Dienstag, 12. Mai 2009

Marathon - Der Fünfte!




1. 13. Mai 2007, Karstadtmarathon (Dortmund – Essen): 5:19:28 Stunden

2. 30. September 2007, Berlinmarathon: 5:17:23 Stunden

3. 18. Mai 2008, Karstadtmarathon (Dortmund – Essen): 4:49:52 Stunden

4. 12. Oktober 2008, RWE-Marathon (Rund um den Baldeneysee): 4:44:30 Stunden

5. 17. Mai 2009, Karstadtmarathon (Dortmund – Essen): ???


Noch 6 Tage. Die Spannung steigt. Wie wird es werden? Spielt das Wetter mit? Wie ist die geänderte Strecke. Ich freue mich jedenfalls auf den Lauf durch das Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein. Das steht bei Km 37/38 an. Da werde ich schon sehr müde sein. Der Blick fokussiert sich auf „das Ereignis“. Etwas Vorfreude ist auch schon dabei, dass es endlich (wieder) so weit ist.

Montag, 11. Mai 2009

Auf der Zielgeraden

Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Marathon. Der Countdown läuft. Das wichtigste jetzt ist gesund zu bleiben. Wie wichtig das ist, habe ich wieder einmal in der letzten Woche erfahren. Ein kleine Erkältung, Hustenreiz, Halsschmerzen und ein Schwächegefühl. Der Puls deutlich höher als normal. Das sowieso schon reduzierte Trainingsprogramm schrumpfte zusehends. Jetzt ist aber alles in Ordnung. Der letzte Härtetest war ein Lauf über 19,1 Km in 6:23 Min./Km. Das wäre eine Marathonzeit vom 4:29 Stunden. Zu schön um war zu sein. Wahrscheinlich geht es eher in Richtung 4:45 Stunden. Doch wie ich es angehe werde ich erst am Start nach Gefühl entscheiden und das Wetter spielt da auch eine große Rolle.

Montag, 4. Mai 2009

Hermannslauf

Vom Hermannsdenkmal bei Detmold bis zur Sparrenburg nach Bielefeld; 31,1 Km lang, 515 m nach oben, 710 m nach unten. Das ist der Hermann. Doch schließlich habe ich im Rahmen meiner Marathonvorbereitung auch fleißig trainiert. Zwei Läufe von 31,8 Km und in der Haard auch etwas Hügel-Lauf. Am Sonntag vor dem Hermann auf 21,6 Km immerhin 360 Höhenmeter rauf und 360 Höhenmeter runter. Ein Hauch vom Hermann (dachte ich jedenfalls).

Vor dem Hermannslauf heißt es früh aufstehen. Zunächst stehen 125 Km an. Allerdings mit dem Auto von Recklinghausen nach Bielefeld. Am Waldhof-Gymnasium die Startunterlagen abholen geht schnell. Dann nach Detmold zum Parkplatz Nähe Freilichtmuseum (jedenfalls wenn man mit Begleitung ist). Von dort mit dem Bustransfer. Die Serpentinen gehen nach oben. Ein Vorgeschmack darauf, dass es rauf und runter geht. Ausstieg in der Nähe des Hermanndenkmals. Etwas orientieren. Es sind drei Einscheckpunkte vorhanden, je nach Zielzeit. Wie das ablaufen wird, erschließt sich mir noch nicht. Noch 1 ½ Stunden bis zum Start. Die Beine in den Bauch stehen möchte keiner. Es gibt reichlich Bänke, aber noch viel mehr Läufer. Die Sonne kommt raus. Für Ostwestfalen sind 24 Grad angekündigt. Läufer sind nicht wählerisch und setzen sich auch auf dem Boden. Das Wetter lässt es zu. Das sitzen wird unbequem. Bevor der Hermann endgültig ruft kommt der obligatorische Toilettengang. Anstehen. Nicht die schönste Art die Zeit rum zu kriegen. Ganz unmittelbar vor meinem Eincheckpunkt finde ich einen freien Platz auf einer Bank. Das nennt man Glück. Neben mir sitzen offensichtlich Hermannslaufveteranen. Rechts neben mir sitzt ein älterer Herr. Der ist zum 36. Mal dabei. Wahnsinn! Ich räume ein, dass ich diese Teilnahmezahl nicht mehr schaffen werde. Es wird zunehmend voller. Die Bank wird von Läufern eingepfercht. Fast ist es mir jetzt peinlich zu sitzen. 10 Minuten vor dem Start erhebe ich mich. Kaum Platz sich zu recken oder zu strecken. Eng wie auf der Südtribüne in Dortmund, wenn 80.000 Zuschauer im Stadion sind. Ich stehe sehr weit vorne. Aber zurück geht jetzt nicht mehr.

