Freitag, 31. August 2012

Vorfreude auf den Herbst

Ein kühler kräftiger Wind empfängt mich draußen, verstärkt durch ein paar Regentropfen. Gänsehaut am letzten Tag im August. Nach dem Loslaufen verschwindet die Gänsehaut rasch wieder. Aber ist das nicht ein herrliches Laufwetter? Angenehme 14 Grad. Dunkle Wolken ziehen rasch am Himmel. Sommer, war da nicht mal was? Fast schon vergessen sind die heißen Tage, mit bis zu 38 Grad. Denen freilich bin ich aus dem Weg gelaufen. Habe dann den Tagesablauf anders gestaltet. Doch wenn Morgens um 5 Uhr die Luft steht und das Thermometer auf 24 Grad "gesunken" ist, dann ist das alles andere als schön. Das war zum Glück nur eine extreme Ausnahme. Vergangenheit ist es und wird auch nicht vermisst. Wieder ein Monat vorbei. Wir können es nicht ändern. Wäre auch nicht förderlich für meine Lauferei, wenn der August ewig dauern würde. 16 Läufe vermeldet meine Monats-Laufstatistik, genau wie im Juli, doch nur 170 statt 220 Km. Allerdings hatte ich im Juli auch 14 Tage Urlaub. Beim längsten Lauf im August kamen 24 Km zusammen. Zuwenig und weniger als geplant. Marathon ade? Ich nehme es im Moment ziemlich gelassen und baue auf kleine Fortschritte. Es ist eh nicht zu ändern. September, Oktober und November sind meine Lieblingslaufmonate. Der kühleren Temperaturen wegen aber auch die Freude an den Herbstfarben. Vielleicht gibt es im Dezember noch irgendwo einen Marathon? Jetzt freue ich mich auf das arbeitsfreie Wochenende und auf einen langen Lauf am Sonntag.

Dienstag, 31. Juli 2012

Kein Monatsrückblick


In den vergangenen Monaten habe ich es einfach nicht geschafft etwas halbwegs Erträgliches zu Papier zu bringen. In dem Augenblick, in dem ich einen Bericht in Vorbereitung hatte, hatte sich meine Stimmungslage gegenüber dem, was zu berichten war, schon wieder geändert. Es war dann schon wieder Makulatur. Ich könnte auch von einer Achterbahnfahrt sprechen. Es ging auf und ab. Meistens aber gefühlt abwärts. Inzwischen habe ich aber eine Vorstellung davon, warum ab der Altersklasse "60" die Teilnehmerzahl bei Laufveranstaltungen rapide abnimmt. Der Zahn der Zeit macht sich halt bemerkbar. Eine verschwindent kleine Minderheit von älteren Läufern mal ausgenommen, die immer noch zu erstaunlichen Leistungen in der Lage sind. Bei den meisten geht es aber abwärts. Viele hören deshalb wohl auf, weil es im wahrsten Sinne des Wortes einfach nicht mehr richtig läuft.

Ich hätte in den vergangenen Monaten von einigen Veranstaltungen berichten können. Im April und Mai bin ich jeweils einen Halbmarathon gelaufen. Im Juni noch bei einer 10 Km-Veranstaltung. Ich hätte über zwei Dreistunden-Läufe in den letzten Wochen berichten können und darüber, dass ich auch im Training langsamer geworden bin.

Berichtenswert wären vielleicht auch meine langen Läufe entlang der Emscher und am Rhein-Herne-Kanal gewesen. Laufen an der Emscher, der größten Kloake des Ruhrgebiets? Genau!
Und ich hätte dann erzählen können, dass da einiges im Wandel ist, weil die Emscher in einem langjährigem Projekt renaturiert wird. Es gibt einen gut ausgebauten Weg an der Emscher, die von Radfahrern und Fußgängern und auch von Läufern genutzt wird. Ich habe auch nicht feststellen können, dasss von der Emscher derzeit eine Geruchsbelästigung ausgeht, wie in der Vergangenheit. Das mag aber auch mit den kühlen Temperaturen und dem vielen Regen im Juli zu tun haben. Ach ja, der Sommer ist ja fast schon vorbei, wenn man auch den August nicht unterschätzen soll. Aber die Tage sind doch schon merklich kürzer geworden. Der Juli ist mit uns Läufern sehr moderat umgegangen. Die wenigen warmen Tage waren ja nicht wirklich ein Problem. Am letzten Freitag hatte ich bei einem zweistündigen Lauf immerhin 27 Grad zu verarbeiten. Das ist bisher mein diesjähriger Spitzenwert. Übrigens ist bei diesem Lauf wieder einmal meine Trinkflasche auf dubioser Weise aus dem Feld verschwunden. Als ich zum zweiten Mal an dem besagten Punkt vorbei kam, war die Flasche einfach weg. Da mir das im letzten Jahr auch schon mal passiert ist, war dieses Mal auch nicht besonders geschockt. Ich musste sogar kurz auflachen. Es war allerdings eine trockene Angelegeheit auf den letzten Kilometern. Ich bin aber dann noch durch eine sehr schöne Begegnung mit einem Reh entschädigt worden und das zur Mittagszeit in einem Möhrenfeld. Es war wohl gerade auf der "Durchreise" und verabschiedete sich mit eleganten Sprüngen.

