Sonntag, 20. Dezember 2009

Laufen im Schnee


4. Advent und Schnee. Ein seltenes Ereignis in unseren Breitengraden. Also nichts wie raus. Das Vorkühlen hat gestern im Signal-Iduna-Park, sorry, Westfalenstadion statt gefunden. Der 100. Geburtstag des BVB bei minus 11 Grad. Echt cool. Und heute? Ganz so kalt war es nicht mehr, nur noch minus 8 Grad. Damit das Wohlbefinden seine Grenzen findet peitscht mir eisiger Wind den Schnee ins Gesicht. War schön, als der Schmerz nach ließ.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Die Dinger sind gut!

Nach einem Tag Laufpause geht es weiter. Ich konstatiere, dass ich eine gute Entwicklung gemacht habe. Nach meinem ersten Halbmarathon vor drei Jahren in Bertlich brauchte ich vier Ruhetage. Heute kämpfe ich ein wenig gegen die Kälte und laufe vor allem gegen die schnell einbrechende Dunkelheit. Nach einer guten halben Stunde laufe ich einer älteren Dame entgegen. "Halt, halt", macht sie sich bemerkbar. Es ist sonst niemand in der Nähe. Sie meint mich. Ich bin wenig begeistert, läuft es doch gerade so gut. Was mag sie wollen? Ich mache mir ein wenig Sorgen. Will sie mir einen Vortrag halten, dass es gar nicht gut sein kann bei der Kälte und der Dunkelheit zu laufen? Habe ich etwas falsch gemacht? Kennt sie mich von irgenwo her? Oder soll ich vielleicht erste Hilfe leisten? Um Gottes Willen!
"Die Dinger sind gut", kommentiert sie und zeigt auf meine Blinklichter. "Ja", erwidere ich, " es ist wichtig gesehen zu werden". Ich laufe weiter, obwohl es ein ergiebiges Thema sein könnte. Und vor allem bin ich erleichtert, dass ich keine erste Hilfe leisten muss. Ich finde es etwas blöd blinkend durch die Gegend zu rennen. Aber es ist ja wegen der eigenen Sicherheit. Und nicht jeder der Blinklichter trägt ist auch ein Armleuchter.