Endlich ist es soweit. Wir bewegen uns in Richtung Startpunkt. Es geht eigentlich zügig los, eben weil ich sehr weit vorne stehe. Am Startbogen die Stoppuhr in Gang gesetzt. Es geht zunächst abwärts. Ich habe mir das Höhenprofil vorher angesehen. Nach kurzem Lauf kommt ein Verkehrszeichen: 20 % Gefälle! Holla die Waldfee. Einerseits hilft die Schwerkraft. Andererseits geht das in die Beine. Jedenfalls auf Dauer. Und so steil runter kenne ich es auch nicht. Ich pendle heftig mit den Armen. Obwohl es runter geht, gerate ich schon ins schwitzen. Nach 3 Km gibt es einen ersten leichten Anstieg. Dann wieder sacht runter.

Nach 5 Km ist Schluss mit lustig. Der erste ernsthafte Anstieg. Aber was heißt ernsthaft. Absolutes Neuland für mich. Ich denke an meinen letzten Trainigslauf in der Haard. Von wegen „Hauch von Hermann“. Hermann lacht sich über mich kaputt. Es ist aber nicht nur der Anstieg. Die Bodenbeschaffenheit wechselt ständig. Normaler Waldweg (selten), schmale Pfade, Stock und Stein, tiefer Sandboden. Ich hätte einige Runden im Sandkasten trainieren sollen. Unrhythmisches laufen in der Gruppe kostet zusätzlich Kraft. Ich muss es zugeben, ich schaffe es nicht bis ganz nach oben. Reihe mich in die Geher-Gruppe ein. Waren alles ehemalige Läufer. Ich will mich ja auch nicht kaputt machen. Da ich sehr weit vorne gestartet bin, werde ich in dieser Phase überholt. Nicht gut für die Psyche.

Nach 7 Km oben. Endlich geht es wieder runter. Ich habe Zeit verloren. Aber wenn ich nachrechne, könnte ich wenig über 3:30 Stunden bleiben. Doch mir ist klar, dass das eine Rechnung ohne den Hermann ist. Die ersten 7 Km haben mich gelehrt: das ist kein normaler Lauf. Es geht jetzt ein ganzes Stück ohne größere Anstiege weiter. Aber die Bodenbeschaffenheit ist nervig. Und inzwischen ist es richtig warm geworden. Zum Glück gibt es öfters was zu trinken als ich geglaubt habe. Aber bei der Hitze ist das auch dringend nötig. Es staubt ordentlich und ein reger Pollenflug; wenn der Wind von vorne kommt, halte ich zuweilen eine Hand vor Mund und Nase. Ich habe einen Laufrhythmus gefunden. Doch nach gerade 14 Km fühle ich mich schon richtig geschlaucht und jetzt geht es knüppelhart hoch. Ich nutze die erste Gelegenheit und reihe mich in die große Zahl der Geher ein. Das war mir schon beim Studium des Streckenprofils klar. Da hochlaufen zu wollen hätte mir vorzeitig den Garaus gemacht. Doch wann will ich denn jemals ins Ziel ankommen? Zweifel nagen daran, ob das Ganze hier Sinn macht. Ich bin doch keine Bergziege! Was mache ich hier eigentlich? Was hat mich hier hingetrieben? Ich weiß es nicht mehr. „Hermann ist Kult“! Ja, ich erinnere mich wieder.

Immer noch kalkuliere ich meine Endzeit durch: 3:45 Stunden. Hochgerechnet. Doch ich spüre selbst, dass ich doch beängstigend langsamer werde. Kann man hier auch aussteigen? Und wie geht das bitte schön? Aussteigen? Soweit bin ich noch nicht. Aber viel fehlt wohl auch nicht mehr.

