Donnerstag, 29. November 2007
Auf hundertachzig
Donnerstag, 22. November 2007
A walk in the park
Ich genieße die Stille. Es sei denn es brettert gerade ein Auto durchs Dorf. Je früher desto schneller. Ich habe das Gefühl ich könnte unendlich weiterlaufen. Um 7.00 Uhr gibt die Kirchenglocke das Signal, dass ich es nicht kann. Wird Zeit sich für die Arbeit fertig zu machen. Am Zielpunkt stoppe ich meine Uhr, damit ich was in meinem Lauftagebuch eintragen kann. Tatsächlich war es einfach nur ein schöner Lauf.
9,45 Km in 1:18:43 Stunden; 8:20 Min./Km; Hf 131; %Hfmax 73%
A walk in the park
Dienstag, 20. November 2007
Bis zum Anschlag
Montag, 19. November 2007
Ideale Trainingswoche

Heute Morgen hatten wir ein wunderschönes Farbenspiel zum Sonnenaufgang. Das Bild habe ich vom Balkon aufgenommen.
Donnerstag, 15. November 2007
Kleine Taschenlampe (b)renn ...
4.50 Uhr raffe ich mich also auf. Etwas Recken und Strecken, die Beine ausschütteln. Laufsachen an, erstmals in diesem Herbst noch eine Laufjacke drüber, Wollmütze auf dem Kopf und Handschuhe an. Raus an die frische Luft. Es ist sternenklar und natürlich stockdunkel. Macht nichts. Meine Hausrunde kenne ich in- und auswendig. Auch wo die Pfützen liegen weiß ich ohne dass ich großartig was sehen muss. Außerdem habe ich meine Taschenlampe dabei, aber hauptsächlich um mich bemerkbar machen zu können. Es geht ein Stück über einen von Anliegern befahrenen Wirtschaftsweg. Und die kennen morgens im Dunkeln nur wenig Pardon und fahren wie die Irren. Ich laufe los, gedankenschwer und fest entschlossen, den Ballast wegzulaufen. Die frühe Stunde und die Dunkelheit haben einen Vorteil. Ich laufe langsam. Niemand sieht mich. Keiner beobachtet mich. Manchmal gibt man bei Passanten ja doch etwas Gas, damit die nicht denken, der hat sie nicht alle mehr. Obwohl ich mir da eine gewisse Souveränität angeeignet habe. Ich laufe bei den beiden Suderwicher Firmen Kolk und Scholz vorbei. Noch nichts los. Aber es gibt in diesem Bereich etwas Licht. Mir wird warm. Die Wollmütze ziehe ich mir vom Kopf und stecke sie in die Jackentasche. Es ist zwar kalt aber windstill. Der Boden ist, wo er nicht asphaltiert ist, leicht angefroren. Aber doch nicht überall und ich gebe zu, dass ich wohl doch nicht jedes Matschloch kenne. Anfangs beschäftige ich mich noch mit der Frage, was denn gestern eigentlich los war. Bald interessiert mich das nicht mehr. Heute ist ein anderer Tag und jetzt laufe ich erstmal. In meiner zweiten Runde fährt die Morgenschicht bei der Firma Kolk vor. Bei Farben Scholz sehe ich heute und auch sonst kaum mal Mitarbeiter vorfahren. So ein großes Gelände, da sind doch Leute beschäftigt. Na ja, die fangen vielleicht erst um sieben an.
Ich laufe ohne auch nur einmal auf die Uhr zu schauen. Interessiert mich nicht. Müsste ja auch den Handschuh ausziehen. Ich habe in den letzten Wochen viel übers Lauftraining gelesen. Habe ich ja vorher auch schon gemacht. Mit etwas mehr Erfahrung kann man die Dinge wahrscheinlich besser einschätzen. Mit dem Gedanken Marathon zu laufen bin ich langsamer gelaufen und immer weitere Strecken. Das war vom Tempo her viel Einheitsbrei und dann habe ich mich gewundert, dass ich den Marathon zwar von der Länge ganz gut hinbekommen habe, aber eben auch nur in einem langsamen Tempo. Jetzt versuche ich mehr „Qualität“ ins Training rein zu bekommen und zu variieren: langsam, mittel, schnell. Heute laufe ich für meinen Kopf und nicht für irgendein Laufziel. Das klappt. Nach einer Stunde laufen geht mir plötzlich ein Lied durch den Kopf. „Kleine Taschenlampe brenn“. Neue Deutsche Welle. „Ich sitze hier auf meinem Stern … ich warte auf die Nacht denn da kannst du mich gut sehen ich hab so Sehnsucht bin allein bitte komm doch heut noch ja wir lieben uns nur von der fern … „ oder so ähnlich. Also die Gespenster im Kopf sind jedenfalls weg.
Zuhause! Ich nehme die Zeitung mit nach oben, die ich aber nicht mehr lese. Heiße Dusche. Das tut gut. Später schreibe ich noch ins Lauftagebuch: 80 Minuten langsamer Dauerlauf. Aber dieser Eintrag ist heute nur die halbe Geschichte.
Mittwoch, 14. November 2007
Läuferwinter
Wenn ich die letzten Laufeinheiten Revue passieren lasse, dann waren die jahreszeitlich bedingten Begleitumstände für die Läufe prägend: kalt, windig, nass und meistens auch noch dunkel. Ich sehe mich wirklich nicht als Schönwetterläufer, aber die Jahreszeit setzt doch ganz schön zu.