Sonntag, 13. Dezember 2009

1. Siebengebirgshalbmarathon





















Zum 11. Mal richtete die "Tri Power Rhein Sieg" den Siebengebirgsmarathon aus und zum 1. Mal den Halbmarathon. Ein Glück für mich, hatte ich mich doch zunächst für den Marathon angemeldet und dann vor ein paar Wochen festgestellt, dass das trainingstechnisch ein immer schwieriger werdendes Unterfangen wurde. So konnte ich auf den Halbmarathon umsatteln.
Schon der 3. Adventssonntag. Mitten im Dezember ist eine solche Veranstaltung in einem besonderen Maße den Kapriolen des Wetters um diese Jahreszeit ausgesetzt. Doch heute war fast schon Kaiserwetter. Null Grad (heute Mittag am Ziel), aber trocken und die Sonne ließ sich häufig sehen. Wind? Hab`nichts gemerkt, kann also nich soviel gewesen sein. Eine zauberhafte Landschaft, vom ersten hauchdünnen Schnee angezuckert, wie aus dem Bilderbuch. Die Strecke: in einem akzeptablen Zustand. Sicher gibt es um die Jahreszeit im Wald auch Mal etwas Matsch.
Ich war und bin jedenfalls begeistert. Gut, dass ich den Fotoapparat auf die Strecke mitgenommen habe. Ich wollte heute keinen Kampf um Sekunden führen und ich tat gut daran. Ich ließ es langsam angehen, obwohl auf den ersten Kilometern ein Gefälle den Einstieg erleichterte. Der Anstieg, das war sicher, würde kommen. Und vom Drachenlauf Ende Oktober hatte ich einen großen Respekt vor den "7 Bergen" mitgebracht. Aber die Anstiege sind gegenüber dem Drachenlauf doch zu schaffen. 380 Höhenmeter insgesamt, immerhin, aber doch gut verteilt. Mit meinem Haldentraining, bei dem ich in den letzten Wochen etwas geschludert hatte, ging das ganz gut. Jedenfalls zunächst. Ob es der Spaß beim Laufen war, dass die Kilometer gar nicht so lang schienen? Ich hatte mir vorgenommen nach Möglichkeit vor dem ersten Marathonläufer ins Ziel zu kommen. 2:45 Stunden hatte der Sieger im letzten Jahr benötigt. 2:30 Stunden schienen mir für meinen eigenen Lauf realistisch. Bei 10 Kilometer schien das auch noch absolut machbar. Ich hatte ja vorher keine Ahnung, wie sehr mir das Streckenprofil zusetzen würde. Eine brenzlige Situation hatte ich zwischen den Kilometern 7 und 8 auf einem Stein trat und mit dem rechen Fuß böse umknickte. Das tat weh! Aber es ging dann doch weiter. Beim Laufen hatte es mich dann kaum gestört. Jetzt zu Hause spüre ich doch einen dumpfen Schmerz. Mal sehen was draus wird.
Ehrlich gesagt machte ich mir über die Zeit nicht viele Gedanken. Es gab wunderschöne Aussichten zwischen durch. Ein Läufer war mit Hund unterwegs. Ich kenne mich mit Hunden nicht aus. Es war ein mittel großer Hund mit einem weißen Fell. Der schien beim Mitlaufen fast unterfordert.
Bei Kilometer 18 trennten sich die Wege von Halbmarathon und Marathon. Jetzt gab es derbe Steigungen, die ich aus den Informationen im Internet schon befürchtet hatte. Und 18 Kilometer steckten immerhin auch schon in den Beinen. Kurz vor dem Ziel, vielleicht noch 300 m zu laufen, gab es nochmals einen richtig ernsthaften Anstieg. Doch dann war endlich das Bürgerhaus in Sicht. Beim Siebengebirgs(halb)marathon liegt das Ziel nämlich in diesem besagten Gebäude. Die letzten Meter geht es über einen roten Teppich und dann in einem großen Saal befindet sich der Zieleinlauf.
Mit 2:24:35 Stunden habe ich dann meine Zielzeit trotz der letzten drei "Kammerkilometer" gut eingehalten. Im Ziel gab es eine Suppe, Laugenbrötchen und Obst. Ja klar, die Medaille und dieUrkunde will ich nicht vergessen.
Als sportlichen Höhepunkt gab es dann den Zieleinlauf des Marathonersten in circa 2:45 Stunden.
Wenn es im nächsten Jahr passt, dann bin ich wieder dabei. Ob es dann ein Marathon sein wird, wie ich es eigentlich jetzt schon vor hatte, kann dahin gestellt bleiben. Denn eines ist mir heute auch klar geworden: halbe Strecke, doppelter Spaß!







Sonntag, 6. Dezember 2009

Nikoläuse ohne Ende


Den Nikoläusen kann man in diesen Tagen kaum aus dem Wege gehen. An jedem Supermarkt steht einer. Dazu kommen noch die Veranstaltungen von Werbegemeinschaften und Verkehrsvereinen. Und für kleinere Kinder dürfte dieser Boom kaum nachvollziehbar sein. Nicht nur zu Hause hat derNikolaus was abgelegt. Klar, auch bei Oma und Opa war er aktiv und anschließend geht es dann auch noch zum Umzug.


Auch diverse Nikolausläufe standen an diesem Wochenende im Angebot. Ich habe aber verzichtet. Zum einen war ich gestern im Westfalenstadion und habe da völlig unerwartet ein schönes und aus Sicht des gastgebenden Vereins auch erfreuliches Spiel gesehen. Trotzdem war heute freies "Nikolauslaufen" angesagt. Nach der Steherei am Vortag auf der Tribüne weiß ich nie, was am nächsten Tag noch geht.


Ziemlich lustlos bin ich dann heute Mittag aus dem Haus gegangen. Scheußliches Wetter. Die Temperatur war zwar zweistellig. Aber mich empfing gleich vor der Haustür ein unangenehmer Wind und der Regen ließ auch nich lange auf sich warten. Langsam wollte ich laufen und etwa 16 Km weit. Zu meinem Erstaunen taten die Beine einen gut Job. Nach den ersten 3 Km bekam ich richtig Spaß dran und weder der Wind noch der Regen konnten daran etwas ändern. Ich bekam einen richtigen Lauf und das vorgegebene Tempo von etwa 7:00 Min./Km war mir völlig egal. Ich hatte das Gefühl Super getankt zu haben: Endorfine. Jedenfalls hatte ich schon lange keinen solchen Spaß mehr. Vielleicht war das auch die Folge davon, dass ich lange für den Marathon trainiert habe und erst vor wenigen Tagen das Vorhaben gestopt habe. Nach 16 Km machte ich mit einem Schnitt von 6:28 Min./km trotzdem Schluß. Schließlich geht es am nächsten Sonntag ins Siebengebirge zum Halbmarathon. Ich freue mich schon drauf, weil ich es dort locker angehen werde. Eine gute Zeit ist bei dem Streckenprofil sowieso nicht drin. Also lieber gleich den Spaß in den Vordegrund rücken.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Erstes Törchen mit mystischem Moonwalk!