Was ich nicht vermutet hatte, es sind viele Zuschauer an der Strecke. Lassen sich, nachdem das Spitzenfeld lange durch ist, das Spektakel der völlig fertigen Läufer im hinteren Teil des Feldes nicht entgehen. Besonders an der Panzerbrücke bei Kilometer 9,5 stehen die Zuschauer dicht an dicht. Vielleicht ist es ein Bereich, an den man dicht mit dem Pkw heranfahren kann. Das Highlight ist aber viel später der Lauf durch Oelinghausen (oder so ähnlich). Kopfsteinpflaster, abschüssige Strecke und eine super tolle Anfeuerung. Besser ist es weder beim Karstadt-Marathon moch in Berlin. Ich wirklich froh, dass es ein Gefälle ist. Da kann man ganz ordentlich "Gas geben". Hier zu gehen wäre echt peinlich gewesen.

Die Hitze: Je länger der Lauf dauert, desto mehr machen Hitze, Staub und Pollenflug zu schaffen. Die Versorgung mit Getränken ist aber in Ordnung. Doch einige hundert Meter nach der Getränkeaufnahme ist der Mund wieder trocken.

Die Bodenbeschaffenheit: ich habe ja schon oben angedeutet, wie anstrengend das wechselnde Geläuf ist. Doch dazu gibt es noch eine Steigerung: Treppen. Nicht dass es mich überrascht hätte. Schließlich war das auf der Homepage nachzulesen. So ein paar Stufen würde ich schon schaffen, habe ich gedacht. Hustekuchen. Jeder Schritt eine Qual. Keine Kraft mehr in den Beinen. Im letzten Teil des Laufes gab es davon nochmals ein großzügiges Treppenangebot, aber mit der Möglichkeit auf einem schmalen Waldpfad ohne Stufen auszuweichen. "Für Weicheier", wies eine Tafel zu Beginn des Anstiegs die Richtung aus. Sehr freundlicher Motivationsschub. Ich fühlte mich so was von "weicheimäßig", dass ich nicht die geringsten Skrupel habe, auf die Stufen zu verzichten. Am Ende des Treppenanstiegs muss ein Dudelsackspieler die Läufer begrüßt haben. Wenn ich ihn als "Weichei" auch nicht sehen konnte, so habe ich ihn gehört und mich wenigstens darüber ein bisschen gefreut.

Bei Kilometer 22 gab es mal wieder eine größere Zuschaueransammlung. Ein junges Mädchen feuerte uns mit einem Megafon an. "Nur noch 9 Km. Das schafft ihr mit links. Das Schlimmste habt ihr hinter Euch. Das sieht noch gut aus." Fand ich total Klasse, auch wenn ich genau fühlte wie ich wirklich aussah. Einige Kilometer weiter im Wald vier junge Mädels, die zu Abba-Musik tanzen und mit Lautsprecher auch etwas mitsingen. "Wir sind die letzte Attraktion der Strecke", höre ich noch. Jede Ablenkung ist hilfreich und kann für Sekunden die Mattigkeit und die schweren Beine vergessen lassen. Wie gerne hätte ich mich jetzt einfach in die Büsche verkrochen.

Einige Male höre ich Rettungswagen, die wohl liegen gebliebene oder verletzte Läufer abtransportieren. Einmal, in einem für Kraftfahrzeuge unzugänglichen Teil, kommen 2 Sanitäter mit einer Trage entgegen. Nicht für mich. So wollte ich dann auch nicht enden. Jetzt die letzten Kilometer irgendwie zu Ende bringen. Irgendwann sah ich dann die Tafel "nur noch 4 Km". Das setzte sich so von Kilometer für Kilometer fort. Das motiviert dann noch mal, was den Durchhaltewillen angeht. Nur noch 2 Km". Ein Ordner ruft: “Jetzt habt ihr es bald geschafft. Nur noch ein kleiner Anstieg." Der Schreck fährt mir durch die Glieder. Noch mal wieder rauf! Selbstverständlich schaffte ich das auch nur noch gehend, obwohl es nicht wirklich steil und weit hoch geht. Der letzte Kilometer ist anstiegsfrei! Jetzt wieder den richtigen Laufschritt aufsetzten. Man will sich im Ziel ja keine Blöße geben. Die 4 Stunden würde ich nicht unterbieten können. Vielleicht 4:01:00 Stunden? Mir egal. Jetzt der Zieleinlauf. Birgit steht wie verabredet an der Strecke und macht sich rufend und winkend bemerkbar. Immerhin schaffe ich es noch einen Arm zu heben. Die letzten Schritte und die Zeiterfassung piept. Ich stelle meine Stoppuhr ab. Laufe an die Absperrung heran. Stütze mich mit beiden Händen ab. Ein kurzes, etwas gequältes Grinsen. Der Hermann hat mich nicht besiegt. Aber viel hat auch nicht gefehlt. Ich posiere mit Medaille für ein paar Fotos. Trinke im Versorgungsbereich einen Becher Tee esse einige Apfelstücke und noch ein Stück Banane.

