 6 Km

Do. 30.05. 16,25 Km


Fr. 31.05. 2,41 Km
Der Mai verabschiedet sich mit adäquaten 21 °C 


Mai 2013 : 203,52 Km
Jahreskilometer 2013 : 877,72 Km
Start der Serie am 26. Januar 2013: 126 Tage
darin gelaufen 784,34 Km = 6,22 Km/Tag

Wie heißt es so schön in dem alten deutschen Volkslied:
"Der Mai, der Mai, der lustige Mai,
der kommt herangerauschet..."

Und schon ist er wieder abgerauscht.



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