1. Dezember, metereologischer Winteranfang und Zeit, das erste Adventstörchen zu öffnen. War eine Menge drin, wenn ich den Sonntag da mit rein packen darf: 10 Km bei den Bertlicher Strassenläufen. Ideales Wetter stand in der Zeitung. Gut, wer in Bertlich läuft ist bekanntlich wetterfest. Als ich am Sonntag in Herten vor dem Start aus dem Auto stieg, fegte mir ein heftiger Wind um die Ohren, nahm mir eigentlich schon die Lust am Laufen. Die 8 Grad fühlten sich auch kälter an. Unter einer Stunde zu bleiben, war mein Ziel. Für 10 Km hatte ich nicht trainiert, eigentlich nicht mehr nach der Winterlaufserie in Duisburg, die bekanntlicher Maßen Ende März mit dem Halbmarathon endet. 58:53 Minuten war ich in Duisburg über die 10 Km gelaufen. Jetzt in Herten startete ich den ersten Kilometer mit 5:40 Minuten etwas zu schnell, aber ich wollte nicht gleich der erhofften Zeit hinterher laufen müssen. Nach dem "Ersten" ließ ich es dann etwas vorsichtiger angehen. Immer ganz knapp unter 6 Minuten. Der 8. Kilometer lag deutlich über 6 Minuten, was vor allem am böigen Gegenwind lag. Beim letzten Kilometer machte ich dann aber mit 5:32 Minuten alles klar. 58:40 Minuten als Endzeit waren dann überraschend gut für mich. Sozusagen "persönliche Jahresbestzeit", bei den beiden Starts über 10 Km.
Das erste richtige Adventstörchen gab es dann aber erst heute Morgen. Die kalorienhaltige Zeit ist damit eingeläutet!!! Nicht nur als Ausgleich dafür gab es dann nachmittags noch einen schönen Lauf, zweimal die Hohewardhalde rauf und runter, 10,2 Km lang, einschließlich gut 2 Km flaches Einlaufen und 220 Hm gratis dazu . Es wird ja schon so früh dunkel. Aber heute half der Mond, der fast schon ein voller ist. Er tauchte die Halde mit Obelisken und Himmelsobservatorium nach Einbruch der Abenddämmerung in ein geheimnisvolles Licht. Es wurde ein mystischer Moonwalk. Unten leuchtete das Kraftwerk am Rhein-Herne Kanal und wenig entfernt davon die zahllosen Lichtquellen der Müllverbrennung in Herten. Außerdem das grüne Licht des alten Förderturms in Hochlarmark. Mit dem Mondlicht reichte es für einen schnellen Lauf bergab nach dem zweiten Haldenanstieg. Das machte richtig Laune. Mit dem heutigen Lauf habe ich auch in diesem Jahr die 2.000 Km-Marke überlaufen und bin jetzt bei 2006 gelaufenen Kilomtern in diesem Jahr.
Kalt war es übrigens auch; ach ja, wir haben den 1. Dezember.

Sonntag, 22. November 2009

Das ist die Wahrheit!


Die 30 Km vom Freitag sollten Aufschluss geben, wo ich mich trainingsmäßig befinde. Nach Erfahrung aus circa 20 Läufen von 30 Km und mehr (einschließlich von 5 Marathonläufen) kann ich mich ziemlich gut selbst einschätzen. Das Training der letzten Woche hat mich immerhin bis 30 Km geführt. Aber es reicht nicht ganz, jedenfalls auf einer so anspruchsvollen Strecke wie den Siebengebirgsmarathon. Habe mich heute Morgen vor dem Frühstück auf die Starterliste für den HM umschreiben lassen. Bin froh und erleichtert über diese Entscheidung. Ein Sonntagsspaziergang wird es trotzdem nicht, wie das Streckenprofil deutlich macht. Ich werde es locker angehen lassen und hoffentlich genießen können.