Jetzt, wo es vorbei ist, erhole ich mich relativ schnell. Bin natürlich kaputt. Ein Hauch von Erleichterung. Noch keine wirkliche Freude. Dafür fühlte es sich bei einigen Anstiegen zu sehr nach Niederlage an. War es aber nicht. Die Freude stellt sich eigentlich erst einen Tag später ein.

Mit 4:00:27 Stunden sind immer noch mehr als 630 Läufer hinter mir, auch wenn es darauf nicht ankommt. Ich habe eine echte Grenzerfahrung überstanden, wieder eine Menge gelernt, übers Laufen und über mich selbst. Vor dem Lauf hatte ich mir zum Ziel genommen lachend durch die Zeitaufnahme zu laufen. Das habe ich wohl nicht ganz geschafft. Weiteres Ziel war, nach 2 lauffreien Tagen wieder trainieren zu können. Es sind dann drei freie Tage geworden. Ich spürte auch am Mittwoch noch ein ziehen im linken Oberschenkel und wollte keine Verletzung riskieren. Seit Donnerstag laufe ich wieder und es war auch höchste Zeit. Am 17. Mai findet der Karstadt-Marathon. Am Montag, ein Tag nach dem Hermannslauf, kam. wie als Drohung die Teilnahmebescheinigung für den Marathon. Das nennt man Timing.

Die Woche nach dem Hermann habe ich am Sonntag mit einem 35 Km-Lauf abgeschlossen. Habe den Hermannslauf also gut verkraftet. Die heiße Phase der Marathonvorbereitung ist geschafft. Jetzt heißt es den Laufumfang etwas zu verringern und sich ein wenig erholen.

Montag, 30. März 2009

Steht Mucosolvan auf der Dopingliste?

Vor dem Finale bei der Winterlaufserie - dem Halbmarathon - habe ich fleißig geübt. Vor dem Lauf 203 Km gelaufen. Natürlich nicht auf einmal. Verteilt auf den ganzen Monat. Das Wetter hat mitgespielt und zwar meistens übel. Sooft bin ich in einem Monat wohl noch nie nass geworden. Mal von oben, mal von unten. Wenn von unten meist auch mit Schlamm vermischt. Ich habe sozusagen „Schlechtwetterlaufen“ trainiert. Prima, dass mir das nichts ausgemacht hat. Bin gesund geblieben. Bis zum Freitag, ein Tag vor dem finalen Rennen. Da hat mich dann eine Erkältung eingeholt. Halsschmerzen, Hustenreiz und schlapp. Abends war ich zu 95 % überzeugt, dass ich nicht laufen würde. Am Morgen darauf waren es noch 50 %. Immerhin. Halstabletten, gurgeln mit Hexoral (manche halten das für schädlich), Salbe und Hustensaft hatten Wirkung gezeigt. Nach Duisburg würde ich sowieso fahren müssen. Mein TShirt abholen. Ich könnte ja die Laufsachen mitnehmen. Für den Fall dass es vielleicht doch gehen könnte. Und ich könnte ja langsam laufen, quasi so als Trainingslauf. Aber vielleicht könnte ich ja so schnell laufen wir vor einem Jahr. Das waren 2:13:46 Std.(= 6:20 Minuten pro Kilometer). Das wäre zwar weit von meiner Bestzeit entfernt (2:05:32 Std.), aber immerhin. Also ich war schon wieder am rechnen. Wollte wieder einmal nicht so einfach klein beigeben. Den eigenen Jammerlappen auswringen. Als letztes vor der Abfahrt habe ich 40 Hustentropfen genommen. Steht Mucosolvan eigentlich auf der Dopingliste? Steht in keinem Trainingsbuch. Und auch der Gebrauchshinweiszettel sagt dazu nichts..