In diesem Monat habe ich meine Laufkilometer mal wieder etwas steigern können. Erstmal komme ich in diesem Jahr über 200 Monatskilometer, nämlich auf genau 221 Km mit 16 Läufen. Der Jahrestacho liegt jetzt über 1.200 Km, das sind 570 Km weniger als im letzten Jahr. Mir ist`s aber egal. Es geht ja wieder aufwärts. Das ist ja bei jeder Achterbahnfahrt so, wenn man ganz unten angekommen ist. Ich habe weiterhin riesig viel Spaß am Laufen und das ist doch die Hauptsache. Marathon im Herbst? Mehr als 5 Euro würde ich nicht darauf setzen. Allerdings bin ich auch ziemlich hartnäckig. Sollte es nicht klappen, so war halt der Weg das Ziel.

Wie heißt es so schön:
Ein Ziel ist nicht immer zum Erreichen da,
oft dient es nur zum richtigen Zielen.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Morgenstund


Der sintflutartige Regen vom Vortag hat sich verzogen. Die Luft ist reingewaschen. Vor der Tür begrüßt mich eine frische Brise. Gleich wird die Sonne aufgehen und ich habe Zeit. Zeit die allein mir gehört. Jedenfalls für die nächsten zwei Stunden. Allein das wirkt schon beruhigend.

Nach ein paar Schritten höre ich einen Fasan. Ich bekomme ihn nicht zu sehen. Dafür aber eine junge schwarzweiß getupfte Katze, die herumstreicht. Es geht über den Bach, der jetzt gegenüber gestern fast wieder auf Normalmaß geschrumpft ist. Dann vor mir drei kräftige Krähen auf dem Weg: als ob sie Kriegsrat halten. Aber sie müssen dann doch weichen. Jetzt muss ich kurz noch  durch die Siedlung, dann über die A2-Überquerung und dann bin ich im Wald. Nachdem mich vorher die tief stehende Sonne geblendet hat, genieße ich jetzt den augenschonenden Schatten. Die Vögel geben ein Konzert. Es gibt jetzt keine störenden Nebengeräusche. Tut das gut!

Rehe gibt es heute in der Brandheide nicht zu sehen. Die Uhrzeit wäre eigentlich richtig. Dann komme ich auf`s offene Feld. Eine große Anzahl Krähen halten hier ihr Frühstück ab.

Jetzt überquere ich eine Straße und es geht in das kleine Naturschutz "Becklemer Tal". Zunächst sagt mir ein Hase kurz guten Morgen. Na ja, eigentlich eher unfreiwillig. Er kommt aus einem schmalen Pfad auf den Hauptweg, erblickt mich und macht auch gleich wieder kehrt. Auch Hasenbegegnungen gibt es hier nur wenige. Im letzten Jahr war es etwas mehr. Aber 2012 ist wohl kein gutes Jahr für die Hasen.

Inzwischen sind nicht nur die Hasen unterwegs. Erst kommt mir eine Läuferin mit angeleintem Hund entgegen. Dann ein Radfahrer mit Hund und später noch ein Läufer ohne Hund und ohne Rad.

Der kleine Wald ist leider schnell durchlaufen. Es geht jetzt durch die Felder. Ich bin da etwas zwie gespalten. Auch Landwirtschaft ist ein Eingriff in die Natur. Aber immerhin hier wächst was. Scharen von Krähen und Tauben haben ihren Spaß daran.

Mein Lauf geht nach 1 1/2 Stunden langsam zu Ende. Noch kurz durch die Siedlung. Wieder begegne ich einem Kätzchen,dieses mal  mit einem ganz schwarzen Fell. Dann hat mich die Wirklichkeit wieder.