Samstag, 21. November 2009

Stunde der Wahrheit

Tage der Selbstzweifel und nur mühsam bekämpfte Gedanken aufgeben zu wollen. Nach den 25 Km von Bottrop vor knapp zwei Wochen setzte mich am letzten Wochenende zunächst eine leichte Grippe außer Gefecht. Nichts wirklich Schlimmes. Aber an Laufen war nicht zu denken. Dann zwei Trainingseinheiten bis Wochenmitte. Immer wieder Beschwerden mit der Beinmuskulatur und Kniebeschwerden. Weiterhin gefühlte Schwäche nach der Grippe. Kampf gegen Müdigkeit und Dunkelheit. Den Siebengebirgslauf abhaken? Vor meinen bisherigen Marathons führte das Training bereits mehrere Wochen vor den Starts zu einer gewissen Zuversicht es schaffen zu können. Statt dessen dieses Mal Hoffnungslosigkeit, Resignation. Dann der Gedanke wenigstens den Halbmarathon mitzumachen. Die Strecke kennenzulernen für nächstes Jahr. Aber hatte ich nicht 23 Euro auf mich gesetzt? Die materielle Sicht ist dabei nicht gemeint. Aber aufgeben, ich, ein Drachenläufer? Manchmal kann Aufgabe vernünftig sein. Vernünftig sein, wer will das schon; jedenfalls nicht immer.
Eine Chance wollte ich mir noch geben. Der lange Lauf in dieser Woche schon am Freitag. 27 Km waren absolute Voraussetzung und Notwendigkeit das Projekt "13. Dezember" weiter am leben halten zu können. Frühlingswetter am 20. November. Temperaturen bei 18 Grad; strahlender Sonnenschein. So dann Mittags überpünktlich Feierabend im Büro und schnellstens ins Wäldchen "Katzenbusch" nach Herten. Meine 1,6 Km lange Runde wartete schon auf mich. Irgend jemand hatte auch den Wald schon gefegt. Während ich vor zwei Tagen noch über einen Laubteppich gerannt war, hatten tüchtige Helfer der Stadt die Wege laubfrei gemacht. Also für mich wäre das nicht notwendig gewesen.
So setzte ich mich dann in kurzer Laufhose (!) und langärmligen T-Shirt in Trab. Langsam, langsam, langsam. Das musste die Devise sein, dass ist lehrbuchmäßig für lange Läufe. Bei einer Marathonzielzeit von 4:30 Stunden können das 7:30 Min./Km sein. Nicht das jemand meint, meine Zielzeit läge bei 4:30. Jedenfalls nicht jetzt, nicht bei dieser Strecke. Da ist das Ziel einfach irgendwie durchkommen. Das Finish wäre der Erfolg. Alles andere spielt nicht den Hauch von Bedeutung. Nachdem ich vor zwei Tagen nach knapp 10 Km wegen Wadenprobleme und Dunkelheit passen musste, war ich noch mehr verunsichert. Von Anfang an spürte ich eine unsichere Spannung. Erstmal 5 Runden (8 Km), dann ein Becher Wasser am Auto (deshalb ist die Strecke auch so sehr geeignet). Es läuft gut bei diesem herrlichen Wetter. Aber vielleicht wären härtere Bedingungen doch besser für eine Vorbereitung zu einem Lauf, der Mitte Dezember statt findet? Mit 7:19 Min./Km habe ich auch ein noch akzeptables Tempo gewählt. Ich habe keine Beschwerden. Aber das ist eigentlich klar. 8 Km dürfen kein Problem sein.
Ich mache mir aber doch einige Sorgen, wie es in gut einer Stunde sein wird. Das es teuflisch hart wird, je länger der Lauf dauert, scheint mir absolut sicher. Die Vorbereitung war nicht so optimal. Gut, ich habe den Drachenlauf mit gemacht, mit einem bösen Muskelkater über einige Tage. Die Laufpause dafür war einkalkuliert. Und das Lauferlebnis unverzichtbar. Zweifellos der schönste Landschaftslauf den ich bisher mitgemacht habe. Mancher Läufer sagt, dass sei der schönst Lauf in NRW. Aber jetzt muss ich Kilometer "fressen". Einen nach den anderen. Sind Läufer unterwegs und viele Spaziergänger mit fast genauso vielen Hunden. Sind aber alle friedlich. Ich laufe in Richtung einer Mutter, die mit ihrem kleinen Mädchen spazieren geht. Der Kinderwagen wird neben her geschoben. Die Kleine hat mich entdeckt, diesen merkwürdigen Menschen in kurzer Hose, der mit schweren Schritten durch den Wald stapft. Ich schicke ihr ein Lächeln zu (geht noch); die kleine lächelt zurück. Nicht nur das. Ein freundliches "Hallo" bekomme ich auch noch geschenkt. Ich bin entzückt. Und die Mutter, die mich erst hört als ich neben den beiden bin ist baff. Hat sie doch nicht mitbekommen, was sich da hinter ihrem Rücken abspielt.