Auswringen ist auch so ein Stichwort. Auf der Fahrt nach Duisburg schüttete es Regen wie aus Kübeln. Das konnte dann wohl doch nicht heiter werden, wie der Wetterbericht angekündigt hatte: vom Rhein her Abnahme der Schauertätigkeit und vorübergehend örtlich auch mal kurzfristige Aufheiterungen. Ich war wohl am falschen Ort. Doch bei der Autobahnabfahrt in Du-Wedau wurde es langsam heller. Und als ich vor der MSV-Arena ausstieg hatte der Regen völlig überraschend aufgehört.

Die Zeit reichte noch für 2 Km warmlaufen. Immer diese Hetze! Mit meiner kurzen Laufhose gehörte ich einer kleinen Minderheit an. Handschuhe hatte ich auch im Auto gelassen. Aber eine Kappe auf dem Kopf. Pünktlich zum Start kam dann die Sonne raus. Was es nicht alles so gibt. Ich war beim Start ganz hinten im Feld. Vorne wäre es aber auch falsch gewesen. Und schließlich wollte ich auch langsam laufen. Aber wie langsam? Jedenfalls erstmal vorsichtig. Der erste Kilometer: 6:06 Minuten. Ok, das war nicht zu schnell und nicht zu langsam. Wo waren eigentlich die Halsschmerzen? Nicht dass ich sie vermisst hätte. Ob es der Adrenalinschub des Massenstarts war? Der zweite Kilometer war schon drei Sekunden schneller. Nach dem dritten war ich knapp unter 18 Minuten. Jetzt aber nicht übertreiben. Nach 4 ½ Kilometer war ich mir ziemlich sicher dass ich ganz gut durchkommen würde. Aber vorsichtig. Das war ja erstmal der Anfang. Die 5 Km lagen ziemlich genau bei 30 Minuten. So, jetzt erstmal überlegen. Wie laufe ich weiter? Für einen guten Tag hatte ich mir vorgenommen voll zu laufen. So bei 29.30 Minuten für 5 Km. Das wäre heute Harakiri gewesen. Ich war in einer guten, konstant laufenden Gruppe. Bis 10 Km könnte ich ja erstmal so mitlaufen. Nichts riskieren und es nach hinten offen lassen. Ich merkte, dass ich locker mitlaufen konnte. Nicht dass es leicht war. Aber das würde ich jedenfalls ganz durchlaufen können dachte ich. Und machte schon Pläne für die Zeit nach den ersten 10 Km. Die waren dann in 59:56 Minuten geschafft. Das war so was von gleichmäßig. Wenn ich jetzt pro Km 5 Sekunden schneller laufen würde, könnte ich im Bereich meiner Bestzeit kommen. Wie läuft man genau 5 Sekunden schneller. In dem man sich langsam aus der Gruppe löst. Ganz allmählich sich nach vorne orientiert. Aber nicht zuviel. Sonst würde sich das am Ende mit einem Einbruch rächen. Ich wusste ja nicht wirklich, was sich da in meinem Körper an Viren befand. Kilometer für Kilometer machte ich jetzt Sekunden gut. Die 15 Km schafft ich in 1:29:26 Stunden. Klar, dass es langsam anstrengend wurde. Noch ein paar Sekunden raus holen, aber bloß nicht überziehen. Kurz nach Kilometer 17 begann das Waldstück mit Matsch und Pfützen, so wie vor dem Start per Lautsprecher durchgesagt. Das hatte ich im Training geübt, wenn auch unfreiwillig. Der ein oder andere Läufer vor mir hatte da doch leichtere Schwierigkeiten. Langsam ließen doch auch die Kräfte nach. Auch mich strengte das jetzt sehr an. Glitschiger Untergrund. Im Zickzack um die Pfützen. An den Rand ausweichen. Aufpassen, sonst gehst du baden. Bei diesem Kilometer verlor ich ein paar Sekunden. Aber noch nicht zuviel. Noch drei Kilometer. Jetzt hieß es kämpfen. Immer wieder gegen die aufkeimende Schwäche gegenhalten. Keine Rede mehr nur gemütlich den Lauf herunterzutraben. Aber in Wirklichkeit habe ich das wohl nie gewollt. Diente vielleicht meiner eigenen Beruhigung. Drei Kilometer vor dem Ziel wird nichts verschenkt. Nur nach vorne. Wer ist da vor mir. Lässt der oder die etwa nach? Dann aber fix vorbei. Jetzt noch Sekunden aufzuholen war hart. Aber ein paar Sekunden brauchte ich noch. Die Bestzeit im Visier. Sicher, ich konnter schon zufrieden sein. Aber warum nicht noch ein paar Sekunden rausschinden. 20 Km geschafft. 1:59:01 Stunden. Was war noch mal die genaue Bestzeit? Wie müsste ich jetzt laufen? Was hatte ich noch drauf? Ich überhole eine kleine Gruppe. 4 oder 5 Läufer. Darunter die „Veerter Vlitzer“. Die kannte ich vom Vorjahr. Boch war das jetzt anstrengend. Ich wurde nach 200 m wieder überholt. Klar, die liefen jetzt auch am Limit. Das Stadion in Sicht. Ich schaute auf die Uhr. Vielleicht 2 Minuten bis zur Bestzeit?. Keine Ahnung, was das bedeutet. Jetzt einfach nur alles rausholen. Wieder an den „Veerter Vlitzern“ vorbei. Ins Stadion auf die Bahn. Das Ziel in Sichtweite. Aber keine Verschnaufpause. Der Veranstalterfotograf: Schitt drauf. Die Gesichtszüge entgleisen. Der Laufstil, den ich sowieso nicht habe, löst sich endgültig auf. Die Uhr. Ja ganz klar drunter. Die letzten Schritte. Piep, die Zeitmessung. Stopp die Uhr. Boch bin ich platt. Ich habe Durst. Weiter gehen.