"Morgenstund` hat Gold im Mund." Das Sprichwort hat durchaus seine Berechtigung.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Wie eine alte Dampflok


Gestern habe Abend habe ich gepasst. Mir war nicht nach Laufen. Der Tag war zu lang und zu anstrengend gewesen. Und dann ist es ja auch noch deutlich wärmer geworden. Ich mag den Sommer, wenn ich nicht arbeiten muss und nicht gerade laufen möchte. Das sind zugegebener Maßen doch nicht ganz unerhebliche Einschränkungen. Doch was wären Frühling undHerbst ohne Sommer und Winter?

Es hat mir nicht gefallen, dass ich gestern nicht Laufen war. Während meines Täglichlaufens hat es solche Einschnitte nicht gegeben. Es fällt mir offensichtlich schwerer mich nach ein oder zwei Tagen mit einer Laufpause neu aufzuraffen.

Doch heute sollte es keine Entschuldigung geben. Als ich zu Hause war habe ich als erstes meine Laufsachen zusammen gelegt, die Beine kalt abgeduscht und zehn Minuten hoch gelegt und dann, nach dieser extremen Erholungsphase ging es raus. Ach ja, einen nassen Waschlappen hatte ich heute auch noch zusätzlich dabei. Dafür habe ich meinen Pulsgurt vergessen. Als ich es vor der Tür bemerkte, hatte ich keine Lust nochmals ins Haus zu gehen.

26 Grad sind doch gar nicht so warm für Juli. Stimmt, wenn man nicht gerade laufen will. Warmlaufen musste heute trotzdem sein. Denn heute stand, passend zum Wetter, ein Intervalltraining an: 5 mal 1.000 m. Nachdem ich nach 3 Klometern meinte, dass ich nun warm genug wäre, konnte es los gehen. Das erste Intervall in 10 Km-Tempo ging so leidlich. Etwas verschnaufen, umdrehen und wieder zurück. Ging schon nicht mehr ganz so gut. Ein paar Spaziergänger waren auch unterweg. Weniger als sonst. War ja noch zu warm. Die werden sich ihr Teil gedacht haben, als ich sie überholte und dann wenig später wieder entgegen kam. Doch für mich war das ja erst der Anfang. Insgesamt fünfmal ging es über diesen besagten Kilometer. Beim letzten Mal waren die Beine schon ordentlich schwer. Und ich schnaufte, wie eine alte Dampflok. Und dann fast fertig. Wie nennt man das in feinen Läuferkreisen so schön: cool down. Gar nicht so einfach bei denTemperaturen.

Spaß gemacht hat es übrigens auch. Und ein gutes Gefühl nach der Dusche.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Das Klimahaus Bremerhaven




Als ich heute Morgen gegen 7.00 Uhr in der Früh meinen einstündigen Lauf starte ist es im Schatten kühle 5 Grad. Der Himmel ist blau und die Luft ist klar. Dir Sonne straht vom Morgenhimmel herab und schickt mir ein paar wärmende Strahlen, die ich dankbar registriere. Der Wind hält sich zurück und bereitet mir heute keine Probleme. Was für ein Gegensatz zu dem gestrigen Tag, als mich in Bremerhaven heftiger Sturm durchrüttelte und schwere Wolken am Himmel sich wie eine Drohung auftürmten. Heute ist es hingegen ruhig und friedlich. Ich laufe durch die Felder, die sich in der Vielfalt nach der Auswahl der Bauern vor mir ausbreiten. Auch in dieser Woche wieder haben sich die Pflanzen deutlich weiter entwickelt. Zum Glück gibt es nicht nur "geordnete" Landwirtschaft, es gibt auch ein paar wilde Wiesen mit unzähliger Vielfalt an Gräsern und Blumen. Und natürlich, auch die Bäume "schlagen aus", wie es sich für den Mai gehört.