Sonntag habe mich aufgerafft wenigsten mal wieder etwas länger zu laufen, nämlich 90 Minuten, die Hälfte davon im zukünftigen Marathontempo (unter 7:00 Min./Km). Auf offenem Feld setzten mir heftige Windböen zu. Zwischenzeitlich gab es einige Regenschauer. Ich muss die Brille absetzen, weil ich nichts mehr sehen kann.
Montag, abends nach der Tagesschau folgt ein 50-minütiger Regenerationslauf. Es war ok, natürlich stockdunkel. Die Taschenlampe tut gute Dienste. Kurz vor 21.00 Uhr kreuzt tatsächlich ein weiterer Läufer meinen Weg, mit Stirnlampe. Die Götter müssen verrückt sein.
Dienstag stand „Tempobolzen“ auf dem Programm. Es regnete natürlich. Um 16.00 Uhr wurde es schon dämmerig. Einlaufen, Temposteigerungen und dann 5 Km, so schnell es geht. Ich hetzte durch den dunklen und nassen Herbstwald. Einige wenige Leute führen ihre Hunde aus. Ich friere nicht, aber vor allem schwitze ich kaum. Der Puls jagt nach oben. Ich versuche das Tempo zu kontrollieren und konstant zu halten. Es geling über Erwarten gut. Die letzten 1,5 Km. Es ist schon sehr düster. Die Hände sind klamm, die Laufsachen sind klatschnass. Ich hole noch mal alles aus mir raus. Durchlauf, Zeit gestoppt. Prima, sehr zufrieden. Schnellster Trainingslauf in diesem Jahr. Einige Tage zuvor die schnellsten gelaufenen Intervalle. Ich muss jetzt aufpassen, dass ich nicht überziehe. Aber ich habe nach dem Marathon meinen Laufrhythmus wieder gefunden. Es läuft, ich bin wieder motiviert, habe Laufziele im Kopf und hänge mich richtig rein. Macht wieder Spaß. Jetzt muss ich noch auslaufen. Es ist fast dunkel und es schüttet. Aber es hilft nichts. Ich trabe noch 15 Minuten mit mäßigem Tempo durch den Matsch. Der Puls geht nur langsam runter. Ich fange an zufrieren. Ich erwische voll eine Pfütze. Schimpfe und fluche lauthals und nicht zitierfähig.
Am Auto ersetze ich wenigstens das Shirt durch einen trockenen Pullover. Ich bekomme kaum den Schlüssel im Zündschloss gedreht. Mir ist saukalt. Das war kälter als eine kalte Dusche. Zuhause dann die heiße Dusche und Tee. Nach einer Stunde bin ich wieder aufgetaut, zufrieden und noch etwas aufgedreht. Das Wetter kennt kein pardon; Läufer auch nicht, wenn es darum geht das Training durchzuziehen.
Freitag, 5. Oktober 2007
Berlin-Marathon 2007: Finisher!

Was ist eigentlich so ein Marathon? Eine gewaltige körperliche Anstrengung. Eine mentale Herausforderung die dich bis an deine Grenzen führt.
Konzentration am Start. Die Suche nach dem richtigen Lauftempo. Nach 15 Km die Erwartung, dass der „leichte“ Teilabschnitt gleich zu Ende ist. Bei 25 Km das Empfinden, dass es schon ganz schön anstrengend ist. Ab 30 Km wird es mehr und mehr zur Kopfsache. Die letzten Kilometer sind dann nur noch eine Frage des eigenen Willens. Unkontrollierbare Schmerzen jagen durch die Beine. Die Sorge eine falsche Bewegung zu machen, die das vorzeitige Ende bedeuten könnte. Vielleicht möchtest du jetzt fast heulen. Tust es natürlich nicht. Du läufst fast schon am Schluss durch das Brandenburger Tor. Bist immer noch nicht ganz am Ziel. Spürst deinen völlig leer gepressten Körper. Auch die letzten 100 m sind dann noch lang. Das Ziel! Endlich! Schluss, aus, keinen Meter mehr. Vielleicht schon ein bisschen Freude. Sicher aber große Erleichterung. Du bekommst deine Medaille (hast du dir echt verdient). Es hat angefangen leicht zu regnen. Du frierst. Endlich kriegst du eine Folie zum Umhängen. Dann einen Versorgungsbeutel und etwas zu trinken. Der Läuferbereich ist groß. Es ist schrecklich voll. Aber du kannst sowieso nur noch schleichen. Du holst deinen Kleiderbeutel ab. Und du musst noch ein ganzes Stück zu den Zelten mit den Duschen laufen. Umziehen: das tut richtig weh. Du verlässt den Läuferbereich; bist aber immer noch nicht im wirklichen Leben.
Du verspürst leichte Erholung. Und empfindest ein Gefühl der Zufriedenheit. Ziel erreicht. Widerstände und Hindernisse überwunden. Stille Freude und vielleicht auch etwas Genugtuung.
Die nächsten Tage sind durch körperlichen Schmerz bestimmt. Dankbar für jeden Fahrstuhl und jede Rolltreppe. Der Schmerz geht, der Stolz bleibt (eine beliebte Läuferweisheit). Du spürst, dass du gewachsen bist. Du wirst es wieder tun. Vorher gibt es noch was aufzuarbeiten. Die letzten Monate, das harte Training und die Vorbereitung.