2:05:10 Stunden zeigt meine Uhr. Die letzten 1,1 Km in 6:09 Minuten. Die Bestzeit aus dem letzten Sommer war eine Bruttozeit, ohne genaue Chiperfasste Zeit. Aber jetzt bin ich schneller.

Zu Hause habe ich nachgesehen. 2:05:32 Stunden war meine offizielle Zeit beim Gladbecker Sparkassenlauf. Jetzt hier in Duisburg waren es offiziell 2:05:09 Stunden. Man, wer hätte das vorher gedacht. Das war noch 4 Sekunden schneller als die Hand gestoppte Zeit in Gladbeck. Der „Spurt“ auf der Bahn im Stadion hat es gebracht. Da war nichts zuviel.

Sonntag, eine wohlverdiente Laufpause. Die Nase läuft. Aber sonst geht es prima. Die Beine sind natürlich ziemlich schwer. Aber für die Couch reicht es. Montag geht es wieder weiter. Jetzt wird aber nur noch marathonspezifisch trainiert. Nichts richtig schnelles mehr. In 4 Wochen steht erstmal der Hermannslauf durch den Teutoburger Wald an. Bis dahin müssen auch noch ein paar Höhenmeter gemacht werden. Also ab in die Haard. Aber nicht sofort.

Montag, 2. März 2009

Toller Lauf mit Vor- und Nachspiel

Die 15 Kilometer bei der Winterlaufserie 2009 in Duisburg (mit erneuter persönlicher Bestzeit).

Zum Vorspiel:
Gegenüber dem letzten Rennen mit 2 Kilo zusätzliches Körpergewicht auf dem letzten Drücker angereist. Parkchaos auf einem schon überfüllten, aber nicht abgesperrten Parkplatz. Endlich 15 Minuten vor dem Start das Auto zum warmlaufen verlassen.