Der gestrige Tag geht mir nicht aus dem Kopf. Ich war im Klimahaus in Bremerhaven, habe einen Betriebsausflug genutzt und mich für ein paar Stunden abgesetzt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Darstellungen im Klimahaus ist eine Reise um die Welt von und nach Bremerhaven. Es geht immer entlang des Längengrads 8° Ost 34. Anhand von Ortschaften auf diesem Längengrad werden die Lebensbedingungen der dort wohnenden Menschen beispielhaft dargestellt. Es beginnt in der Schweiz, setzt sich auf Sardinien fort, geht über Niger, Kamerun, König-Maud-Land (Antarktis),Samoa, Alaska, der Hallig Langeneß zurück nach Bremerhaven.In dieser gerafften Form werden die Klimaunterschiede greifbar. Der Reisende verspürt als erstes die Temperaturunterschiede und taucht dann in die Lebensweise der Einheimischen ein. Wer möchte im Sommer dauerhaft auf Sardinien wohnen, bei Temperaturen von 40 Grad. Und das ist ja erst der Anfang der Reise. Wenn man sich dann ein paar Schritte in die Sahara wagt, dann wird einem klar, welche privilegierte Lebensbedingungen wir in Mitteleuropa vorfinden. Später geht es durch das Eis der Antarktis. Man wird daran erinnert, wie sich das Eis in den letzten dreißig Jahren zurückgezogen hat. Spätestens da werden einem auf dieser Weltreise die Zusammenhänge deutlich.

Daran denke ich, als ich heute Morgen laufend unterwegs bin. Ich werde hinterher duschen müssen. Die Folge meiner sportlichen Aktivitäten bringt es mit sich, dass ich mir diesen nicht selbstverständlichen Luxus leisten werde. Da ist es keine ausreichende Erklärung, dass ich in der Sahara und auf Samoa diesen Sport so nicht betreiben werde. Ich habe mir im Klimahaus meine persönlichen CO2-Emissionen errechnen lassen. Danach produziere ich im Jahr 7,5 t CO2. Das ist zwar unter dem Schnitt der Bundesbürger. Ich verichte seit 1 1/2 Jahren aufs Auto. Als umweltverträglich wird allerdings erst ein jährlicher CO2-Ausstoss vom 2,5 t angesehen.

Wie man das Ganze auch immer betrachtet - und es werden ja unterschiedlichste Einschätzungen zu dem Thema vertreten - wir sitzen tatsächlich auf dieser Erde in einem gemeinsamen Klimahaus. Und wir haben verdammt viel zu tun, wenn man in diesem Haus auch in zukünftigen Generationen leben können soll. Ich will an dieser Stelle nicht in Resignation verfallen, auch wenn fast alle Umstände für eine solche Einschätzung sprechen. Es ist jedenfalls Zeit etwas zu tun.

Samstag, 5. Mai 2012

Mairegen

Der Wecker klingelt um 5.15 Uhr. Arbeiten? Nein, laufen! Ein längerer Lauf ist angesagt, mindestens zwei Stunden soll er dauern. Der Himmel ist mit Regenwolken behangen. Der Regen lässt auch nicht lange auf sich warten. Zunächst tröpfelt es gemächlich. Schließlich wird es ein ausdauernder mäßig starker Landregen. Nach dreieinhalb Kilometern verlasse ich die Strasse und es geht über Zechenbahntrasse König-Ludwig zum Jachthafen Pöppinghausen in Castrop-Rauxel am Rhein-Herne-Kanal. Dem Kanal folge ich jetzt etliche Kilometer. Es geht vorbei an der Schleuse Herne-Ost, dem Stadthafen in Recklinghausen-Süd und dem Steag-Kohlekraftwerk in Wanne-Eickel. Etwas "Ruhrgebiets-Kulisse". Ich verlasse den Kanal, überquere ein letztes Mal die Emscher und bewege mich über die Wannerstr. in Richtung Hochlarmark.Ich komme am "Forsthaus" vorbei. Das mit dem "Forsthaus" bedarf der Erklärung. In den 60er Jahren gab es hier riesige Kohlehalden. Mittendrin ein Kohlehändler. Der hat nebenbei eine Kneipe betrieben, das "Forsthaus" eben. Den Kohlehandel gibt es längst nicht mehr. Doch die Kneipe mit Biergarten wird weiter betrieben. Heute sind hausgemachte Frikadellen im Angebot, für 1,50 Euro das Stück. Es ist noch nicht ganz 7.30 Uhr. Nicht die richtige Zeit für Frikadellen. In Hochlarmark kenne ich jede Bordsteinkante, schließlich bin ich hier aufgewachsen und mehr. Bis nach Hause sind es noch etliche Kilometer. Ich schaue auf die Uhr und kalkuliere. Mehr als 20 Km wollte ich nicht laufen. Schließlich soll es heute Mittag noch nach Dortmund zum Saisonfinale mit der Meisterschale gehen. Das wird auch noch ganz schön anstrengend. Wenn ich durchlaufe, dann werden es gut 23 Km. Zuviel für heute beschließe ich. Ich laufe noch bis nach Recklinghausen-Süd, wo ich einen Busanschluß habe. Mit der Zeit passt das ganz gut. An der Haltestelle steht ein junges Mädchen, sichtlich irritiert angesichts meines Läufer-Outfits bei strömenden Regen. Ich steige in den Bus ein und resümiere. Bisher gelaufene 16,5 Km sind eigentlich etwas wenig. Einige Haltestellen weiter steige ich wieder aus und laufe wieder. Die Beine fühlen sich nach der zehnminütige Busfahrt auf den ersten Schritten etwas "unrund" an. Doch das gibt sich rasch und der Regen treibt mich rasch nach Hause. Nach 19,5 Km ist ein schöner entspannender Lauf zu Ende.