Zwischen durch spekuliere ich schon. Vielleicht schaffe ich ja heute auch die 30 Km? Doch zunächst geht es in Richtung der zweiten 5 Runden. Das wären dann 16 Km. Das ist ja schon ein ganz schönes Stück. Aber es ist gar nichts, wenn ich den Marathon nicht abhaken will. 16 Km sind eine schöne Trainingseinheit für einen Halbmarathon. Aber nichts da. Hatte ich mir nicht gesagt, dass ich heute noch einmal alles versuchen werde? "Ich will den Marathon, ich will den Marathon, ich will den Marathon." Immer wieder hämmere ich mir diesen Satz in den Schädel.
Dann darf ich mir zum zweiten Mal einen Becher Wasser in die Kehle schütten. Diese zweiten 8 Km waren etwas schneller, mit 7:13 Min./Km. Aufpassen, jetzt wird es bestimmt bald härter. Wenigstens machen die Beine bisher klaglos ihren Job.
Wenn ich erstmal 22 Km geschafft habe, dann ist es ein marathonwirksames Training. Aber in dieser Phase der Vorbereitung hoffnungslos zu kurz. Das hieße dann Marathon ade. Halbmarathon. Dabei ist Halbmarathon doch auch was. Aber jetzt, in diesem Augenblick kann ich das nicht gelten lassen. Der Lauf fängt an mich anzustrengen. Ich überlege ob ich die nächst Trinkpause vorverlegen soll. Peile aber zunächst die 20 Km an und laufe weiter und weiter und dann noch eine Runde. 24 Km sind geschafft und ich auch. Zur Belohnung gibt es Wasser. 7:05 Min./Km für den 3. Abschnitt. Wieder schneller. Aber warum bin ich so kaputt? Vor zwei Wochen in Bottrop bin ich die 25 Km in 6:28 Min./Km gelaufen. Das ist lange her. Ich habe noch einen letzten Becher im Auto vorbereitet. Zur Sicherheit oder eben für das Laufende. Es sind noch 3 lange Runden (1,6Km) und dann 2 kleine Runden (je 0,6 Km). Insgesamt 6 Km. Jeder Schritt verkürzt die Strecke. Aber es sind soviele Schritte. 25,6 Km. Noch 2 lange und...
Die "Eintrittskarte zum Marathon", der 30 Km-Lauf ist die Eintrittskarte zu Marathon. Das ist der neue Motivationssatz, den ich mir immer wieder eintrichtern will. Die Reststrecke, immer kürzer wird sie, aber gleichzeitig spüre ich meine Müdigkeit. Die Beine wollen nicht mehr freiwillig. Aber die 27,2 Km sind geschafft. Noche eine große Runde und...
Auf alle Fälle werde ich das jetzt zu Ende laufen. Auch die Magenschmerzen, mit denen ich schon einige Zeit kämpfe, werden das wohl kaum noch verhindern. Jetzt wird gelaufen, solange die Beine es noch mitmachen. Die sind so schwer.
28,8 Km. Noch die beiden kleinen Zusatzrunden. Ich schaue auf die Uhr. Dürfte knapp unter 3:36 bleiben. Was heißt das? Rechnen geht kaum noch. Laufen auch nicht. Aber es nähert sich jetzt doch meiner ganz persönlichen Ziellinie. Die letzten Schritte. Ich recke beide Daumen nach oben. Verrückt, aber das habe ich mir verdient. Genau wie den Becher Wasser und die beiden "Hanuta". Ich will ja keine Schleichwerbung machen. Aber nach 30 Km schmecken die unvergleichlich.
30 Km. Was heißt das? Die Eintrittskarte für den Marathon? So fühle ich mich aber nicht. Nicht einen Hauch davon fühle ich. Ich spüre nur scmerzende Waden. Nächstes Wochenende wieder. Und dann? Keine Zuversicht. Aber ein Fünkchen Hoffnung. Schwer erkämpft.