Der Lauf:
Zielvorgabe: Schneller als 3 Wochen zuvor in Bertlich (1:28:51 Stunden); nach Möglichkeit unter 1:28:00 Stunden, weil dies umgerechnet eine Marathonzeit von 4:30 Stunden bedeuten würde.
Angenehme Temperaturen ( ca. 10 Grad), trocken und kaum Wind. Super präparierte Strecke.
Der erste Kilometer genau in 6 Minuten. War da zufrieden, nicht zu schnell angegangen und noch schnell genug, so dass noch nichts verloren war. Auf den nächsten Kilometern werde ich langsam etwas schneller. Nach den ersten 5 Kilometern liege ich mit 29:15 Minuten prima auf Kurs. Ich versuche genau mein Tempo zu halten und überhole einige Läufer aus dem hinteren Feld, die keuchend nach Luft schnappen. Das Feld ist zu diesem Zeitpunkt noch dicht beieinander. Als es in den Wald geht und der Weg teilweise nur 3 nebeneinander laufende Läufer zulässt, habe ich Angst, dass es zu „Staus“ kommt. Passiert aber nicht. Den einzigen Getränkestand nach etwa 8,5 Km lasse ich ungenutzt liegen. Ich will keine Sekunden verschenken. Die zweiten 5 Kilometer schaffe ich in 29:14 Minuten. Gleichmäßiger geht es nicht! Für die 10 Kilometer habe ich somit 58:29 Minuten gebraucht und war damit schneller als beim ersten Lauf in Duisburg (58:51 Minuten). Ich laufe mit kalkuliertem Risiko. Das Training in den letzten Wochen ist gut gelaufen. Für die letzten 5 Kilometer nehme ich mir vor das Tempo vernünftig nach Hause zu laufen. Ich fühle mich noch frisch genug. Nicht allen in dem Teil des Feldes, in dem ich mich befinde, geht es genauso. Ich fange an konstant zu überholen. Das klappt und schafft zusätzliche Motivation. So werde ich noch etwas schneller. Beim Überschreiten der 14 Km-Marke balle ich einmal kurz die Faust. Ich weiß, ich werde nicht mehr einbrechen und eine für mich sehr gute Zeit laufen. Für die letzten 5 Kilometer benötige ich 28:39 Minuten!

1:27:08 Stunden insgesamt, eine persönliche Bestzeit, von der ich allenfalls geträumt habe.

Nachspiel:
Ich komme zu meinem Fahrzeug. Vorne auf der Fahrerseite ist der Reifen platt. Auch mit Hilfe kräftiger Sportskameraden gelingt es nicht die Schrauben vom Rad zu lösen. So ein Mist! Ich lasse den ADAC kommen, bei dem ich schon seit zwei Jahrzehnten Mitglied bin und den ich bisher noch nicht in Anspruch nehmen musste. Mit vernünftigem Werkzeug ist das Rad in 2 Minuten gewechselt. Das Ganze kann mir die Laune nicht verderben. Den ganzen Abend strahle ich angesichts des guten Ergebnisses wie ein Honigkuchenpferd.

Freitag, 13. Februar 2009

Es reicht ...


mit dem Wetter. Schon einmal habe ich beim Training in dieser Woche 90-minütigen Schneeregen über mich ergehen lassen müssen. Gleich stehen knapp 13 Km an. Darin 8 Km Tempotraing.


Am letzten Wochenende in Bertlich über 15 Km an den Start gegangen: 1;28:51 Std.; neue persönliche Bestzeit. In dieser Woche habe ich mit dem Marathontraing angefangen. Geht ganz schön auf die Knochen. Liegt aber auch am Wetter.

Montag, 2. Februar 2009

Ich kann ihn nicht mehr sehen!

Es ist kalt. Es ist windig. Es ist Winter. Auf Strassen und Wegen liegt Salz und kein Schnee. Umgekehrt würden wir uns auch beschweren. Winter im Ruhrgebiet. Ich mag ihn nicht mehr sehen. Er laugt aus. Macht müde. Doch schon ist Februar.

Am Samstag bin ich die 10 Km bei der Winterlaufserie in Duisburg gelaufen. 58:53 Minuten. Mein zweit bestes Ergebnis im sechsten 10 Km-Lauf seit 2007. Da kann man nicht meckern. Später mal mehr dazu.