Samstag, 31. März 2012

Faszination Marathon

Nach 377 Täglich-Lauftagen und insgesamt 2.844,23 gelaufenen Kilometern (7,54 Km pro Tag)habe ich also das Täglichlaufen beendet. Ich hatte dazu ja im Nachtrag zu meinem letzten Beitrag täglich berichtet. Es hat vom 16. März 2011 bis zum 26. März 2012 gewährt. Für mich war es eine sehr interessante und erkenntnisreiche Zeit, die ich nicht missen möchte. Und trotzdem habe ich es beendet. Ohne Not, das heißt ohne Krankheit oder Verletzung, ohne mentale Schwäche. Ich war gut drauf, als ich den Entschluss nach reichlicher Überlegung in den letzten vier bis sechs Wochen gefasst habe. Ebenso wenig wie ich den Entschluss bereut habe täglich zu laufen, habe ich den Beschluss bereut es zu beenden. Nach ein paar Tagen Abstand kann ich das so feststellen. Warum diese Entscheidung? Ich hatte es ja mehrfach angedeutet: Täglichlaufen und Marathon passen nicht zusammen. Jedenfalls für mich nicht. Befriedigend Täglichlaufen kann ich nur, wenn ich darauf absolut fokussiert bin. Zielvorstellungen wie eine vorgestellte Anzahl von zu laufenden Tagen oder Kilometervorgaben und Trainingspläne sind da nur kontraproduktiv. Eine mehrmonatige Vorbereitung auf den Marathon schränkt das Täglichlaufen ein, es ist geradezu sinnentstellend. Es gibt sehr harte Trainingseinheiten in der Marathonvorbereitung. die das tägliche "Laufvergnügen" drastisch einschränken. Auf der anderen Seite beeinrächtigt das Täglichlaufen die Vorbereitung auf den Marathon. Marathon und Täglichlaufen ist wie ein Zickzack-Kurs. Für Beides reicht die Kraft nicht. So ist jedenfalls meine Erfahrung. Habe ich den Frühjahrsmarathon in diesem Jahr auf dem Altar des Täglichlaufens geopfert, so soll das im Herbst anders sein. Ich werde jetzt über drei Monate ein behutsames Aufbautraining durchführen, um dann in die richtige Marathonvorbereitung einsteigen zu können. Anders sehe ich keine Chance mehr einen weiteren Marathon vernünftig anzugehen. Ob er dann auch gelingt ist immer noch eine offene Frage.
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Was ich aus dem Täglichlaufen gewonnen habe:

Die Erfahrung der Fokussierung auf ein eigenes Vorhaben;

eine verstärkte Wahrnehmung der Gegenwart (hier, heute und jetzt);

die verstärkte Wahrnehmung der eigenen täglichen Befindlichkeit;

mentale Stärke (Konzentration, Beharrlichkeit, gepaart mit einer gehörigen Portion Sturheit;)

eigene Schwächen zu erkennen aber auch dagegen anzugehen (die Überwindung von Schwächephasen war mit die interessanteste Erfahrung).
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Was ich mir von dem Projekt Marathon erwarte:

Erfahrungsgemäß eine echte Herausforderung;

der Kampf gegen eigene Schwächen;

es mir selbst zu zeigen;

die Überquerung der Ziellinie nach 42,195 Kilometern;

Es ist ein Ziel und es ist der brennende Wunsch dieses zu erreichen.

Es ist die Faszination Marathon, die man so schlecht in Worte fassen kann. Man muss es selbst erlebt und auch erlitten habe. Ich freue mich auf diese erneute "Mission Impossible". Ich gehe meinen unverwechselbar eigenen Weg weiter.